Challenge League
Wohlen und Wil trennen sich unentschieden

Wohlen knöpft dem Aufstiegsaspiranten ein Unentschieden ab. Wil erleidet in der Challenge League nach dem verlorenen Spitzenkampf gegen Lausanne vor einer Woche (1:2) damit einen weiteren Dämpfer, während der Negativtrend der Freiämter vorerst gestoppt ist.

Jakob Weber
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Wohlen holt in Wil einen Punkt.

Wohlen holt in Wil einen Punkt.

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Wil - Wohlen 1:1 (0:0).

1050 Zuschauer. - SR Tschudi.

Tore: 66. Kleiner 0:1. 78. Roux 1:1.

Bemerkung: 31. Pfostenschuss Lika (Wohlen)

FC Wohlen: Kiassumbua - Lika, Bürgy, Muslin, Kleiner (Urtic, 86.) - Geissmann, Grether, Minkwitz (Weber, 84.) - Schultz, Castroman - Ianu (Graf, 78.)

Wil bleibt der Lieblingsgegner des FC Wohlen. Nach den Niederlagen gegen Lausanne und Chiasso hat das Team von Trainer Martin Rueda den Negativtrend gestoppt und beim neureichen Aufstiegsaspiranten mit einer couragierten Leistung einen Punkt mitgenommen. Zum ersten Mal nach sechs siegreichen Heimspielen muss der FC Wil seinem Angstgegner aus dem Aargau, der ihm bereits im August beim 1:3 die einzige Heimpleite in dieser Saison zugefügt hatte, einen Punkt überlassen. Und das mehr als verdient.
Wohlen dominiert vor allem in der ersten Halbzeit, kann die Überlegenheit jedoch nicht in Tore ummünzen.

Wie schon in Chiasso fehlt der letzte Pass – und das, obwohl Captain Alain Schultz wieder fit ist und auf dem Platz steht. Der hochgelobte FC Wil dagegen enttäuscht auf ganzer Linie. Dabei stehen auch die Ostschweizer nach der Niederlage in Lausanne unter Zugzwang, soll das gesteckte Ziel Aufstieg doch noch erreicht werden. Doch die neu formierte Truppe ist offensichtlich noch keine Einheit. Einzig Eigengewächs Dario Koller – er spielt Bujar Lika auf der linken Aussenbahn in regelmässigen Abständen schwindlig – sorgt für etwas Torgefahr. Doch die Wohler Verteidigung um Abwehrchef Marko Muslin, der gestern praktisch jedes Kopfballduell gewinnt, kann die wenigen Wiler Angriffsversuche entschärfen.

Pyro-Show mit Wunderkerzen

Nach dem Seitenwechsel sorgen die vier mitgereisten Wohler Fans mit einer Pyro-Show der besonderen Art für Aufsehen. Statt Bengalos werden Wunderkerzen gezündet, und es dauert nicht lange, bis der Funke auch auf den Wiler Kunstrasen überspringt. In der 66. Minute hat Neuzugang Olivier Kleiner seinen grossen Auftritt. Nachdem der Ex-Wohler Dylan Stadelmann unter einem langen Ball von Schultz hindurchtaucht, nimmt der 20-jährige Kleiner das Abschiedsgeschenk seines Vorgängers an und lupft den Ball wie ein erfahrener Knipser über Wil-Goalie Drewes in die Maschen. Diese Kaltschnäuzigkeit bei seinem erst dritten Challenge-League-Einsatz überrascht sogar Rueda, der nach der Partie lobende Worte für seinen neuen Aussenverteidiger findet: «Er macht das für sein Alter schon sehr gut. Spielt defensiv solide und setzt mit seiner Offensivpower auch vorne Akzente.»

Der Rückstand weckt das Heimteam, das nur zwölf Minuten später ausgleicht. Der eingewechselte Marvin Spielmann entwischt Lika und schiebt die Kugel in die Mitte, wo Jocelyn Roux nach seinem Wechsel von Lausanne sein erstes Tor für den neuen Arbeitgeber schiesst. In der Folge hätte Wil das Spiel auch durchaus noch drehen können, denn Wohlen hat Glück, dass Schiedsrichter Tschudi ein Handspiel im Strafraum nicht als elfmeterwürdig einstuft.

Handspieldiskussion

«Manchmal pfeifen sie so etwas, manchmal nicht. Wer weiss das schon. Ich bin froh, hat er es heute nicht getan», kommentiert Rueda die Situation. «Wohlen war heute die bessere Mannschaft. Wir müssen zu dem Punkt gratulieren», gibt auch Stadelmann nach der Partie zu. Dem ist nichts hinzuzufügen. Nächsten Samstag soll der Aufwärtstrend gegen Biel fortgesetzt werden.

22. Runde der Challenge League vom Samstag:

Biel - Chiasso 1:2 (0:1). - 1018 Zuschauer. - SR Dudic. - Tore: 5. Laner 0:1. 67. Sliskovic 1:1. 79. Laner 1:2.

Rangliste: 1. Lausanne-Sport 21/45. 2. Wil 22/37. 3. Winterthur 21/31. 4. Neuchâtel Xamax 21/29. 5. Chiasso 22/27. 6. Wohlen 22/26. 7. Biel 22/25. 8. Aarau 21/23. 9. Le Mont 21/23. 10. Schaffhausen 21/23.

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