Challenge League
Wohlen gegen Schaffhausen: Der Auftritt beim Lieblingsgegner

Für den in der Rückrunde noch sieglosen FC Wohlen geht der Abstiegskampf beim aufstrebenden FC Schaffhausen weiter. Für Igor Tadic wird es ein spezielles Spiel, er trifft auf seinen Ex-Klub.

Ruedi Kuhn
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Der FC Wohlen hat bisher gegen Schaffhausen immer gut abgeschnitten.

Der FC Wohlen hat bisher gegen Schaffhausen immer gut abgeschnitten.

foto-net/Alexander Wagner

FC Wohlen gegen Schaffhausen: 1:0 und 4:0! Zwei Spiele, sechs Punkte! Die Vorrundenbilanz des Freiämter Challenge-Ligisten gegen die Nordostschweizer könnte nicht besser sein. «Das ist nur die Statistik», schwächt Francesco Gabriele ab. «Mit der Statistik holt man bekanntlich keine Punkte. Und», fügt der Trainer des FC Wohlen hinzu, «den FC Schaffhausen der Rückrunde kann man nicht mehr mit dem FC Schaffhausen der Vorrunde vergleichen. Das Spielerkader ist stärker. Mit Murat Yakin ist der Trainer neu. Und mit dem Lipo Park spielen die Schaffhauser zudem in einem neuen, schönen Stadion mit Kunstrasen.»

«Das ist nur Statistik», Francesco Gabriele, Trainer des FC Wohlen

«Das ist nur Statistik», Francesco Gabriele, Trainer des FC Wohlen

KEYSTONE/MAGALI GIRARDIN

Wo Gabriele recht hat, da hat er recht. Aber Änderungen gab es nicht nur beim FC Schaffhausen, bei dem man vor allem auf den pfeilschnellen, trickreichen und neuerdings auch torgefährlichen Flügelstürmer Steven Lang aufpassen muss.

Hinweis: Verfolgen Sie das Spiel am Sonntag ab 15.00 Uhr online in unserem Liveticker.

Änderungen gab es auch beim FC Wohlen. Mit Igor Tadic hat man einen neuen Mittelstürmer verpflichtet. Und was für ein Zufall: Tadic spielte vor seinem Transfer zu den Freiämtern während der Winterpause zweieinhalb Jahre lang für den FC Schaffhausen.

Wieder fit

Tadic konnte in den bisherigen sechs Spielen der Rückrunde allerdings nicht restlos überzeugen. Auf seinem Konto stehen gerade mal ein Tor bei der 1:4-Niederlage gegen den FC Zürich und ein Assist beim 1:2 gegen den FC Aarau. «Natürlich bin ich mit dieser Ausbeute nicht zufrieden», übt der 30-jährige Schweizer mit serbischen Wurzeln Selbstkritik. «Aber ich hatte zuletzt immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. In den vergangenen Tagen plagte ich mich mit einem angerissenen Band im linken Sprunggelenk herum. Seit Donnerstag fühle ich mich aber fit und kann glücklicherweise wieder voll trainieren.»

«ich bin mit der Ausbeute nicht zufrieden», so Tamic.

«ich bin mit der Ausbeute nicht zufrieden», so Tamic.

foto-net / Alexander Wagner

Dass Igor Tadic ein Goalgetter ist, hat er vor zwei Jahren bewiesen: In der Saison 2014/15 schoss er für Schaffhausen 19 Treffer und sicherte sich die Krone des Torschützenkönigs der Challenge League. Dann aber schlug die Verletzungshexe gnadenlos zu: Anfang Dezember 2015 zog er sich einen Kreuzbandriss und Meniskusschaden im linken Knie zu, konnte sich erst zwei Monate später operieren lassen und musste ein knappes Jahr pausieren. Von diesem Schock hat sich Tadic inzwischen ziemlich erholt. Aber die ganz grosse Torgefahr lässt der 30-jährige Routinier seit dem medizinischen Eingriff vermissen. Ist der Faden bei Tadic gerissen? Oder findet er zurück zu alter Stärke?

Tadic «voller Tatendrang»

Dass ihm der FC Wohlen in der abgelaufenen Winterpause einen Vertrag bis Ende Saison 2017/18 angeboten hat, ist ein schöner Vertrauensbeweis. Der Zuzug von Tadic entbehrt allerdings auch nicht einer gewissen Logik: Insider wissen nämlich, dass Tadic schon seit geraumer Zeit auf der Wunschliste der Wohler steht. Nun hat es also endlich geklappt. Tadic wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern in Rotkreuz und ist nach eigener Aussage voller Tatendrang. Mal schauen, ob der Routinier das Vertrauen der Führungscrew des Freiämter Challenge-Ligisten rechtfertigen kann.

Igor Tadic trug zweieinhalb Jahre das Trikot des FC Schaffhausen.

Igor Tadic trug zweieinhalb Jahre das Trikot des FC Schaffhausen.

Keystone

Sollte Tadic am Sonntag gegen seinen früheren Klub ein Tor schiessen, wird er sich zweifellos freuen. «Aber ich werde nicht jubeln», sagt er. «Das verbietet mir der Respekt und Anstand gegenüber dem FC Schaffhausen. Ich habe dort einerseits eine schöne Zeit erlebt, anderseits wertvolle Erfahrungen sammeln können.» Bleibt die Frage, ob der FC Wohlen ohne den gesperrten Marko Muslin beim Lieblingsgegner der Vorrunde den ersten Erfolg nach sechs sieglosen Spielen in der zweiten Saisonhälfte feiern kann.