Fussball
Wohlen-Geschäftsführer Urs Bächer: «Das Team ist in der Verantwortung»

Am Sonntag-Nachmittag tritt der verunsicherte FC Wohlen in der Challenge League bei Favorit Vaduz an (16 Uhr). Urs Bächer, seit drei Monaten vollamtlicher Geschäftsführer bei den Freiämtern, nennt die Probleme beim Namen.

Ruedi Burkart
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Urs Bächer. rubu

Urs Bächer. rubu

Ruedi Burkart

Urs Bächer: Letzter? Daran kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.

Natürlich. Das ist ganz schlecht, und wir sehen das ganz und gar nicht gerne. In der Verantwortung steht auch hier das Team.

«Uninspiriert» ist noch vornehm ausgedrückt. Was ich gegen Schaffhausen zwischen der 3. und 75. Minute gesehen habe, war schlicht nicht Challenge-League-würdig.

(schmunzelt) Könnte durchaus sein. Im Ernst: Es ist kein Engagement vorhanden, kein bedingungsloser Einsatz. Alle haben sich gerne und sind nett zueinander. Keiner ruft aus. Dass drei Gegentore pro Spiel bei uns quasi zur Normalität geworden sind – das darf nicht sein.

Das ist so. Wenn so haarsträubende Fehler passieren wie in letzter Zeit, dann darf, nein muss, einer auch mal den Stinkstiefel spielen und laut werden.

Manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl. Füsse hochlagern, es sich gut gehen lassen. So in der Art. In jeder Familie gibt es einen, der mal auf den Tisch klopft, wenn etwas nicht stimmt. Das ist bei uns allerdings überhaupt nicht der Fall. Und das nicht erst seit dieser Saison.

(überlegt) Gute Frage. Wir haben in der Vergangenheit zu wenig Wert darauf gelegt, «unbequeme» Spieler zu holen. Solche, die in Situationen wie wir sie jetzt haben, einmal sagen, wo es lang geht.

Sehen Sie, auch in Wohlen laufen die Mechanismen des Profisports. Schliesslich entscheidet die Tabelle über die Qualität der Arbeit von Staff und Mannschaft. Ich gebe aber zu bedenken, dass wir rund 15 neue Spieler im Team haben, die sich erst finden müssen. Wir holten Spieler als potenzielle Leistungsträger, aber die sind jetzt verletzt . . .

Zudem sind gerade mal sechs von 36 Runden gespielt.

Ein Trainer darf, ja muss, an der Seitenlinie auch einmal laut werden. Das war bei uns kaum der Fall, und das muss sich ändern. Unbedingt. Und sofort.

Dazu nur so viel: Wir wollen in Vaduz punkten. Das ist das Ziel. Ein Debakel wird es mit Sicherheit nicht absetzen.