Challenge League

Wohlen gewinnt in Wil nach guter Leistung und zwei Stahel-Toren mit 4:1

Der FC Wohlen muss dringend punkten, sonst droht der Abstieg.

Der FC Wohlen muss dringend punkten, sonst droht der Abstieg.

Der FC Wohlen traf heute auswärts auf den FC Wil. Das Spiel war ein Duell zweier Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Wohlen konnte sich von Beginn an absetzen und führte nach zwei Toren von Florian Stahel zur Halbzeit mit 3:0. Auch danach liessen die Wohler nichts mehr anbrennen und gewannen mit 4:1.

War es ein Traum? War es Realität? Es war Realität. Aber kaum zu glauben: 1:0 für den FC Wohlen nach vier Minuten. 2:0 für den FC Wohlen nach 18 Minuten. 3:0 für den FC Wohlen nach 38 Minuten. In Worten: Drei zu null! Und dank dem frühen Drei-Tore-Vorsprung nahm das kleine Freiämter Fussballwunder in Wil seinen Lauf.

Schliesslich gewannen die Freiämter gegen einen in defensiver Hinsicht allerdings völlig desolaten FC Wil auf souveräne Art und Weise mit 4:1. Und noch wichtiger: Sie schafften im neunten Anlauf der Rückrunde den ersten Sieg und tankten damit für den Schlussspurt in der Meisterschaft eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Francesco Gabriele war die Freude über den Erfolg ins Gesicht geschrieben. «Die erste Halbzeit war sensationell», sagte der Trainer des FC Wohlen. «Wir hätten mit 6:0 oder besser gesagt mit 7:1 in die Pause gehen können, ja gehen müssen. Zu Beginn hatten wir vier, ja fünf hundertprozentige Chancen. Wir sind von Anfang an bestimmt, dominant und selbstbewusst aufgetreten. Und wir gerieten zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, die Kontrolle über das Geschehen zu verlieren.»

Ein kleiner Befreiungsschlag

Wo Gabriele recht hat, da hat er recht. Für einmal durfte der 40-jährige Fussball-Lehrer hoch zufrieden sein. Sein FC Wohlen startete vor 830 Zuschauern in der IGP Arena nämlich wie die Feuerwehr. Alles lief wie aus einem Guss: Miguel Castroman traf mit einem Kopfball nach einem Freistoss von Alain Schultz zum Führungstreffer. Florian Stahel war eine Viertelstunde später nach einem Corner von Sandro Foschini ebenfalls mit einem Kopfball erfolgreich. Und als Stahel kurz vor der Pause nach einem weiteren Corner von Foschini aus kurzer Distanz das 3:0 erzielte, war der Mist geführt. Und hätten Marko Dangubic und Janko Pacar ihre hochkarätigen Möglichkeiten in der Startphase ebenfalls genutzt, wäre der FC Wohlen sogar mit einem 5:0 in die Pause gegangen.

In der zweiten Hälfte schaltete der FC Wohlen einen Gang zurück, verwaltete den deutlichen Vorsprung aber mit Glück und Geschick – und schlug nach gut einer Stunde erneut zu. Nach einem Lattenknaller des überragenden Spielgestalters Alain Schultz hämmerte Pacar den Ball zum 4:0 in die Maschen. Dass Samir Fazli in der Schlussphase noch auf 1:4 verkürzte, war nicht mehr als Resultatkosmetik. Wie wichtig der Sieg der Freiämter war, zeigt ein Blick auf die Statistik. FC Wil gegen FC Wohlen wurde im Vorfeld der Partie mit Recht als Duell Not gegen Elend angekündigt. Die Ostschweizer warten nun schon seit dem 23. Oktober und 15 Spielen auf einen Sieg. Der FC Wohlen holte in der Rückrunde zuvor aus acht Partien mickrige zwei Punkte und schaffte mit dem 4:1-Erfolg zumindest einen kleinen Befreiungsschlag im knallharten Abstiegskampf.

Werbung kommt zu spät

Das Schlusswort soll Gabriele gehören. Wie sagte der wegen schlechter Resultate wieder einmal in Kritik geratene Trainer zwei Wochen nach dem Nein der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Wohlen zum neuen Kunstrasen im Stadion Niedermatten mit leicht ironischem Unterton: «Mit dem 4:1 in Wil ist es uns eindrücklich gelungen, Werbung für die Plastikunterlage zu machen.» Das ist tatsächlich so. Aber die Werbung kommt leider etwas spät. Zu spät.

Die Highlights des Spiels können Sie im Liveticker nachlesen:

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