Derby-Stimmung

Wohlen-Stürmer Carlos Varela: «Ich will kein Star sein»

Von 2003 bis 2005 spielte Carlos Varela für den FC Aarau.

Von 2003 bis 2005 spielte Carlos Varela für den FC Aarau.

Am Wochenende kommt es zum Derby zwischen dem FC Aarau und dem FC Wohlen. Dabei wird auch Carlos Varela - Stürmer des FC Wohlen - dabei sein. Brisant: Dieser spielte aber einst für den FC Aarau.

Repräsentant von Servette Genf mit langfristigem Vertrag oder ein letztes Mal Profi beim FC Wohlen? Carlos Varela fühlte sich in den vergangenen Wochen hin- und hergerissen. Einmal wollte er dies, dann wieder das. «Ich feiere am 15. September meinen 34. Geburtstag», sagt der Spanier. «In diesem Alter ist für mich jedes Spiel ein Geschenk. Glücklicherweise wurde ich bis jetzt von Verletzungen verschont. Ich will meine Karriere nicht beenden, weil mir der Fussball noch immer grossen Spass macht. Ich freue mich auf den FC Wohlen», fügt Varela hinzu, «und fühle mich nicht als Star, sondern als Teil einer Gruppe. Alle sagen, dass Wohlen absteigt. Ich bin überzeugt, dass mein neuer Verein den Sprung in die Top 10 der Challenge League schaffen wird.»

Mit offenen Armen empfangen

Was vor einigen Wochen wohl keiner für möglich gehalten hätte, ist also eingetroffen. Varela hat beim FC Wohlen einen Vertrag bis Ende Saison unterschrieben. Die Mitspieler haben den Neuen mit offenen Armen empfangen. Verteidiger Selver Hodzic schmunzelt und sagt: «Als Gegenspieler war Carlos immer äusserst unangenehm. In unserer gemeinsamen Zeit bei Xamax habe ich ihn näher kennen gelernt.

Als Teamkollege ist er ein lockerer Typ, den man einfach gern haben muss.» Als die Wohler Klubverantwortlichen Hodzic’ Meinung über Varelas Verpflichtung wissen wollten, zögerte der Verteidiger keinen Moment und sagte: «Varela ist für uns dank seiner Schnelligkeit, Dribbelstärke und Unberechenbarkeit eine grosse Verstärkung.» Ob Varela im Derby gegen den FC Aarau von Beginn an spielen wird, muss sich zeigen. Der 1,76 Meter grosse Flügelstürmer ist nach eigener Aussage fit. Er schmunzelt und sagt: «Ich habe einen grossen Vorteil. Ich kann essen, so viel ich will. Ich nehme nicht zu. Ich bin immer 70 Kilogramm schwer. Plus, minus eins versteht sich.»

Varela kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Bereits im Alter von 17 Jahren spielte er für Servette. Von 2000 bis 2003 war er beim FC Basel und hatte sechs Einsätze in der Champions League. Von 2003 bis 2005 stand er beim FC Aarau unter Vertrag. Dann wechselte er für vier Jahre zu YB. 2009 holte ihn Xamax. Nach einem weiteren Jahr ging er in die USA zu D.C. United. Im Januar 2011 lockte ihn Servette mit einem lukrativen Angebot. Dann strich ihn Trainer Joao Alves von einem Tag auf den andern aus dem Kader.

Varela steht immer unter Strom

Dass Varela in seinem ersten Spiel mit Wohlen gleich auf Aarau trifft, ist für ihn nichts Besonderes. «Beim FC Aarau hatte ich eine wunderschöne Zeit», so Varela. «Mit Alain Geiger, Martin Rueda und Andy Egli durfte ich mit drei grossartigen Trainern arbeiten. In Erinnerung geblieben sind mir auch die fantastischen FCA- Fans, die immer voll und ganz hinter ihrer Mannschaft stehen. Im Brügglifeld herrscht eine spezielle, oft giftige Atmosphäre. Ich freue mich auf dieses Derby.» Eines ist klar: Varela wird im Duell der Kantonsrivalen unter Strom stehen. Mehr noch. Varela steht immer unter Strom. Das hat womöglich einen einfachen Grund: Varela absolvierte in jungen Jahren eine Lehre als Elektriker. Wer weiss, was in dieser Zeit alles passiert ist?

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