Challenge League
Wohlen-Stürmer Janko Pacar scheint endlich auf Touren zu kommen

Der FC Wohlen klopfte beim arbeitslosen Fussballer Pacar an. Für das Vertrauen der Freiämter ist der junge Stürmer dankbar, denn es gibt nicht wenige Stimmen in der Fussball-Schweiz, die den ehemaligen FC-Luzern-Junior als gescheitert deklarieren. Dass er dies nicht ist, hat er nun bewiesen.

Calvin Stettler
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Janko Pacar freut sich über seinen ersten Treffer seit Mai.

Janko Pacar freut sich über seinen ersten Treffer seit Mai.

Urs Lindt/freshfocus

Acht Minuten ist das Spiel zwischen Xamax und Wohlen alt, als ein weiter Ball von Captain Schultz Stürmer Janko Pacar erreicht. Der 26-Jährige nimmt das Spielgerät sehenswert an und legt es sich gleich selber vor. Seinen Gegenspieler lässt er mittels erstaunlichem Antritt stehen. Und plötzlich befindet er sich in einer aussichtsreichen Schussposition. Eine Situation, die Pacar kennt. In welcher er sich zuletzt aber stets für das Falsche entschied. Ein Tor nämlich bejubelte Pacar letztmals im Mai.

An diesem Montagabend in der Neuenburger Maladière ist aber alles anders. Die Wohler Offensivkraft macht endlich wieder einmal das Richtige: Er getraut sich, mit voller Wucht abzuziehen – und trifft. Pacar eilt zur Eckfahne, springt in die Luft und ballt die Faust. Endlich ist er da: der Befreiungsschlag.

Die Familie als Rückhalt

Rund zwei Stunden später geniesst Janko Pacar den Moment. Im Stillen. Es dauert, bis er über seine Gefühlslage reden will. Erst geht er in die Kabine, braucht einen Moment für sich. Denn dieser 4:1-Sieg ist speziell. «Einfach waren die letzten Wochen schliesslich nicht», gesteht Pacar in leisen Worten. Im Sommer war der 26-Jährige einer dieser arbeitslosen Fussballer, die sich in Dietikon fithalten. Nachdem Pacar von seinem sechsmonatigen Rumänien-Abenteuer mit Petrolul Piloiesti in die Schweiz zurückkehrte, wollte ihn erst kein Verein. Doch dann klopfte der FC Wohlen an.

Pacar war dankbar für das Vertrauen, denn es gibt nicht wenige Stimmen in der Fussball-Schweiz, die den ehemaligen FC-Luzern-Junior als gescheitert deklarieren. Zurückgeben wollte er den Freiämtern deshalb etwas. Sofort. Doch das gelang nicht. Erst war Pacar angeschlagen, dann kam er nicht wie gewünscht auf Touren. «Als Fussballer schuftet man jeden Tag, um am Wochenende überzeugen zu können. Bleibt der Lohn für die Arbeit aus, dann schmerzt das. Wichtig ist es dann, nicht zu resignieren. Dass ich nach meiner Zeit in Rumänien wieder meine Familie und mein Umfeld um mich weiss, hilft gerade in solchen Zeiten ungemein.»

Jetzt kommt Le Mont

An diesem Abend in Neuenburg kommt Pacar auf Touren: Er ist frech, entschlossen und überraschend. Zwei Tore erzielt der technisch versierte Wohlen-Stürmer auf dem Kunstrasen in der Maladière. Statt aber über sich zu reden, rühmt Pacar lieber den famosen Auftritt des Kollektivs. Längst hat er gelernt, sich nicht von Momentaufnahmen blenden zu lassen. «Der Doppelpack tut gut, keine Frage, aber ich muss die positive Entwicklung mit guten Darbietungen in den nächsten Spielen bestätigen.» Am Samstag gastiert mit Le Mont ein direkter Konkurrent im Kampf um den Ligaerhalt im Niedermatten-Stadion. Dann will Janko wieder das machen, was doch so einfach tönt: «Gas geben.»