Fussball
Wird der FC Wohlen zur Liechtensteiner Spassbremse?

In der fünftletzten Runde der Challenge-League kommt es für den wiedererstarkten FC Wohlen knüppeldick. Nach dem Befreiungsschlag im Abstiegskampf (3:0 gegen Locarno) müssen die Freiämter am Sonntag gegen den voraussichtlichen Aufsteiger Vaduz ran.

Ruedi Burkart
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«Wir haben Selbstvertrauen.» Wohlens Goalie Flamur Tahiraj.

«Wir haben Selbstvertrauen.» Wohlens Goalie Flamur Tahiraj.

Ruedi Burkart

Die Liechtensteiner haben als einziges Team in der Liga noch keines ihrer bisher 16 Heimspiele verloren. «Jede Serie geht einmal zu Ende», so Wohlens Keeper Flamur Tahiraj lapidar. Grund zum Optimismus geben Wohlens jüngste Resultate gegen Vaduz. Nach einer 1:4-Niederlage auswärts holten die Freiämter in der Vor-Sforza-Zeit in den beiden Heimspielen je ein 1:1-Remis.

Vaduz reicht ein Punkt

Für die Vaduzer präsentiert sich die Ausgangslage äusserst verheissungsvoll. Mit Schaffhausen hat am Samstag der einzige verbliebene Konkurrent um den Aufstieg beim 2:3 gegen Wil Punkte liegen lassen. Holen die Vaduzer am Sonntag gegen den krassen Aussenseiter Wohlen einen Punkt, wäre die Rückkehr in die Super League nach fünf Jahren auch rechnerisch besiegelt.

Und die Freiämter würden wohl auch den einen oder anderen Spritzer Champagner abbekommen. Die Klubverantwortlichen haben alles für einen würdigen Rahmen vorbereitet und offerieren heute Gratiseintritt. Dass das Team von Trainer Giorgio Contini in der höchsten Liga nicht überall mit offenen Armen empfangen wird, ist kein Geheimnis. Einerseits bringen die Liechtensteiner kaum Fans an ihre Auswärtsspiele, andererseits wiesen sie in ihrer bisher einzigen SL-Saison einen bescheidenen Schnitt von nicht einmal 2200 Fans pro Heimspiel auf.

Hoffen auf den Exploit

Die Freiämter hoffen auf einen ähnlichen Exploit wie vor fünf Wochen beim 5:1 in Genf gegen Servette – neben vier Remis und 10 Niederlagen übrigens Wohlens bisher einziger Sieg auf fremdem Terrain. «Wir müssen uns nicht verstecken und reisen mit Selbstvertrauen nach Vaduz», so Tahiraj, «zudem gehe ich davon aus, dass Vaduz uns unterschätzen wird.» Beim vierten und letzten «Ländlespiel» in dieser Saison fehlt dem FC Wohlen neben den Langzeitverletzten auch der gesperrte Mittelfeldspieler Mario Schönenberger. Bei Vaduz fällt Pavel Pergl monatelang aus. Der 36-jährige Verteidiger zog sich beim 2:0-Sieg gegen Servette einen Kreuzbandriss zu.

Bereits vor vier Tagen hatten die Vaduzer Grund zur Freude. Mit 6:0 gewannen sie den Liechtensteiner Cupfinal gegen 1.-Ligist Eschen/Mauren und sicherten sich damit die erneute Teilnahme am Europacup. Im 69. Endspiel holten sich die Hauptstädter bereits zum 42. Mal den Pott.