UNIHOCKEY 1. LIGA

«Wir wollen zurück in die NLB» – so steht es um die Aargauer Teams vor den Playoffs

Kann sich Unihockey Mittelland gegen Unihockey Baden-Birmenstorf durchsetzen?

Kann sich Unihockey Mittelland gegen Unihockey Baden-Birmenstorf durchsetzen?

Am kommenden Wochenende starten in der 1. Liga die Playoffs. Während Unihockey Baden-Birmenstorf auf den Kantonsrivalen Unihockey Mittelland trifft, will sich Lok Reinach gegen den TSV Unihockey Deitingen durchsetzen. Grosse Ziele haben sich dabei alle drei Aargauer Teams gesteckt.

Eines ist jetzt schon klar: Für ein Aargauer Team wird in der 1. Liga der Traum vom Aufstieg auch nach dem Playoff-Viertel­final weitergehen. Zwischen Unihockey Mittelland und ­Unihockey Baden-Birmenstorf kommt es nämlich zum Kantonsderby. Nebenbei kämpft Lok Reinach gegen den TSV Unihockey Deitingen aus dem Kanton Solothurn um den Einzug in den Halbfinal.

Die Maschinerie läuft bei Unihockey Baden-Birmenstorf. Mit 16 Siegen und 6 Niederlagen (davon eine nach Verlängerung) zieht das Team von Cheftrainer Valentin Spahr auf Rang drei in die Playoffs ein und kann damit an den Erfolg der letztjährigen Saison anknüpfen. «Unser Team ist im Vergleich zur vergangenen Spielzeit praktisch gleich ge­blieben, punktuell haben wir uns sogar noch verstärkt. Diese Kontinuität vereinfacht uns die Arbeit», betont der zufriedene Coach. Der Erfolg zeige, dass der Weg, den man nach dem Aufstieg im Jahr 2017 eingeschlagen habe, richtig gewesen sei.

Nun trifft Spahr mit seinem Team auf den Kantonsrivalen Unihockey Mittelland, der sich mit 11 Punkten weniger auf dem Konto an sechster Stelle für die Playoffs qualifiziert hat. «Geht es nach der Tabelle, sind wir ­Favorit, aber ich bin vorsichtig, es ist eine Best-of-Three-Serie, da kann vieles passieren», erklärt Spahr.

«Können jedes Team bezwingen»

Dass diese Viertelfinalserie kein Selbstläufer wird, zeigen auch die zwei Partien aus der ­regulären Saison. Unihockey ­Baden-Birmenstorf gewann zwar das Hinspiel mit 6:4, musste sich aber auswärts in Olten mit 2:4 geschlagen geben. «Dieser Viertelfinal ist ziemlich offen. Wir müssen effizienter auftreten als beim letzten Direktduell, sonst wird es sehr schwierig», sagt Spahr. Er sei jedoch überzeugt, dass sein Team eine gute Chance auf das Weiterkommen habe, wenn das Potenzial der Mannschaft abgerufen werden kann.

Vom Aufstieg will Trainer Spahr allerdings noch nichts wissen: «Wir wollten schnell den Klassenerhalt sichern. Das haben wir geschafft. Jetzt nehmen wir es Schritt für Schritt. Ein fixes Ziel für die Playoffs wurde nicht vereinbart.»

Ebenfalls noch kein Thema ist der Aufstieg beim Gegner Unihockey Mittelland. «Wenn du als Sechster in die Playoffs kommst, brauchst du von NLB-­Träumen nicht zu sprechen», sagt Björn Karlen. Trotzdem ist er zufrieden mit der bisherigen Leistung: «Die spielerische Entwicklung gefällt mir sehr. Wenn wir unsere Topleistung abrufen, können wir jedes Team be­zwingen.»

Allerdings fehle der jungen Mannschaft manchmal auch noch ein bisschen die Reife: «Wir hatten ein paar unnötige Ausrutscher», so Karlen. Die mangelnde Konstanz führt der Trainer auch auf die vielen Absenzen zurück. Über die Saison verteilt, musste er insgesamt auf acht Spieler verzichten.

«Unsere Schwäche kann auch unsere Stärke sein»

Nun freut sich Karlen auf eine spannende Affiche gegen den Kantonsrivalen. «Durch unseren Standort haben wir einige ­Derbys, allerdings waren die bisherigen Duelle gegen Baden-­Birmenstorf bis jetzt immer besonders intensiv und emotional, die Spiele haben auf jeden Fall einen Derbycharakter.» Karlen weiss aber auch, dass sein Team vor einer schwierigen Hürde steht: «Unser Gegner hat enorm viel individuelle Qualität im ­Kader. Dadurch können sie in der Offensive sehr viel riskieren. Wenn sie einen guten Tag er­wischen, dann sind sie dadurch fast nicht zu verteidigen.»

Den Schlüssel zum Erfolg sieht Karlen in der Geduld: «Wir müssen diszipliniert auftreten und im richtigen Moment zuschlagen.» Das Wichtigste sei, dass sein Team Spass habe
und unbekümmert aufspielen kann: «Was manchmal unsere ­Schwäche ist, kann auch unsere Stärke sein. Ausserdem haben wir nicht viel Druck, das könnte uns zusätzlich helfen.» Natürlich habe man nach dem knappen Ausscheiden gegen den Top­favoriten Bern Capitals im letztjährigen Viertelfinal Hunger auf mehr, aber man befinde sich mit einem dezimierten Kader immer noch in einem Lernprozess, erklärt Karlen. «Der Einzug in den Halbfinal wäre für uns bereits ein grosser Erfolg.» 

«Wir haben nur ein Teilziel erreicht»

Bei Lok Reinach will man sich mit dem Erreichen der Playoffs nicht zufrieden geben: «Wir haben nur ein Teilziel erreicht. Es ist kein Geheimnis, dass wir kurz- bis mittelfristig wieder zurück in die NLB ­wollen», betont Cheftrainer Marcel Kling. Dementsprechend müsse der Aufstieg das Ziel sein.

Für Lok Reinach verlief die letzte Doppelrunde mit zwei Niederlagen besonders bitter: «Der Abschluss der regulären Saison ist uns überhaupt nicht geglückt. Beim Blick auf die ­Tabelle ist dies sehr ärgerlich, wir hätten auch als Zweiter in die Playoffs einziehen können», sagt Kling. Nun will der Cheftrainer jedoch schnell nach ­vorne schauen. Mit dem TSV Unihockey Deitingen wartet bereits in der ersten Runde ein schwerer Brocken auf die Rei­nacher. In der Qualifikation ­resultierte ein 8:5-Sieg und eine 1:8-Niederlage aus den beiden Partien gegen die Solothurner.

«Natürlich ist es unser Anspruch diese Serie zu gewinnen, aber das wird ein Duell auf Augen­höhe», sagt Kling. Der TSV Deitingen habe viel individuelle Klasse im Team, ausserdem müsse man gegen ihr körper­betontes Spiel dagegenhalten können, um die Viertelfinal-
Serie für sich zu entscheiden, erklärt Kling. Der Trainer gibt sich aber optimistisch: «Die Qualität im Kader ist gross, die Linien sind ausgeglichen und wir sind physisch auf einem sehr guten Stand. Unsere Verfassung stimmt, wir sind bereit für diese Playoffs.»

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