FC Wohlen
Wochen der Desillusion: Der FC Wohlen unterliegt dem FC Zürich mit 1:4

Der FC Wohlen verliert auch sein viertes Spiel in der Rückrunde. Diesmal unterliegt die Mannschaft von Trainer Francesco Gabriele dem designierten Aufsteiger aus Zürich mit 1:4. Damit bleibt Wohlen im neuen Jahr immer noch ohne Punktgewinn.

Calvin Stettler
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Janick Kamber versucht, sich gegen die Zürcher Verteidigung durchzusetzen.
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Der FCZ bejubelt vor den johlenden Fans den Auswärtssieg.
Cedric Brunner hält Janik Kamber zurück.
Die Zürcher bejubeln das Tor von Roberto Rodriguez (mitte).
FC Wohlen - FC Zürich (2016/17, 22. Runde)
Kevin Rueegg entwischt Wohlens Marko Muslin (rechts).
Hoch das Bein: Kevin Rueegg (rechts) gegen Wohlens Marko Muslin.
Dzengis Cavusevic (links) und Janick Kamber im Kopfballduell.
Marko Bicvic (rechts) im Laufduell mit Zürichs Antonio Marchesano.

Janick Kamber versucht, sich gegen die Zürcher Verteidigung durchzusetzen.

Keystone

Sead Hajrovic ist für einen kurzen Moment sprachlos. Mit ungläubigem Blick fragt er noch einmal, wie hoch Chiasso Aarau geschlagen habe. 5:1. Erst verdreht er die Augen, dann ein langer Seufzer. Es ist das Ende eines unangenehmen Nachmittags für den FC Wohlen.

1:4 verlieren die Freiämter das Ringen mit dem designierten Aufsteiger aus Zürich. Parallel gewinnt Chiasso, ein direkter Konkurrent im Kampf um den Ligaerhalt. Genauso wie Schlusslicht Schaffhausen am Vortag. Ein Wochenende zum Vergessen. Oder wie es Sead Hajrovic sagt: «Das Glück hat uns vorläufig verlassen.»

Es ist ein Satz, der nicht nur pauschal zum Start in die Rückrunde, sondern auch ziemlich gut zu diesem Sonntagnachmittag passt. Denn trotz ansprechender ersten Halbzeit liegen die Freiämter zur Pause zurück.

In der 33. Minute verwertet Roberto Rodriguez einen Elfmeter, nachdem Wohlens Yannick Schmid den Ball unglücklich mit der Hand berührte. Wieder ein unnötiger Rückstand. Wieder trauert Wohlen guten Möglichkeiten, wie jener von Sandro Foschini in der 21. Minute, hinterher.

Doch so ordentlich die Freiämter in der ersten Halbzeit spielen, so dressiert wirken sie nach der Pause. Obwohl der FC Zürich lange seinen Aufwand minimiert, mangelt es der Mannschaft von Trainer Francesco Gabriele an Kampfbereitschaft und Leidenschaft. Auch deshalb ist der Unterhaltungswert der Partie phasenweise so hoch wie jener einer Dauerwerbesendung.

«Wir haben noch immer Luft»

«Vielleicht hat uns die erste Halbzeit schlicht zu viel Energie geraubt», sagt Wohlens Marko Muslin später im Kabinentrakt. Auch er sei enttäuscht, dass sein Team nicht reaktionsfähig gewesen sei. «Wenn man nach drei Niederlagen auf den FC Zürich trifft, dann ist es aber auch schwierig, auf einen Gegentreffer zu reagieren.»

So etwas wie eine Reaktion zeigt der FC Wohlen zwar schon noch. Dann nämlich, als der FC Zürich bereits mit zwei Toren in Führung liegt. Der Anschlusstreffer zum 1:2 gelingt Joker Igor Tadic in der 81. Minute – aus heiterem Himmel.

Die Hoffnung auf den Lucky Punch währt jedoch nur 120 Sekunden. Denn in der 83. Minute lässt sich Zürichs Moussa Koné bereits von den FCZ-Fans am Spielfeldrand umarmen. Der Senegalese trifft nach einem Hajrovic-Foul im Wohler Strafraum souverän vom Elfmeterpunkt. Konés zweiter persönlicher Treffer in der 93. Minute ist dann nur noch Zugabe.

Natürlich hat der FC Wohlen gegen den Branchenkrösus keine Punkte budgetiert. Trotzdem ist die Darbietung der Freiämter an diesem Sonntagnachmittag zu uninspiriert. Und zu wenig aggressiv. Weil das zuweilen auch in den vorausgegangenen drei Spielen der Fall war, befindet sich der FC Wohlen in Wochen der Desillusion. 2017 hat er noch keinen einzigen Punkt gewonnen.

Angst habe er deswegen noch nicht um seine Mannschaft, sagt Muslin. «Wir haben noch immer Luft. Nun müssen wir nächsten Samstag gegen Servette einfach punkten.»

Der 31-Jährige findet zudem, dass es helfe, in der Vorrunde schon Ähnliches erlebt zu haben. Damals kehrte das Glück nach sieben sieglosen Spielen zurück. Diesmal wäre das vielleicht schon zu spät.

Telegramm

FC Wohlen – FC Zürich 1:4 (0:1)

Niedermatten. - 3’375 Zuschauer. - SR: Superczynski. – Tore: 33. Rodriguez 0:1 (Handspenalty). 63. Marchesano 0:2. 81. Tadic 1:2. 83. Koné (Foulpenalty) 1:3. 93. Koné 1:4.

Wohlen: Tahiraj; Schmid, Stahel (63. Loosli), Schmid; von Niederhäusern (75. Pagliuca), Bicvic (63. Tadic), Castroman, Kamber; Muslin, Foschini; Pacar.

Zürich: Vanins; Brunner, Bangura, Kryeziu, Voser; Yapi, Rüegg; Winter, Marchesano (68. Chiumento), Rodriguez (75. Koné); Cavusevic (29. Dwamena).

Bemerkungen: Wohlen ohne Stutzer, Minkwitz, Abegglen, Schultz und Graf (alle verletzt) sowie Lotti und Giampà (beide nicht im Aufgebot). Zürich ohne Kempter (gesperrt), Alesevic, Kleber, Kecojevic, Schönbächler und Sarr (alle verletzt) sowie Brecher, Muheim, Kukeli, Rohner und Aliu (alle nicht im Aufgebot). – 27. Cavusevic scheidet verletzt aus.

Verwarnungen: 32. Schmid (Handspiel). 83. Tadic.

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