FC Aarau

Wird er Sportchef? – die Geheimakte um FCA-Captain Sandro Burki

Sandro Burki ist zurzeit verletzt und hat Zeit, sich Gedanken für die Zeit nach seiner Aktiv-Karriere zu machen. Daniela Frutiger/freshfocus

Sandro Burki ist zurzeit verletzt und hat Zeit, sich Gedanken für die Zeit nach seiner Aktiv-Karriere zu machen. Daniela Frutiger/freshfocus

Seit 2006 spielt Sandro Burki für den FC Aarau. Seit 2016 ist er Rekordspieler des Vereins. Der Captain hat beim FC Aarau nach der aktiven Karriere einen Anschlussvertrag. Wird er Sportchef?

Die folgende Geschichte ist eine Mischung aus Tatsachen, Meinungen und Gerüchten. Sie ist brisant. Brisant deshalb, weil sie schon in einem Jahr zu einer interessanten, aber vor allem vielversprechenden Neuausrichtung in der sportlichen Chefetage des FC Aarau führen könnte.
Zu den Fakten: Es geht um Sandro Burki.

Der 31-jährige Captain und Mittelfeldspieler wird Mitte Juli die zwölfte Saison in Folge beim FC Aarau in Angriff nehmen. Gemäss einer Klausel verlängert sich sein Vertrag nach 22 Einsätzen in dieser Meisterschaft. Um dieses Ziel zu erreichen, fehlen dem zurzeit am rechten Fuss verletzten Burki allerdings noch zwei Spiele.

«Diese zwei Spiele sind für uns kein Thema», sagt der für die Belange der ersten Mannschaft verantwortliche FCA-Vizepräsident Roger Geissberger. «Es ist also egal, ob Sandro diese Partien absolvieren wird oder nicht. Wir haben längst entschieden, dass er auch in der nächsten Saison für den FC Aarau spielen wird. Sandro war im Brügglifeld schon als Junior eine feste Grösse und hat sich im vergangenen Jahrzehnt als Profi einen Namen gemacht. Nicht nur auf, sondern auch neben dem Spielfeld!»

So weit, so gut: Aber jetzt kommt es. Burki hat beim FC Aarau nicht nur einen Spielervertrag bis Ende der nächsten Saison, nein, er hat sogar einen Anschlussvertrag über seine aktive Karriere hinaus. Das heisst: Burki wird nach seinem Rücktritt als Berufsfussballer weiterhin für den FC Aarau arbeiten. In welcher Funktion auch immer.

Seine Rolle nach der Zeit als Profi ist für die Aarauer Führungscrew jetzt schon die eine oder andere Überlegung wert. Das beweist alleine schon die Tatsache, dass sich Roger Geissberger, Sportchef Raimondo Ponte und Burki vor kurzer Zeit zu einem Gespräch unter sechs Augen trafen. Das Thema: Burkis Rolle beim FC Aarau nach der aktiven Laufbahn.

Gelernt von Persönlichkeiten

Burki selbst machte nie ein Geheimnis daraus, dass er nach dem Rücktritt gerne weiterhin für den FC Aarau tätig sein würde. Und er machte auch nie ein Geheimnis daraus, dass ihn nicht in erster Linie das Traineramt reizt, sondern vielmehr der Job des Sportchefs.

Es liegt in der Natur der Sache, dass er sich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht auf die Äste hinauslässt, sondern vielmehr zurückhaltend gibt. «Momentan ist für mich nur klar, dass ich nach der Zeit als Profi in Aarau bleiben werde», sagt er. «Meine Rolle innerhalb des Klubs nach dem Rücktritt ist allerdings offen. Völlig offen.»

Klar ist, dass Burki die Rolle des Aarauer Sportchefs wie auf den Leib zugeschnitten ist. Nach 17 Profijahren mit vielen Hochs und Tiefs bringt er viele Voraussetzungen mit, um das anspruchsvolle Amt ausüben zu können. Er kennt den nationalen Fussball im Allgemeinen und den FC Aarau im Speziellen.

Sandro Burki wurde im April 2016 Rekordspieler des FCA – seine besten Momente im Video:

Sandro Burki - FC Aarau Rekordspieler

  

Beim FCA spielte er unter der Führung von Trainern wie Urs Schönenberger, Ruedi Zahner, Ryszard Komornicki, Gilbert Gress, Jeff Saibene, Martin Andermatt, René Weiler, Sven Christ, Livio Bordoli und Marco Schällibaum. Und er erlebte Sportchefs wie Fritz Hächler, Urs Bachmann und Raimondo Ponte.

Von all diesen Persönlichkeiten konnte der Aarauer Dauerbrenner lernen, wie man es macht oder wie man es nicht macht. Kommt als positiver Aspekt hinzu, dass Burki in der Fussballszene gut vernetzt ist. Er wäre zweifellos ein Sportchef, der frischen Wind, neue Ideen, Konzepte und Strategien in die Reihen des Klubs vom Brügglifeld bringen könnte.

Sandro Burki ist in der Fussballszene gut vernetzt.

Sandro Burki ist in der Fussballszene gut vernetzt.

Und sollte er irgendwann tatsächlich nicht mehr weiter wissen, hat er in seinem engsten Umfeld mit Schwiegervater Fredy Strasser einen Mann, der jahrelang als Trainer und Sportchef gearbeitet hat und über jede Menge Erfahrung verfügt.

Was Burki mit Sicherheit fehlt, ist die Praxis. Aber er ist kommunikativ, lernfähig und zukunftsorientiert. Das beweist sein Einstieg in die Privatwirtschaft. Burki mischt seit kurzem im Gastgewerbe mit und macht sich als Verwaltungsratspräsident der Marco Polo Business Appartements einen Namen. Und Burki ist ehrgeizig.

Mehr noch. Er ist ein Perfektionist. Weil das so ist, wäre er mit Sicherheit auch clever genug, um als Sportchef des FC Aarau den einen oder andern Fachmann und Experten ins Boot zu holen. Und dann ist es im Fussball ja auch so wie im normalen Leben: Aus Erfahrung wird man klug.

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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