Fussball
Wo im Aargau FCB und Zürcher Clubs dem FC Aarau die Fans streitig machen

Rund 2300 Dauerkarten verkauft der FC Aarau - mit dem neuen Stadion soll die Zahl steigen. Ein Nachteil: Er ist eingeklemmt zwischen Zürich und Basel – die Hälfte der Aargauer Saisonkartenkäufer pilgert zum FC Basel, jeder fünfte nach Zürich.

Elia Diehl
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Der FC Aarau muss sich die Fans aus dem Aargau mit anderen Grossklubs aus Basel und Zürich teilen.

Der FC Aarau muss sich die Fans aus dem Aargau mit anderen Grossklubs aus Basel und Zürich teilen.

Aargauer Zeitung

Am Samstag startet die neue Super-League-Saison. Der FC Aarau tritt gegen den amtierenden Meister aus Basel an – im Brügglifeld und ohne Gästefans. Der Sektor wurde nach den Ausschreitungen im letzten Meisterschaftsspiel im Mai gesperrt.

Wer nicht eine Saisonkarte besitzt, hat zudem nur sehr beschränkte Möglichkeiten, ein Ticket für das Spiel zu erwerben. Das Ziel ist klar: Keine FCB-Fans im Stadion – auch wenn sie selbst aus dem Aargau kommen. Und das sind ausserordentlich viele.

Der FC-Aarau muss sich seinen Kanton mit den Basler und Zürcher Vereinen teilen. Der Tagesanzeiger hat die letztjährigen Daten der Saisonkarten aller Super-League-Clubs analysiert. Basierend auf den Postleitzahlen aller Inhaber entstand daraus eine Schweizer Fussballfankarte. Diese zeigt: Der FCA ist nur im Südwest-Aargau populär.

Nur ein Drittel ist Aarau-Fan

23'561 Saisonkarten verkaufte der FC Basel letzte Saison – mehr als GC, der FCZ, St. Gallen und YB zusammen. Aber nicht etwa nur in den beiden Basel, sondern in der ganzen Schweiz, vor allem quer über die gesamte Nordwestschweiz bis Zürich und Schaffhausen. Im Aargau ist jeder zweite registrierte Kartenbesitzer ein Basel-Fan.

Auch die Zürcher Klubs bedienen sich am «Fankuchen Aargau». Jeder fünfte Dauerkartenbesitzer ist für GC oder den FC Zürich.

Dem FC Aarau bleiben somit lediglich rund 30 Prozent der Abonnenten. Berücksichtigt man nur die Saisonkarten, beschränkt sich das Einzugsgebiet hauptsächlich auf südlich des Juras (Frick) und westlich des Bareggs.

Beim FC Aarau ist man über die Zahlen nicht überrascht. Das Phänomen ist bekannt. «Auf der anderen Seite des Bareggs beginnt quasi schon Zürich», scherzt FCA-Mediensprecher Remo Conoci.

Der FC Aarau verkauft als Provinzverein mit 2300 Saisonkarten geschätzte zehn Prozent des grossen FCB. «Das ist nicht so schlecht», sagt Remo Conoci, «aber es ist auch klar, dass wir vor allem im Fricktal eine Übermacht des FCB haben.»

Neues Stadion

Die Hoffnungen beim FCA liegen weiter auf dem neuen Stadion im Aarauer Torfeld Süd, das «neue Märkte eröffnen» soll. «Wir wollen die Abonnentenzahlen vor allem durch mehr Komfort und neue VIP-Angebote steigern», sagt Remo Conoci. Damit würden wohl vor allem Geschäftsleute und Firmen – potenzielle Sponsoren – angesprochen, aber auch Familien mit Kindern.

Denn heute verkauft der FCA lediglich 800 Sitzplatz-Dauerkarten auf der Haupttribüne des Brügglifelds. Das neue Stadion böte mit 10'000 gedeckten Sitzplätzen und neuen VIP-Logen ganz andere Voraussetzungen.

Am Gebiet, das sich der FC Aarau mit den anderen Grossklubs teilen muss, wird sich somit kaum etwas ändern. «Wir werden es aber intensiver bewerben können», sagt Mediensprecher Conoci.

Noch muss sich der FCA auf das neue Fussballstadion gedulden, denn gegen die Baubewilligung der Stadt Aarau für den Neubau ist in letzter Sekunde Beschwerde beim Kanton erhoben worden. Derzeit prüft der Regierungsrat die Beschwerde und ob sie rechtzeitig eingetroffen ist.