FC Aarau
«Wir wollen Lausanne nervös machen»: Was sich FCA-Präsident Alfred Schmid vom Spitzenspiel erhofft

Vor dem Barrage-Knüller des FC Aarau gegen die Waadtländer sprechen der Präsident, der Trainer, der Sportchef, der Captain und die Klub-Fotografin über ihre Gefühle, Wünsche und Erwartungen. Sie alle sind sich einig: Der Ausgang der Partie entscheidet, ob der FCA die Weichen in Richtung Barrage stellen kann oder nicht.

Ruedi Kuhn
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Das erste Heimspiel des FC Aarau gegen Lausanne im Dezember war ein Spektakel und endete 2:2. Varol Tasar (M.) erzielte das frühe 1:0 für den FCA.

Das erste Heimspiel des FC Aarau gegen Lausanne im Dezember war ein Spektakel und endete 2:2. Varol Tasar (M.) erzielte das frühe 1:0 für den FCA.

Marc Schumacher/freshfocus

Heiss auf Lausanne, heiss auf die Barrage, heiss auf die Super League! Der FC Aarau träumt fünf Runden vor Schluss vom Aufstieg. Träume sind erlaubt. Aber Träume sind oft Schäume. Noch ist ein Platz in der höchsten Spielklasse in weiter Ferne.

Erst einmal geht es um Rang zwei, um den Barrage-Platz also, der Ende Mai/Anfang Juni die Aufstiegsspiele gegen den Neunten der Super League möglich macht. Der FC Aarau kann im Spitzenspiel gegen Lausanne am Samstag im Brügglifeld die Weichen in Richtung Barrage stellen. Mehr nicht.

Fünf Punkte beträgt der Rückstand der Aarauer auf die Waadtländer. Mit einem Sieg könnte der FCA den Rückstand auf zwei Zähler verkürzen. Am nächsten Freitag gastiert Lausanne in Genf und muss zum Derby gegen Servetteantreten. Der FCA spielt in Schaffhausen. Im besten Fall grüssen die Aarauer am Samstag, 11. Mai, kurz vor 19.30 Uhr von Rang zwei ...

Gemach, gemach: Erst braucht es einen Erfolg gegen Lausanne. Klar ist: Nach dem 2:1-Sieg gegen Servette grassiert rund um den FC Aarau das Fussballfieber. Im Vorfeld des Spiels zwischen Aarau und Lausanne sprechen FCA-Präsident Alfred Schmid, Trainer Patrick Rahmen, Sportchef Sandro Burki, Captain Gianluca Frontino und FCA-Fotografin Sarah Rölli über ihre Gefühle, Erwartungen und Wünsche.

Alfred Schmid, Präsident FC Aarau:

Für FCA-Präsident Alfred Schmid geht es «Um alles oder nichts» in der Partie gegen Lausanne.

Für FCA-Präsident Alfred Schmid geht es «Um alles oder nichts» in der Partie gegen Lausanne.

Freshfocus

«Für mich ist FC Aarau gegen Lausanne ein Final. Ich liebe Spiele mit Cup-Charakter. Es geht um alles oder nichts. Wir müssen gewinnen und wollen Lausanne nervös machen. Unsere Spieler strahlen seit Wochen und Monaten eine extreme Winner-Mentalität aus. Das beste Beispiel ist Stefan Maierhofer. Keiner versteht es so gut wie der Österreicher, die Mitspieler zu motivieren und anzustacheln. Er ist eine markante Persönlichkeit. Die Euphorie rund um die Mannschaft ist gross. Aber es ist nicht nur das Team, das mich überzeugt. Auch der Trainerstab mit Patrick Rahmen an der Spitze zieht an einem Strick.

Das Spiel wird ein Spektakel

(Quelle: Alfred Schmid)

Und Sportchef Sandro Burki ist es gelungen, ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. Ich spüre bei allen Beteiligten, dass sie sich mit dem FCA identifizieren. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Klar ist, dass der FCA gegen ein starkes Lausanne die Unterstützung der Zuschauer braucht. Die Fans müssen die Rolle des zwölften Mannes spielen. Ich gehe mit einem guten Gefühl ins Brügglifeld und freue mich, dass unser Sportminister Alex Hürzeler mit dabei ist. Das Spiel wird ein Spektakel. Ich rechne mit rund 5000 Zuschauern. Ich glaube an viele Tore und tippe auf einen 3:2-Sieg des FCA.»

Patrick Rahmen, Trainer FC Aarau:

«Die Erfolge der vergangenen Wochen und Monate sind der Beweis für die Solidarität untereinander.» - Patrick Rahmen, Trainer des FC Aarau.

«Die Erfolge der vergangenen Wochen und Monate sind der Beweis für die Solidarität untereinander.» - Patrick Rahmen, Trainer des FC Aarau.

Pascal Muller/freshfocus

«Für mich ist es eine Genugtuung, dass der FC Aarau immer noch um den Barrage-Platz kämpfen kann. Ich freue mich für den Trainerstab, für die Spieler, für die Angestellten des Vereins und für die treuen Fans. Die Erfolge der vergangenen Wochen und Monate sind der Beweis für die Solidarität untereinander. Nach dem verpatzten Saisonstart ging es um meinen Job als Trainer. Nachdem wir nach elf Spielen nur vier Punkte hatten, wusste ich, dass ich jetzt nicht weitere fünf Spiele verlieren darf. Aber ich hatte keine Angst, zu scheitern. Nie!

Ich wusste um die Qualität der Mannschaft

(Quelle: Patrick Rahmen)

Meine Energie war immer da. Zudem spürte ich das Vertrauen von Sportchef Sandro Burki und das Vertrauen des Verwaltungsrats. Ich wusste um die Qualität der Mannschaft. Ich wusste, dass ein Erfolgserlebnis den Turnaround auslösen kann. Es war wichtig, dass wir nach dem schlechten Start auf dem Transfermarkt aktiv wurden. Die Verpflichtungen von Nicolas Bürgy, Stefan Maierhofer und Goran Karanovic haben die Qualität des Kaders verbessert. Und das kurzfristig anberaumte Trainingslager im Allgäu löste bei den Spielern eine positive Reaktion aus. Es hat die Spieler zusammengeschweisst.»

Sandro Burki, Sportchef FC Aarau

Sandro Burki, Sportchef: «Für mich war es eine verrückte Saison mit vielen Höhepunkten und vielen Tiefschlägen.» Sandro Burki, Vertreter FC Aarau, bei der Diskussion zum Thema „Team Aargau“, am 28. Juli 2018 im Stadion Esp, Fislisbach.

Sandro Burki, Sportchef: «Für mich war es eine verrückte Saison mit vielen Höhepunkten und vielen Tiefschlägen.» Sandro Burki, Vertreter FC Aarau, bei der Diskussion zum Thema „Team Aargau“, am 28. Juli 2018 im Stadion Esp, Fislisbach.

SEVERIN BIGLER

«Ich bin in erster Linie stolz auf die Mannschaft, den Trainerstab, alle Mitarbeiter und alle Fans des FC Aarau. Sie haben trotz des schlechten Saisonstarts grossartige Arbeit geleistet. Ich spürte bei allen Leuten im Umfeld des FC Aarau eine grosse Solidarität. Für mich war es eine verrückte Saison mit vielen Höhepunkten und vielen Tiefschlägen. Ich habe viel gelernt. Das Wichtigste für mich war, dass ich sowohl in guten wie in schlechten Zeiten sachlich und positiv bleibe. Obwohl der FC Aarau jetzt um den Barrage-Platz kämpft, hat keiner vergessen, woher wir kommen. Der FC Aarau war bis im Herbst des vergangenen Jahres Tabellenletzter.

Der FC Aarau lebt

(Quelle: Sandro Burki)

Wir hatten elf Spiele, vier Punkte. Aus den vergangenen 20 Spielen hat der FC Aarau 47 Punkte geholt. Das ist sensationell. Es ist aber wichtig, dass wir bescheiden bleiben und nach vorne blicken. Das Foto von der rauschenden Siegesfeier in der Garderobe nach dem 2:1-Erfolg gegen Servette zeigt, dass der FC Aarau lebt. Es war eine Ausnahmesituation, die ich auf spontane Art und Weise mit einigen Handy-Bildern festgehalten habe. Wir wissen, dass der Barrage-Platz nach diesem Sieg in Griffweite ist. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir die Unterstützung der Fans. Es wäre schön, wenn gegen Lausanne mehr als 4000 Zuschauer ins Brügglifeld kommen würden. Ich kann eines versprechen: Der FC Aarau wird auf Sieg spielen, muss aber aufpassen, dass er bei aller Offensive die Kontrolle nicht verliert.»

Gianluca Frontino, Captain FC Aarau

«Gewinnen wir auch dieses Spiel, ist alles möglich.» - Captain Gianluca Frontino setzt alle Karten auf den Kracher gegen die Westschweizer.

«Gewinnen wir auch dieses Spiel, ist alles möglich.» - Captain Gianluca Frontino setzt alle Karten auf den Kracher gegen die Westschweizer.

Marc Schumacher/freshfocus

«Mal ganz ehrlich: Nachdem ich meinen Rücktritt vom Profifussball bekannt gab, hat kaum noch jemand mit mir gerechnet. Für mich ist das Tor zum 1:1 gegen Servette eine Genugtuung. Und das Tor ist die Bestätigung, dass ich auf dem Niveau der Challenge League immer noch mithalten kann. Ich konnte also ein Zeichen setzen. Ein Zeichen, das mir guttut.

Jetzt muss es ‹choche› im Brügglifeld

(Quelle: Gianluca Frontino)

Aber dieses Zeichen widme ich in erster Linie der Mannschaft, die in den vergangenen Wochen ganz stark gespielt hat. Und nun kommt Lausanne ins Brügglifeld. Gewinnen wir auch dieses Spiel, ist alles möglich. Dann sind wir im Vergleich mit den Waadtländern vier Runden vor Schluss von der psychologischen Seite her im Vorteil. Natürlich möchte ich meinen Teil für einen gelungenen Abschluss der Saison beitragen. Ich bin fit und bereit für weitere Einsätze. Nun wünsche ich mir für das Spiel gegen Lausanne ein gut gefülltes Stadion mit an die 5000 Zuschauern. Jetzt muss es ‹choche› im Brügglifeld!»

Sarah Rölli, Fotografin FC Aarau

Fotografin Sarah Rölli über den Sieg gegen Servette: «Das macht Mut für das Spiel gegen Lausanne.»

Fotografin Sarah Rölli über den Sieg gegen Servette: «Das macht Mut für das Spiel gegen Lausanne.»

Sarah Rölli

«Auf gehts! Gegen Lausanne kann ein entscheidender Schritt für den weiteren Verlauf der Saison gemacht werden. Meine Vorfreude ist riesig. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie für grosse Aufgaben bereit ist, und hat sich einen grossen Publikumsaufmarsch verdient.Dass es in dieser Phase der Meisterschaft noch um den Barrageplatz gehen könnte, haben im Herbst wahrscheinlich nur unverbesserliche Träumer wie ich geglaubt. Natürlich hat die brutale Anfangsphase auch bei mir Spuren hinterlassen. An der Liebe zu meinem Verein hat sich nichts verändert und auch an der Mannschaft habe ich nie gezweifelt, doch hat es enorm wehgetan zu sehen, dass die Mannschaft wie auch der Staff in der Öffentlichkeit zerrissen wurden und die Zuschauerzahlen sanken.

Mit Tränen in den Augen bin ich am Spielfeldrand gestanden

(Quelle: Sarah Rölli)

Der Wendepunkt aus meiner Sicht war das Auswärtsspiel in Chiasso, als wir als Schlusslicht anreisten und nach 85 Spielminuten im Hintertreffen lagen; mit Tränen in den Augen bin ich am Spielfeldrand gestanden, um nur wenige Minuten später – nach der spektakulären Wende – einen kapitalen Sieg zu feiern. Seither erlebe ich eine meiner schönsten Zeiten mit dem FCA. Zuletzt war der Erfolg in Genf herausragend – unbeschreiblich, nach so vielen Jahren endlich mit drei Punkten aus dem Stade de Genève heimreisen zu dürfen. Das macht Mut für das Spiel gegen Lausanne.»

Die besten Bilder aus den vergangenen Begegnungen:

FC Lausanne-Sport - FC Aarau (09.03.2019)

FCA-Torhüter Djordje Nikolic (3.v.l.) musste heute mehrmals eingreifen.
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Beide Teams wollen heute auf der Pontaise punkten.
Lucas Pos (l.) gegen Petar Misic (r.).
Bereits in der vierten Minute kassierte Lucas Pos (r.) eine gelbe Karte für ein Foulspiel an Petar Misic (l.).
Per-Egil Flo (l.) im Duell mit Varol Tasar (r.).
Nicolas Bürgy (h.) versucht den immer wieder torgefährlichen Anthony Koura (v.) zu stoppen.
Die Lausanner sind offensiv stärker als der FC Aarau, Markus Neumayr (r.) kämpft gegen Lucas Pos (l.).
Varol Tasar (2.v.r.) startet den Versuch, Stjepan Kukuruzovic (2.v.l.) aufzuhalten.
Um den Lausanner Anthony Koura zu stoppen, braucht es mit Elsad Zverotic (l.) und Nicolas Bürgy (r.) gleich zwei Aarauer.
Der Ex-Aarauer Nganga (links) im Duell mit Markus Neumayr
Lausanne ist trotz zwei grossen Chancen noch nicht in Führung gegangen. Linus Obexer (l.) blockt hier einen Schuss von Joel Geissmann (r.) ab.
Kurz vor der Pause wehrte sich Elsad Zverotic (r.) gegen Adilson Cabral (l.) und Noah Loosli (M.) und wagte einen Fernschuss.
Marco Schneuwly (M.) bildet heute die Sturmspitze und umkurvt hier Igor Nganga (l.) und Adilson Cabral (r.).
Elsad Zverotic (l.) hat hier zwar gegen Roman Buess (r.) das Nachsehen, seit dem Platzverweis von Pos ist Aarau aber deutlich besser geworden.
Elsad Zverotic (v.) gegen Per-Egil Flo (h.): Der FC Aarau ist nun spielbestimmend.
Erlösung für Nicolas Schindelholz (h.)? Sein Duellgegner Anthony Koura (v.) wird in der 75. Minute durch Oliveira ersetzt.
Marco Schneuwly (v.) übertrumpft Igor Nganga (h.).
Raoul Giger (l.) hat sichtlich Mühe, den Lausanner Anthony Koura (r.) aufzuhalten.
FCA-Spieler Nicolas Schindelholz (l.) gegen den Lausanner Joao Oliveira (r.) - ein Duell auf Augenhöhe.
Eine wahre Stolperpartie, nicht nur für den Aarauer Raoul Giger (l.) und Stjepan Kukuruzovic (r.) aus Lausanne.
Kollektive Enttäuschung nach dem 0:0 bei Nicolas Getaz (l.), aber auch bei den zwei Aargauern Nicolas Buergy (M.) und Nicolas Schindelholz (r.)

FCA-Torhüter Djordje Nikolic (3.v.l.) musste heute mehrmals eingreifen.

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FC Aarau - FC Lausanne-Sport (02.12.2018)

FC Aarau - FC Lausanne (02.12.2018)
14 Bilder
Marcco Schneuwly am Ball.
Trotz den schlechten Wetterbedingungen hat es einige Aarau-Anhänger ins Brügglifeld verschlagen.
Tasar bringt Aarau in Führung.
Doch die Freude währt nicht lange: Lausanne gleicht postwendend aus.
Joao Oliveira trifft.
Kukuruzovic schlittert über den nassen Rasen.
Die Aarauer jubeln. Tasar erzielt das 1:0.
Olivier Jäckle im Zweikampf mit Puertas.
Jäckle stoppt Puretas.
Varol Tasar bringt Aarau in Führung.
Jäckle attackiert Kukuruzovic.
Lausannes Lucas Pos gegen den am Boden liegenden Petar Misic.
Es ist ein umkämpftes Spiel: Hier nehmen Obexer und Jäckle Kukuruzovic in die Mangel.

FC Aarau - FC Lausanne (02.12.2018)

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FC Lausanne-Sport - FC Aarau (21.09.2018)

vlnr, Nicolas Schindelholz, Linus Obexer, Torschütze Varol Tasar, Stefan Maierhofer, Norman Peyretti und Elsad Zverotic (Aarau) jubeln nach dem Tor zum 0:1.
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Trainer Patrick Rahmen führt seine Aarauer zum ersten Punkt der Saison.
Alexandre Pasche (Lausanne) gegen Nicolas Schindelholz (Aarau)
Elsad Zverotic (Aarau) gegen Francesco Margiotta (Lausanne)
Trainer Patrick Rahmen (Aarau)
Noah Loosli (Lausanne) gegen Varol Tasar (Aarau)
Torhüter Thomas Castella (Lausanne) gegen Varol Tasar (Aarau)
Stefan Maierhofer (Aarau) gegen Noah Loosli (Lausanne)
Joel Geissmann (Lausanne) gegen Elsad Zverotic (Aarau)
Nicolas Schindelholz (Aarau) gegen Nicolas Getaz (Lausanne)
Nicolas Getaz (Lausanne) gegen Raoul Giger (Aarau)
Stefan Maierhofer (Aarau) gegen Adilson Cabral (Lausanne)
Lausanne - FC Aarau (21.09.18)
Nicolas Schindelholz (Aarau) gegen Francesco Margiotta (Lausanne)
Joao Oliveira (Lausanne) gegen Linus Obexer (Aarau)
Raoul Giger (Aarau) gegen Nicolas Getaz (Lausanne)
Noah Loosli (Lausanne) gegen Nicolas Schindelholz (Aarau, M) und Stefan Maierhofer (Aarau, R)
Die Mannschaften betreten das Stade Olympique de la Pontaise.

vlnr, Nicolas Schindelholz, Linus Obexer, Torschütze Varol Tasar, Stefan Maierhofer, Norman Peyretti und Elsad Zverotic (Aarau) jubeln nach dem Tor zum 0:1.

Pascal Muller/freshfocus

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