Mag sein, dass der FC Wil zu den besten Teams in der Challenge League gehört. Eines aber steht fest: Der FC Wohlen offenbarte in der Defensive erschreckende Mängel. Die Verteidiger gingen viel zu wenig aggressiv in die Zweikämpfe und liessen die Wiler Offensivspieler ein ums andere Mal gewähren. Kam hinzu, dass Ivan Benito bei den Gegentreffern zum 1:1 und 1:2 keine gute Figur machte. Was aber viel mehr zu denken gibt: Man hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass sich Sesas Team mit allen Mitteln gegen die drohende Niederlage stemmte. Die Körpersprache der Spieler spricht Bände. So können, so dürfen Berufsfussballer nicht auftreten. Das Cupspiel am nächsten Samstag in Altstätten wird für die Spieler zu einem Charaktertest. Und für Sesa vielleicht sogar zum Spiel der letzten Chance.

Dabei hatte für den FC Wohlen alles so gut begonnen. Der Führungstreffer von Simone Rapp nach einem Flankenball von Wellington in der sechsten Minute fiel zwar wie ein Blitz aus heiterem Himmel - aber was soll’s? Die Freiämter führten, konnten sich allerdings nicht lange über das Erfolgserlebnis freuen. Granit Lekaj mit einem Kopfball sowie Ivan Audino und Claudio Holenstein mit zwei Schüssen aus kurzer Distanz sorgten schon vor der Pause für die Wende für Wil.

Wil liess nichts mehr anbrennen

In der zweiten Halbzeit ging Wohlen etwas engagierter ans Werk - prompt konnte Rapp nach einem groben Patzer von Anthony Favre auf 3:2 verkürzen. Zu mehr reichte es allerdings nicht. Die Ostschweizer reagierten auf den Anschlusstreffer, legten einen Zacken zu und kam Toren von Emra Tahirovic und Holenstein zu einem auch in dieser Höhe verdienten 5:2-Erfolg.

Telegramm: Wil - Wohlen 5:2 (3:1). - Bergholz. - 1470 Zuschauer. - SR Schärer. - Tore: 7. Rapp 0:1. 10. Lekaj 1:1. 24. Audino 2:1. 40. Holenstein 3:1. 56. Rapp 3:2. 65. Tahirovic 4:2. 68. Holenstein 5:2. - Bemerkung: 82. Kopfball von Holenstein an die Latte. Wil ohne Jahovic (Länderspiel mit Mazedonien).

Rangliste: 1. Wil 5/12 (14:5). 2. Vaduz 5/10 (10:4). 3. Schaffhausen 5/10 (10:7). 4. Lugano 5/9 (8:5). 5. Biel 5/8 (10:6). 6. Winterthur 5/6 (6:10). 7. Locarno 5/5 (3:6). 7. Servette 5/5 (3:6). 9. Wohlen 5/2 (6:14). 10. Chiasso 5/1 (2:9).