Challenge League
Wohlen lässt den Pitbull von der Leine

Nach den zwei Siegen gegen Schaffhausen (1:0) und Servette (4:2) will der Freiämter Challenge Ligist am Samstag auch in Lugano punkten.

Ruedi Kuhn
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Kämpfernatur: Dylan Stadelmann (unten) gibt immer vollen Einsatz. Keystone

Kämpfernatur: Dylan Stadelmann (unten) gibt immer vollen Einsatz. Keystone

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Mal auf der rechten Seite wie gegen Servette, mal auf der linken Seite wie gegen Schaffhausen: Wohlens Pitbull beisst überall zu. Wird Dylan Stadelmann von der Leine gelassen, ist er nicht zu halten. Der 1.68 Meter grosse und 67 Kilogramm schwere Aussenverteidiger fightet, teilt aus, steckt ein und rennt die Aussenbahnen rauf und runter. «Den Begriff Pitbull nehme ich jetzt einmal als Kompliment», sagt Stadelmann mit einem Grinsen im Gesicht. «Ich bin aber vor allem ein Teamplayer. Für den Trainer, die Mitspieler, den Präsidenten, die Sponsoren und die Fans gebe ich alles.»

Stadelmann wechselte auf die Saison 2013/14 von Stade Nyonnais zum FC Wohlen. Eingefädelt wurde der Transfer von seinem Berater Bonato Costa, der auch den Schweizer Internationalen Johan Djourou betreut. Nach einem schwierigen halben Jahr mit viel Krampf und einigen Rückschlägen mausert sich der nimmermüde Verteidiger langsam, aber sicher zu einer Teamstütze. «Dylan hat in den vergangenen Monaten als Mensch und als Spieler eine enorme Entwicklung gemacht», sagt Wohlens Trainer Ciriaco Sforza. «Er hat sich dank Energie, enormer Laufstärke und viel Biss in die Mannschaft hinein gekämpft.»

Aller Voraussicht nach wird Stadelmann auch heute Abend im Spitzenkampf in Lugano zur Startformation des FC Wohlen zählen. Der Abwehrspieler ist bereit. «Wir müssen den Schwung nach den zwei Siegen zum Saisonauftakt nützen», erklärt der 25-Jährige. «Die Challenge League ist in dieser Meisterschaft sehr ausgeglichen. Das kann für uns ein Vorteil sein.» Und was ist für den FC Wohlen nach dem zähen Ringen gegen den Abstieg in den vergangenen Jahren diesmal möglich? «Vieles», sagt Stadelmann. «Aber es ist noch zu früh, um Prognosen zu stellen. Wir schauen von Spiel zu Spiel. Alles andere kommt von selbst.»

Dylan Stadelmann wurde am 30. Januar 1989 in Delémont geboren. Er ist in Moutier zusammen mit seinen Eltern Francis und Corinne und den drei Brüdern Jonas, Davy und Evan aufgewachsen. Die Drei spielen alle für den FC Moutier. Nach der Schule schloss Dylan eine vierjährige Lehre als Polymechaniker erfolgreich ab. Stadelmanns Karriere begann bei Moutier und führte über das Team Jura U13, Lausanne, Malley, Yverdon und Nyon bis in den Aargau. Wer weiss? Macht der kleine Wadenbeisser mit dem grossen Fussballerherzen weiter Fortschritte, ist die zweithöchste Schweizer Spielklasse nicht das Ende, sondern erst der Anfang einer erfolgreichen Laufbahn.