FC Wohlen
Wo bleiben im Spiel des FC Wohlen die Emotionen und Ideen?

Einen so schwachen Auftritt wie im Derby gegen Aarau (0:2) will Wohlens Ehrenpräsident René Meier heute gegen den FC Vaduz (Anpfiff 20.00 Uhr) nicht mehr sehen

Ruedi Kuhn
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«Ich bin überzeugt, dass wir gegen Vaduz einen anderen FC Wohlen sehen werden.»

«Ich bin überzeugt, dass wir gegen Vaduz einen anderen FC Wohlen sehen werden.»

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Mutlos, harmlos, torlos: Der Auftritt des FC Wohlen gegen den FC Aarau (0:2) im Brügglifeld war schwach. Und er gibt Rätsel auf. «Die Mannschaft wirkte im Derby ziemlich leblos», sagt Ehrenpräsident René Meier. «Ich frage mich, wo die Emotionen und die Ideen geblieben sind. Das Team agierte viel zu vorsichtig. Ich bin sicher, dass der nächste Gegner Vaduz in unserer Reichweite liegt. Gegen die Liechtensteiner will ich einen beherzten Auftritt sehen. Wir haben nur eine Chance, wenn wir mutig und mit viel Selbstbewusstsein spielen.»

Meier fordert im Heimspiel gegen Vaduz also mehr Emotionen, mehr Mut, mehr Leben und mehr Ideenreichtum? Wir geben die Botschaft von Meier an Ranko Jakovljevic weiter. «Es ist wirklich nicht so, dass die Mannschaft leblos ist», sagt der Trainer des FC Wohlen. «Aber es stimmt, dass wir mutiger auftreten müssen. Wir dürfen keine Angst haben. Das Umschaltspiel von der Defensive in die Offensive muss schneller sein als gegen Aarau. Zudem ist jetzt Effizienz gefragt. Ich bin überzeugt, dass wir gegen Vaduz einen anderen FC Wohlen sehen werden als beim 0:2 im Derby.»

Ranko Jakovljevic bleibt optimistisch

Ranko Jakovljevic bleibt optimistisch

Keystone

Jakovljevic ist und bleibt optimistisch. Dies trotz der Tatsache, dass der Saisonstart nach dem Auftaktsieg in Winterthur (3:1) gründlich in die Hosen ging. Seit dem Erfolg gegen die Zürcher gab es in der Meisterschaft ein Unentschieden und fünf Niederlagen. Dazu kam das blamable Cup-Aus gegen Linth 04 (0:4). Jakovljevic aber muss sich trotz der schlechten Resultate zumindest kurzfristig keine Sorgen um seinen Trainerjob machen. Schliesslich gibt es einige Gründe, warum der FC Wohlen in dieser Saison wie schon so oft in den vergangenen 15 Jahren gegen den Abstieg kämpfen muss.

Hoffnungen ruhen auf Schultz

Einerseits gab es im Hinblick auf diese Saison einen Umbruch im Kader. Die Abgänge von Torhüter Joël Kiassumbua, Florian Stahel, Noah Loosli, Marko Muslin, Yannick Schmid, Janick Kamber und Miguel Castroman und die Langzeitverletzung von Janko Pacar führten zu einem grossen Qualitätsverlust. Zu allem Übel hat sich nun auch noch die FCZ-Leihgabe Albin Sadrijaj eine schwere Knieverletzung zugezogen und wird monatelang ausfallen.

Jan Elvedi, eines der jungen Talente bei Wohlen

Jan Elvedi, eines der jungen Talente bei Wohlen

Mario Heller

Nach dem Verjüngungsprozess mit dem Einbau von Talenten wie Aleksandar Cvetkovic, Jan Elvedi, Dragisa Gudelj, Muhamed Seferi und neu auch mit Stürmer-Hoffnung Kilian Pagliuca ist das Team alles andere als eingespielt. Kommt erschwerend hinzu, dass spektakuläre Transfers wegen der beschränkten finanziellen Mittel ganz einfach nicht drinliegen.

Und so werden beim FC Wohlen momentan wieder einmal kleinere Brötchen gebacken. Ein Grossteil der Verantwortung liegt nach wie vor auf den Schultern von Alain Schultz. Der 34-jährige Captain dürfte gegen Vaduz im zentralen, defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen. Dort also, wo er beim Super-Ligisten GC während der Blüte seiner Karriere 2009 und 2010 die besten Spiele abgeliefert hat. Mal schauen, ob Schultz gegen Vaduz wieder einmal den Unterschied ausmachen kann.