HSC Suhr Aarau

«Wir wollen jedes Spiel gewinnen» - Trainer Misha Kaufmann im Interview

HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann

HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann

Misha Kaufmann und der HSC Suhr-Aarau starten bald in die neue NLA-Saison. Neben dem Cup will sich Kaufmann auch noch für die Playoff-Halbfinals qualifizieren, denn für den Trainer ist es wichtig, dass die Mannschaft mit einer Gewinner-Mentalität auftritt und jedes Spiel gewinnen will

Die Saison 2017/18 hat einige Änderungen parat. Unter anderem werden rund 20 Spiele live im TV auf MySports laufen, ihr spielt bis Weihnachten vier Spiele weniger in der Meisterschaft als im Vorjahr, dafür werden bereits ab dem Viertelfinal Playoffs gespielt werden. Wie siehst du diese Veränderungen?

Misha Kaufmann: «Das wird eine grosse Umstellung für die ganze Liga, nicht nur für uns. Beim Modus sind uns beispielsweise insbesondere der Grund für die beiden Paarungen gegen den BSV Bern (als Gegner der anderen Gruppe und gegenüber nur einer Partie gegen die anderen Teams dieser Gruppe) noch immer nicht ganz klar. Ich finde es schade, dass wir dadurch vier Spiele weniger bestreiten – uns als HSC Suhr Aarau haben diese überhaupt nicht gestört, im Gegenteil – uns gehen dadurch auch Einnahmen verloren. Ich verstehe es aber natürlich aus dem Blickwinkel der international vertretenen Teams, denen dies sicher zu Gute kommt.»

Welcher Spieler aus deinem Kader hat dich in der Vorbereitung besonders beeindruckt und was war der Grund dafür?

«Wer mich kennt weiss, dass ich nicht einzelne Spieler hervorhebe – für mich zählt einzig das Kollektiv. Wir hatten wohl noch nie eine solch starke, ausgeglichene Mannschaft wie diese Saison. Sie steht füreinander ein und lebt miteinander auf und abseits des Spielfelds – das ist das Wichtigste für mich!»

Was ist die grösste Herausforderung die in der kommenden Saison auf dich und deine Mannschaft zukommt?

«Das wir unsere intern gesteckten, hohen Ziele erreichen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und müssen schauen, wie wir dies schaffen!»

Welche Schlagzeile möchtest du über dich bzw. dein Team während der Saison gerne lesen?

«Gute Frage – dass wir den Schweizer Cup gewonnen haben und in den Playoff-Halbfinals stehen.»

Aarau, 27.11.2016. Sport, Handball NLA 2016/2017. HSC Suhr Aarau - HC Kriens. Jubel bei Patrick Strebel (Mitte) und seinen Kollegen. Copyright by: foto-net / Alexander Wagner Handball, NLA: HSC Suhr Aarau - HC Kriens

Der HSC Suhr Aarau will grosses erreichen

Aarau, 27.11.2016. Sport, Handball NLA 2016/2017. HSC Suhr Aarau - HC Kriens. Jubel bei Patrick Strebel (Mitte) und seinen Kollegen. Copyright by: foto-net / Alexander Wagner Handball, NLA: HSC Suhr Aarau - HC Kriens

Die Kadetten gewannen zuletzt 8 von 9 möglichen Meisterschaften – wird Schaffhausen wieder Meister oder siehst du eine Mannschaft, die die Serie durchbrechen kann? Mit welcher Platzierung deiner Mannschaft wärst du zufrieden?

«Der grosse Favorit wird natürlich Schaffhausen sein – mit ihrem Budget müssen sie einfach um die Meisterschaft spielen bzw. sie gar wahrscheinlich auch gewinnen. Wer Meister werden will, muss sicherlich an ihnen vorbei. Ich könnte mir dabei vorstellen, dass Wacker Thun einen Schritt näher an die Kadetten heranrücken kann, eventuell auch Pfadi Winterthur. Sie waren und sind die beiden Teams, die zur Stelle waren und sind, wenn Schaffhausen einmal schwächelt(e).

Unsere Platzierung passt zu meinem bereits formulierten Ziel, jedes Spiel gewinnen zu wollen – also der 1. Platz.»

Wie sehr hat euch die sensationelle letzte Saison, in der ihr als Aufsteiger die Finalrunde erreicht habt, in der Vorbereitung noch begleitet?

«Den Spielern die geblieben sind hat es natürlich eine unglaubliche Sicherheit gegeben. Sie vertrauen unserem System, unserem Spiel. Wir mussten dadurch auch nicht mehr von Grund auf alles aufbauen – wir wussten und konnten bereits ziemlich viel, haben einen schön vollen Rucksack. Dadurch konnten wir uns verstärkt auf andere Dinge konzentrieren.»

Was hat es dir dabei bedeutet, Ende der Saison als bester Trainer nominiert zu sein?

«Mein Anspruch jedes Spiel gewinnen zu wollen, macht auch hiervor keinen Halt. Ich wurde nicht zum besten Trainer gewählt, also bedeutet mir die Nomination auch nichts.»

Es galt in kürzester Zeit fünf Neuzugänge ins Spielsystem und Teamgefüge zu integrieren – ist euch dies wunschgemäss gelungen?

«Ein riesen Kompliment an unsere Neuzugänge – wir haben mit ihnen nicht nur super Handballer sondern auch top Charaktere verpflichtet. Wir werden sehr sehr viel Freude an ihnen haben! Die Integration hat entsprechend nicht lange gedauert und verlief genau nach meinen Vorstellungen.»

Neben dem einwöchigen Trainingslager habt ihr mehrere Teamevents absolviert – habt ihr das Augenmerk auch zwecks Integration der Neuzugänge auch darauf gelegt?

«Vor allem in der ersten Vorbereitungsphase im Mai und Juni haben wir viel Wert auf Teambuilding gelegt. Das Trainingslager war dann wiederum eine Woche in der wir uns intensiv darum kümmern konnten – ich bin sehr zufrieden, wie wir gemeinsam auftreten und als Team funktionieren.

Aarau, 27.11.2016. Sport, Handball NLA 2016/2017. HSC Suhr Aarau - HC Kriens. Gemeinsam stoppen die Suhrer Peter Schramm (rechts, Kriens). Copyright by: foto-net / Alexander Wagner Handball, NLA: HSC Suhr Aarau - HC Kriens

Der HSC Suhr Aarau funktioniert als Mannschaft

Aarau, 27.11.2016. Sport, Handball NLA 2016/2017. HSC Suhr Aarau - HC Kriens. Gemeinsam stoppen die Suhrer Peter Schramm (rechts, Kriens). Copyright by: foto-net / Alexander Wagner Handball, NLA: HSC Suhr Aarau - HC Kriens

Trainingsspiele habt ihr im Vergleich zu anderen Teams entsprechend wenige absolviert – warum?

«Für mich sind Trainingsspiele nicht so massgebend. Für mich ist wichtig, dass jeder Spieler seine Aufgaben kennt. Bis zum Saisonstart werden wir doch fünf Testspiele absolviert haben – jede Woche ein Spiel im Vorbereitungsmonat reicht aus. Sie waren für mich und meine Spieler auch genug aufschlussreich, um zu sehen wo wir stehen und an was wir noch zu arbeiten haben.»

Ein Testspiel gilt es jedoch besonders zu erwähnen – jenes gegen den österreichischen Meister Alpla Hard – wie viel Selbstvertrauen gab euch dieser Sieg für die weitere Vorbereitung und den Wachstumsprozess als Team?

«Vor allem für unsere Neuzugänge war es sehr sehr wertvoll zu sehen, dass unser System funktioniert. Wenn jeder seinen Job macht, sind wir unglaublich stark und haben die nötige Sicherheit, um unser Spiel zu spielen – dieses Vertrauen hilft uns enorm, daran halten wir uns fest. Das Resultat war dann sicherlich auch für mich sehr positiv überraschend, gerade auswärts.»

Wie sehr freut dich die Rückkehr von Joel Kaufmann und dessen sofortige Bereitschaft, dem Team nach der Verletzung von Beau Kägi zu helfen?

«Das bedeutet natürlich extrem viel – mir persönlich aber auch dem Verein. Es zeigt welchen Stellenwert der HSC Suhr Aarau bei Joel hat – er ist eine Identifikationsfigur und wir sind stolz, ihn zurück zu haben.»

Man sagt, die zweite Saison sei schwerer als die erste, weil man am geleisteten gemessen wird und es in erster Linie darum ginge, dies zu bestätigen - wie siehst du das?

«Die vergangene Saison war super schön, sensationell gar historisch. Davon können wir uns aber nichts mehr kaufen, es beginnt alles bei null. Hier gehe ich voran und bin genug demütig zu wissen, woher wir kommen. Es geht nur noch um das was kommt, nicht mehr um das was war – wir haben unsere Ziele und freuen uns darauf, uns aufs Neue daran zu messen!»

Was erwartest du für eine Saison?

«Ich gehe mit sehr vielen Erwartungen und Hoffnungen sowie extrem positiv in die Saison. Ich habe wirklich das Gefühl, diese Mannschaft ist stark wie noch nie und wird sich super präsentieren.»

Was verfolgt ihr als Mannschaft für Ziele?

«Wie erwähnt möchte ich diese Winnermentalität leben, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Egal gegen wen, egal wo und egal wann – wir bereiten uns immer bestmöglich darauf vor.»

Die Spieler des HSC sollen die "Winnermentalität" leben

Die Spieler des HSC sollen die "Winnermentalität" leben

Der Kader hat an Breite und Erfahrung dazugewonnen – was dürfen die Zuschauer und Fans vom NLA-Team des HSC Suhr Aarau in dieser Saison erwarten?

«Vorab natürlich, dass es wirklich eine Mannschaft sein wird, die gemeinsam füreinander und für den HSC Suhr Aarau kämpft. Sie wird leben und aufblühen darin, dafür ihr Herz auf die Platte zu legen. Wir sind erfolgshungrig, wollen gemeinsam etwas erreichen und sind gewillt, dafür hart zu arbeiten. Dazu haben wir unseren Kader klar verbreitert, aber auch in die Spitze investiert. Milan, Martin, Nikola und Dario sind hervorragende, erfahrene Spielerpersönlichkeiten, die grosse Qualitäten mitbringen, als Handballer und als Menschen. Ich erwarte persönlich wirklich extrem viel von uns allen!»

Wie sehr freut es dich und dein Team, dass es nun bald endlich losgeht?

«Als Spieler war ich zwei bis drei Wochen vor dem Saisonstart immer extrem kribbelig. Als Trainer hätte ich eher gerne noch etwas länger Zeit zur Vorbereitung. Wir brennen natürlich auf den Saisonstart, auf eine hoffentlich volle Schachenhalle gegen Winterthur und können es alle kaum mehr erwarten!»

Was für ein Spiel erwartest du zum Saisonauftakt gegen Pfadi Winterthur?

«Für mich wird es ein typisches Auftaktspiel werden. Nicht wer schöner spielt wird gewinnen, sondern wer bereit ist, alles für die zwei Punkte zu machen. Das werden wir definitiv sein!»

Wie schaust du nach dem Aufstiegsdrama 2016 auf die Derby-Duelle gegen den TV Endingen?

«Wir brauchen nichts schönzureden – es ist ein Derby, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Was in der Vergangenheit passiert ist, macht die Affiche nicht unbedingt einfacher.»

In diesem Duell konnte Endingen den HSC besiegen. Entsprechend sieht man ihnen die Enttäuschung an.

In diesem Duell konnte Endingen den HSC besiegen. Entsprechend sieht man ihnen die Enttäuschung an.

Wie nimmst du die lancierte Entwicklung und Professionalisierung des HSC Suhr Aarau wahr?

«Die Vereinsführung leistet extrem wertvolle und gute Arbeit. Für mich hat sich einiges getan in den letzten Monaten – ich sehe und spüre jeden Tag, mit welcher Nachhaltigkeit und Überzeugung hier an einer erfolgreichen Zukunft gearbeitet wird.»

Auf was für eine Saison möchtest du am Ende gerne zurückschauen?

«Ich schaue nicht gerne in die Vergangenheit und möchte mich lieber auf die Zukunft konzentrieren. Ich geniesse gerne jeden Moment mit dieser Mannschaft, in diesem Verein. Es passt momentan so vieles zusammen und ich habe das Gefühl, dass hier in den nächsten Jahren etwas wirklich Tolles entsteht. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen, meine ganze Energie und Kraft investieren um dies auch wirklich tatsächlich zu realisieren.»

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