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Wohlens Goalie Joel Kiassumbua bringt den Erfolg

Torhüter Joel Kiassumbua (21) hat lange auf seine Chance warten müssen. Gegen Chiasso feierte er den ersten Sieg mit dem FC Wohlen. Am Donnerstag soll gegen Winterthur (19.45 Uhr, Niedermatten) der nächste folgen.

Ruedi Burkart
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Gute Stimmung auch im Training. FCW-Hüter Joel Kiassumbua (links) scherzt mit Goalietrainer Boris Ivkovic.

Gute Stimmung auch im Training. FCW-Hüter Joel Kiassumbua (links) scherzt mit Goalietrainer Boris Ivkovic.

Ruedi Burkart

Er wollte gar nicht mehr aufhören zu strahlen und klatschte jeden ab, der ihm über den Weg lief. Dann umarmte er seinen Goalietrainer Boris Ivkovic innig.

Wohlens 21-jähriger Keeper Joel Kiassumbua schwebte nach dem 3:1-Sieg gegen Chiasso auf Wolke Sieben und konnte sein Glück kaum fassen. Erstmals durfte er in dieser Saison in einem Meisterschaftsspiel der Challenge League ran – und schon resultierte der erste Sieg. «Es ist einfach wunderbar», so der sympathische Innerschweizer mit kongolesischen Wurzeln.

250 000 Franken als Klotz am Bein

Wunderbar verlief Kiassumbuas Karriere bisher allerdings nicht. Als Torhüter Nummer 3 gewann er mit der Schweizer U17-Nationalmannschaft 2009 in Nigeria zwar den WM-Titel, spielte aber keine Minute.

Wie alle seine damaligen Teamkollegen träumte auch Kiassumbua von einer grossen Karriere. Und wie die meisten der damaligen U17-Weltmeister hoffte er bis dato vergeblich auf einen Transfer zu einem grossen Verein.

«Es war ein Riesenhype damals», so Kiassumbua, «irgendwie unwirklich.» Der Sohn eines Kongolesen und einer Luzernerin durfte nach England und bei Stoke City zwei Wochen trainieren. Die Engländer verzichteten aber auf einen Transfer, weil ihnen die fällige Ausbildungsentschädigung an Kiassumbuas Stammverein FC Luzern zu hoch war (die Rede war von 250 000 Franken).

Schliesslich landete er nach Kurz-Gastspielen bei Luzerns U21 und Kriens im Sommer 2011 bei GC, welches ihn an Partnerklub Rapperswil-Jona in die 1. Liga auslieh. Doch nach fünf Partien kündigte Kiassumbua den Vertrag.

Im September 2012 heuerte er schliesslich beim FC Wohlen an. René Meier war damals am Transfer beteiligt. «Joel hat uns keinen Franken Ausbildungsentschädigung gekostet», so Wohlens Chef Challenge League.

Im Freiamt musste sich der Weltmeister wieder hinten anstellen. Erst stand ihm Gigi Proietti vor der Sonne, dann – nach dem Rauswurf des Italieners – Flamur Tahiraj. Diese Saison begann ähnlich.

Tahiraj war die Nummer 1. Und als sich dieser im Training verletzte, verpflichtete der Verein Ivan Benito (37). «Das war für mich sehr enttäuschend», blickt Kiassumbua zurück, «aber ich wusste: Wenn ich dran bleibe, kommt meine Chance.» Nun denn, nach fünf Partien und 19 Gegentoren kam die erwartete Rochade im Tor.

Benito raus, Kiassumbua rein. Die Bilanz: Zwei Spiele, zwei Gegentore (0:1 im Cup gegen Sion, 3:1 in der Meisterschaft gegen Chiasso).

Zufrieden, Joel Kiassumbua? «Ja, ich glaube, bei uns ist der Zwanziger jetzt runtergefallen. Wir müssen gegen Winterthur den Drive mitnehmen.»

«Jeder kann jeden schlagen»

Nach dem Befreiungsschlag am vergangenen Samstag (3:1 gegen Chiasso) wollen die Freiämter heute Abend gegen Winterthur (19.45 Uhr, Stadion Niedermatten) also wieder punkten.

«Ich habe es immer gesagt», so Trainer David Sesa nach einer bisher ruhigen Arbeitswoche, «in der Challenge League kann jeder jeden schlagen.»

Bei Winterthur leckt man derzeit die Wunden der letzten Runde. Beim 1:1 gegen Servette kam ein bisschen viel für das Team von Trainer Boro Kuzmanovic zusammen.

Bereits nach 25 Minuten sah Patrick Bengondo die rote Karte, und der Ausgleich der Genfer fiel in der 90. Minute nach einem Fehlgriff von FCW-Hüter Christian Leite.

Es war übrigens nicht der erste Fehler des 27-Jährigen in dieser Saison mit Folgen für das Punktekonto.

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