Challenge League
Wohlens Niederlagenserie geht auch in Winterthur weiter

Die offensiv harmlosen und defensiv fehleranfälligen Freiämter verlieren gegen ein keineswegs unwiderstehliches Winterthur 0:1. Manuel Sutter trifft in Minute 43 zur Führung für das Heimteam und sorgt dafür, dass Winterthur nun vor dem FC Wohlen steht.

Dean Fuss
Merken
Drucken
Teilen
Florian Stahel leistete sich vor der Pause einen kapitalen Fehlpass.

Florian Stahel leistete sich vor der Pause einen kapitalen Fehlpass.

Alexander Wagner

Die Enttäuschung, der Frust und das Leiden standen Martin Rueda nach dem Schlusspfiff buchstäblich ins Gesicht geschrieben. «Wir hatten genug Chancen, um mindestens einen Treffer zu erzielen», sagte der Trainer des FC Wohlen. «Das ist uns leider nicht gelungen.» Ist das der einzige Grund für die 0:1-Niederlage gegen Winterthur? «Nein», fügte Rueda hinzu. «Natürlich waren wir vorne zu ineffizient. Aber wir haben auch in der Defensive zu viele Fehler gemacht.»

Fehler gab es im Spiel zwischen dem FC Winterthur und Wohlen vor 2500 Zuschauern auf der Schützenweise tatsächlich viele. Sehr viele! Und zwar auf beiden Seiten! Ein Fehler ohne Not, ja ein Geschenk führte denn auch zum Führungstor der Zürcher. Nach einem zu langen Pass von Wohlens Innenverteidiger Sead Hajrovic in Richtung Marko Muslin brachte der 31-jährige Mittelfeldspieler den Ball nicht unter Kontrolle. Romain Dessarzin profitierte vom Missgeschick, luchste Muslin das Leder ab, lancierte Silvio mit einem Pass in die Tiefe - und Manuel Sutter liess Joel Kiassumbua mit einem Schuss aus zehn Metern keine Chance.

Dass der Treffer von Sutter kurz vor der Pause in einer unterhaltsamen, intensiven und temporeichen Partie der einzige blieb, ist kaum zu glauben. Der FC Winterthur und Wohlen lieferten sich nach dem mässigen Start in die Saison nämlich einen offenen Schlagabtausch, in dem vor allem in der zweiten Halbzeit fast alle Dämme brachen. Dass die Mannschaft von Trainer Sven Christ ein deutliches Chancenplus hatte und deshalb als verdienter Sieger vom Platz ging, ist indiskutabel. Aber weil einerseits Sutter, Silvio und Lukas Sliskovic hochkarätige Möglichkeiten geradezu versiebten, anderseits Kiassumbua sein Team mit mehreren mirakulösen Paraden im Spiel hielt, lag für Wohlen bis zum Schluss ein Punktgewinn in der Luft.

Rueda riskierte Mitte der zweiten Halbzeit alles und brachte mit Janko Pacar, Miguel Castroman und Augusto Lotti gleich drei Offensivspieler. Die zwei Topchancen für Wohlen vergaben aber nicht die drei Joker, die zwei Topchancen vergab Nico Abegglen. Nach 70 Minuten beklagte der Flügelstürmer auch noch Pech, als er mit einem Abschlussversuch aus acht Metern den Aussenpfosten traf. Dass die Aargauer am Ende den Kürzeren zogen, lag aber nicht nur an der mangelnden Kaltblütigkeit der Stürmer. Im Mittelfeld fehlt es an Kreativspielern. Captain Alain Schultz zeigte während einer halben Stunde zwar eine Klasseleistung, baute dann aber stark ab. Und alleine kann es der 33-Jährige auch nicht mehr richten.

Winterthur – Wohlen 1:0 (1:0)

Schützenwiese. – 2500 Zuschauer. – SR Jancevski. – Tor: 43. Sutter 1:0.

Winterthur: Von Ballmoos; Avanzini (80. Schättin), Russo, Katz, Di Gregorio; Schuler; Dessarzin (76. Kamber), Mangold, Radice (64. Sliskovic); Sutter, Silvio.

Wohlen: Kiassumbua; Schmid (55. Pacar), Hajrovic, Stahel, Kamber; Giampà (63. Castroman), Muslin (80. Lotti); Foschini, Schultz, Abegglen; Dangubic.

Bemerkungen: Winterthur ohne Ljubicic, D’Angelo, Krasniqi und Schmid (alle verletzt). Wohlen ohne Minkwitz (verletzt), Seferi und Stutzer (nicht im Aufgebot). - Verwarnungen: 31. Russo (Foul). 45. Dessarzin (Foul). 65. Sliskovic (Foul). 66. Pacar (Foul). 72. Castroman (Foul). 83. Mangold (unsportliches Verhalten).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: