FC Wohlen
Wohlens neuer Trainer: eine Chance für den Erfolglosen

Die Suche nach einem Nachfolger für Martin Rueda hat sich für den FC Wohlen schwierig gestaltet. Gleich drei Wunschkandidaten sagten ab. Der neue Trainer Francesco Gabriele ist ein Risiko – eine letzte Chance hat der 39-Jährige allemal verdient.

Ruedi Kuhn
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Als Trainer wurde Gabriele weder in Bellinzona noch in Lausanne noch in Wil glücklich.

Als Trainer wurde Gabriele weder in Bellinzona noch in Lausanne noch in Wil glücklich.

Keystone

Wohlens Fussball-Kultfigur Ciriaco Sforza wollte nicht. Der frühere FCZ-Trainer Urs Meier auch nicht. Kriens-Erfolgstrainer Marinko Jurendic setzte sich mit Wohlens Ehrenpräsident René Meier und VR-Präsident Lucien Tschachtli an einen Tisch, gab dem FC Wohlen anschliessend aber einen Korb.

Drei Trainer, drei Wunschkandidaten, drei Absagen! Eine bittere Pille! Was tun, wenn sich die Suche des Nachfolgers von Martin Rueda schwieriger gestaltet als angenommen? Was tun, wenn die Zeit drängt? Schliesslich trifft der zuletzt viermal sieglose FC Wohlen am Sonntag im Kellerduell der Challenge League auf Servette. Und drei, vier Tage vor diesem Spiel sollte der Nachfolger des nach Wil wechselnden Rueda auf der Matte stehen.

In der Trainerfrage herrschte also akuter Handlungsbedarf. Wie heisst eine alte Fussball-Weisheit so treffend: Wer unter Druck ist, macht Fehler. Und greift zur Notlösung. Der FC Wohlen schreibt in seiner Medieninformation, dass er felsenfest davon überzeugt ist, mit Francesco Gabriele genau die richtige Wahl getroffen zu haben. Felsenfest? Genau richtig? Gibt es diese Ausdrücke im Fussball überhaupt?

Nein! Gibt es nicht! Mag sein, dass Gabriele jung und dynamisch ist. Mag sein, dass er viel von Fussball versteht und ein akribischer Arbeiter ist. Mag sein, dass er sich innerhalb des Team Aargau einen Ruf als kompetenter Ausbildner erworben hat. Aber als Trainer einer Profi-Mannschaft wurde Gabriele weder in Bellinzona noch in Lausanne noch in Wil glücklich. In Lausanne und in Wil wurde er wegen Erfolglosigkeit nach wenigen Monaten entlassen. Gute Zeugnisse sehen anders aus. Kein Zweifel: Gabriele hat als Cheftrainer bis jetzt keine Stricke zerrissen. Gabriele ist also ein Risiko. Aber eine letzte Chance hat der 39-Jährige allemal verdient.