2. Liga AFV

Wird aus dem Zwei- plötzlich ein Dreikampf?

Noch liegen Basil Gmür (rechts) und der SC Schöftland obenauf, zum Leidwesen von Kölliken und Marco Werthmüller.

Noch liegen Basil Gmür (rechts) und der SC Schöftland obenauf, zum Leidwesen von Kölliken und Marco Werthmüller.

Zum Rückrundenauftakt trifft der Tabellenführer SC Schöftland heute (18 Uhr) im Derby auf den Tabellendritten FC Kölliken.

Es ist der Kracher schlechthin zum Auftakt in die regionale 2.-Liga-Rückrunde: Der SC Schöftland bittet als Tabellenführer den drittplatzierten FC Kölliken heute Abend (18 Uhr) zum Derby-Tanz auf den heimischen Rütimatten. Auch weil die Schöftler sechs Punkte mehr auf dem Konto haben, wähnen sie sich vor dem Spitzenspiel in der Favoritenrolle. Nachdem die Mannschaft von Trainer Jürg Widmer zwei Niederlagen zum Saisonstart hatte einstecken müssen, setzte sie im weiteren Verlauf der Vorrunde zum Höhenflug an und feierte in elf Meisterschaftspartien zehn Siege.

Verstecken muss sich der FC Kölliken vor dem bisherigen Dominator aber keineswegs. Die Truppe von Trainer Marco Tovagliaro, die den SCS in der Hinrunde mit einem 5:2-Heimsieg in die Schranken wies, überraschte im Herbst mit ihrer erfolgreichen Spielweise und überwinterte in Sichtweite zu den Schöftlern. Angesichts dieser spannenden Situation hat das heutige Derby für beide Seiten einen wegweisenden Charakter. Grund genug also, um vor dem Start in die zweite Saisonhälfte den Puls bei SCS-Captain Basil Gmür und seinem Pendant in Kölliken, Marco Werthmüller, zu fühlen.

Welche Bedeutung hat das Derby zum Rückrundenauftakt für Sie?

Basil Gmür: Für mich als Schöftler ist das natürlich ein spezielles Spiel. Ausserdem haben wir noch eine offene Rechnung mit dem FC Kölliken zu begleichen, der Frust nach der 2:5-Klatsche in der ersten Vorrundenpartie sass tief.

Marco Werthmüller: Diese Partie zum Start in die Rückrunde hat für mich in vielerlei Hinsicht eine grosse Bedeutung. Wir wollen unseren 5:2-Erfolg aus der Vorrunde bestätigen und zeigen, dass dieser Sieg keine einmalige Sache war.

Was spricht bei Ihrer Mannschaft für den Derby-Sieg?

Gmür: Einerseits die Entwicklung, welche wir in der Vorrunde hingelegt haben. Zum anderen stimmt mich unsere gute Vorbereitung in der Winterpause zuversichtlich. Wir haben viel gearbeitet und die Trainings positiv gestaltet.

Werthmüller: Neben der Moral und dem Willen sicherlich unsere Kampfbereitschaft. Wir wollen gegen Schöftland da anknüpfen, wo wir im letzten Herbst aufgehört haben.

Kann der SC Schöftland in der Rückrunde noch von der Tabellenspitze verdrängt werden?

Gmür: Unser Vorsprung beträgt nur zwei Punkte, nach einem Spiel kann es bereits wieder anders aussehen. Alles ist offen, aber wir sind eine junge Mannschaft, die oben bleiben und das Erarbeitete nicht aus den Händen geben will.

Werthmüller: Als Leader befindet sich der SC Schöftland in der Favoritenrolle, das gilt auch für das heutige Derby. Holen wir allerdings die drei Punkte, dann wird es nochmals eng.

Schafft der FC Kölliken den Sprung auf den 2.-Liga-Leaderthron?

Gmür: Sollte das ihr Ziel sein, ist für sie ein Sieg im Derby Pflicht. Verlieren wir, wird aus dem Zwei- ein Dreikampf mit dem FC Gränichen. Ich erwarte ohnehin eine ausgeglichenere Rückrunde, in der keine Mannschaft nochmals 30 Punkte holt.

Werthmüller: Es ist zwar nicht unser Saisonziel, aber wenn die Tabellenspitze drinliegt, geben wir alles dafür. Wir wollen diese Situation so lange wie möglich geniessen – reicht es am Ende für den Aufstieg, ist das umso toller.

Was darf man in der Rückrunde von Ihrer Mannschaft erwarten?

Gmür: Wir haben uns gut verstärkt und weitergearbeitet. Das Kader ist jung und ehrgeizig, uns darf man ruhig etwas zutrauen. Wir sind bereit, auch wenn alles erst gespielt sein muss.

Werthmüller: Bedingungslosen Einsatz und den Willen, jedes Spiel zu gewinnen. Wir sind zwar kein Barcelona, das «Tiki-Taka» spielt. Dennoch versuchen wir, ein einfaches, effizientes und tadelloses Spiel aufzuziehen.

Auf welche Bereiche wurde in der Vorbereitung besonders geachtet?

Gmür: Neben der physischen Arbeit standen gewisse taktische Elemente und die Spielauslösung im Vordergrund. Als frisch zusammengewürfelte Mannschaft hatten wir in der Vorrunde nicht viel Zeit, um uns diesen Punkten zu widmen.

Werthmüller: Vor allem läuferisch und konditionell wurde gearbeitet. Die Platzverhältnisse boten keine guten Voraussetzungen, um an der Balltechnik zu feilen. Zudem förderte ein gemeinsames Wochenende in Stuttgart den Teamgeist.

Erfüllt Sie das Tragen der Captainbinde mit besonderem Stolz?

Gmür: Ich wohne in Schöftland und habe hier das Fussballspielen erlernt, deshalb macht mich das schon stolz. Schliesslich ist es nicht selbstverständlich.

Werthmüller: Ja, sicher. Ich bestreite meine 16. Saison mit der ersten Mannschaft des FCK und trage als verlängerter Arm des Trainers auf dem Platz gerne die Verantwortung. Ich versuche, das Team weiterzubringen und junge Spieler zu integrieren.

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