Fussball

Wohlen fehlt es an Klasse und an Charakter

Der FC Wohlen enttäuscht ein weiteres Mal und verliert gegen Vaduz 1:3, nachdem er zur Pause noch geführt hatte.

Die 79. Minute. Der FC Vaduz führt 2:1. Torhüter Joel Kiassumbua wehrt einen Penalty von Guilherme Afonso zur Seite ab. Ist das die Initialzündung für einen Schlussspurt? Schafft der Freiämter Challenge-Ligist noch den Ausgleich? Nein. Zwar hat der unermüdlich kämpfende Nenad Bijelic eine letzte gute Möglichkeit, aber Nicolas Hasler reisst den Freiämter Challenge-Ligisten mit einem Schuss aus 21 Metern aus allen Träumen. Vaduz gewinnt 3:1 – und Wohlen rutscht auf Kosten der Liechtensteiner von Rang neun auf Rang acht.

Keine Impulse

Weil im Sport im Allgemeinen und im Fussball im Speziellen der letzte Eindruck zählt, fällt das Fazit aus Sicht des FC Wohlen negativ aus. Was die Mannschaft von Trainer David Sesa in der zweiten Halbzeit zeigte, hatte mit Fussball wenig, sehr wenig zu tun. Aus dem Mittelfeld kam nichts Kreatives, der Sturm mit dem wirkungslosen Gaspar und dem unglücklich agierenden Bijelic glich einem lauen Lüftlein. Dabei hatte alles so gut begonnen: Wohlen führte zur Pause 1:0. Und der knappe Vorsprung entsprach durchaus dem Spielverlauf.

Agron Mustafi lancierte die Partie nach 21 Minuten mit einem Schuss aus 19 Metern an den Pfosten. Eine Viertelstunde später zirkelte Hemza Mihoubi einen Freistoss auf den freistehenden Alban Pnishi, der mit einem Kopfball aus fünf Metern erfolgreich war. Vaduz hatte kurz vor dem Wechsel insofern Pech, als dass Ramon Cecchini 100 Sekunden nach dem Gegentreffer mit einem Knaller aus kurzer Distanz die Lattenoberkante traf.

Vaduz gelang der Umschwung

In der zweiten Hälfte legten die Liechtensteiner einen Zacken zu und drängten den Gegner in dessen Platzhälfte zurück. Von einem Moment auf den andern stand Sesas Team zu tief. Prompt erzielte Amin Tighazoui mit einem Schlenzer aus 21 Metern den Ausgleich. Damit nicht genug der Unbill. Kurze Zeit später köpfelte Diego Ciccone eine Cornerflanke von Tighazoui völlig freistehend ins Tor. Vaduz lag 2:1 vorne. Der Kraftakt von einer Viertelstunde hatte sich für die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini ausbezahlt.

Am Ende gewann der Favorit aus dem Ländle wegen der klaren Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdientermassen 3:1. Wohlens Trainer David Sesa machte aus seiner Enttäuschung nach dem Schlusspfiff kein Geheimnis und sagte: «Die erste Halbzeit war gut. In der zweiten Halbzeit ist das Team auseinandergefallen. So geht es nicht.» Richtig. So geht es wirklich nicht. Sowohl beim 0:7 in Biel als auch beim 1:3 gegen Vaduz konnte das Team das Verliererimage nicht ablegen. Es fehlt an der Klasse und – viel schlimmer – auch am Charakter.

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