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Wir sind oben! – FC Aarau steigt wieder in die Super League auf

3600 Zuschauer erleben im Brügglifeld ein Fussballmärchen: Weil Wohlen in Bellinzona in der 95. Minute zum 2:2 ausgleicht, steigt der FC Aarau zwei Runden vor Schluss in die Super League auf.

Schlusspfiff im Brügglifeld: Der FC Aarau gewinnt gegen Chiasso 1:0. Davide Callà jubelt und lässt sich von den Fans feiern. In Bellinzona läuft das Spiel noch. Plötzlich brechen alle Dämme. Stefano Milani erzielt für den FC Wohlen den Ausgleichstreffer zum 2:2. Und das in der fünften Minute der Nachspielzeit.

»Das reicht», sagt Callà. «Das reicht». Die Partie in Bellinzona ist zu Ende. Nun ist der 28-jährige Flügelstürmer nicht mehr zu halten. Der 16-fache Saisontorschütze schnappt sich ein weisses Trikot mit der Aufschrift «Aar-Aufsteigerjungs» und rennt wie von der Tarantel gestochen im Kreis herum. Callà ist ausser sich vor Freude. «Endlich ist der Aufstieg Tatsache», sagt er. «Endlich. Ich kann meine Glücksgefühle nur schwer beschreiben. Das Ganze ist zu schön, um wahr zu sein.»

Callà schreit seine Freude hemmungslos in den Nachthimmel. Nun eilen Hunderte von Zuschauern auf das Spielfeld. Das Brügglifeld wird zum Tollhaus. Und mitten drin steht Alain Schultz. Der FCA-Regisseur und frühere Spielmacher des FC Wohlen strahlt wie ein Maikäfer und sagt: «Das ist Ironie des Schicksals. Ausgerechnet Wohlen sorgt dafür, dass der FC Aarau aufsteigt. Ich muss meinen früheren Teamkollegen ein grosses Kompliment machen. Eine solche Leistung konnte man nach dem 0:7 gegen Biel und dem 1:3 gegen Vaduz nicht erwarten.» Jubel, Trubel, Heiterkeit ist angesagt. Nur einer bleibt cool. Sven Lüscher lächelt sanft und sagt: «Dass ich gegen Chiasso das entscheidende Tor erzielt habe, ist schön und gut. Für mich zählt aber einzig der Erfolg des Teams.»

FC Aarau besiegt Chiasso und steigt auf

FC Aarau besiegt Chiasso und steigt auf

Nach der Jubelorgie mit den Fans verschwinden die Aarauer Spieler kurzzeitig in der Umkleidekabine. Nun sind Bierduschen angesagt. FCA-Trainer René Weiler will sich hinter einer Türe verstecken. Vergeblich. Die Spieler schnappen sich den Chef und ertränken ihn beinahe im Getränk aus Hopfen und Malz. Weiler macht gute Miene zum bösen Spiel und sagt: «Was solls? Heute Abend ist so ziemlich alles erlaubt. Die Mannschaft hat sich diese fantastische Aufstiegsparty redlich verdient.»

Zwei Stunden nach dem spontanen Fest im Brügglifeld gehts weiter an die Bahnhofstrasse. Im Pub «Penny» machen die Aarauer Spieler die Nacht zum Tag. Die Feier will und will kein Ende nehmen. In der Regel findet das Auslaufen erst am Tag nach dem Spiel statt. Für einmal dürften Callà, Schultz und Co. diese Lockerungsübungen schon im Morgengrauen absolviert haben. Wohl nicht mehr ganz nüchtern, aber wunschlos glücklich.

Den genauen Spielverlauf lesen Sie hier.

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