FCA
«Wir meinen es ernst»: Für die entscheidende Stadion-Abstimmung geht der FC Aarau «all in»

Die Saison 2018/19 ist das Jahr der Stadion-Entscheidung. Den Vorwurf, nicht alles für sportlichen Erfolg getan zu haben, will Präsident Alfred Schmid nicht aufkommen lassen. Darum hat die Klubführung sogar die Reserven angezapft.

Sebastian Wendel
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Die FCA-Führung um Präsident Alfred Schmid hat auch die Reserven angezapft, um ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. (Archiv)

Die FCA-Führung um Präsident Alfred Schmid hat auch die Reserven angezapft, um ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. (Archiv)

Sandra Ardizzone

Wer in diesen Tagen in Gespräche über den FC Aarau verwickelt ist, der hört stets die gleiche Frage: «Woher kommt plötzlich das viele Geld, um Spieler wie Marco Schneuwly, Elsad Zverotic oder Mickael Almeida ins Brügglifeld zu lotsen? Wer finanziert den prominenten Trainerstaff um Patrick Rahmen und Marco Walker?»

Das Kader für die siebte Challenge-League-Saison des Vereins ist gemäss Insidern teurer als alle sechs bisherigen: Rund fünf Millionen Franken werden bis im nächsten Frühling für die Profiabteilung aufgeworfen. Und immer noch steht der Transfer von Grossverdiener Goran Karanovic im Raum.

Woher hat der FC Aarau plötzlich so viel Geld? Die Antwort hängt mit der Bedeutung der bevorstehenden Saison zusammen. Wahrscheinlich im ersten Halbjahr 2019 stimmt das Aarauer Stimmvolk über die BNO-Teilrevision im Areal Torfeld Süd ab. Gibt es ein «Ja», darf die Bauherrin HRS «Plan B» umsetzen: ein Fussballstadion mit 10'000 Plätzen, umgeben und querfinanziert von vier Hochhäusern.

Gibt es ein «Nein», wird es im Torfeld Süd kein Stadion geben. Und weil die dann notwendige Brügglifeld-Sanierung a) Millionen kostet und b) wohl von den Anwohnern torpediert würde, steht im Fall eines «Neins» der Rückzug des FC Aarau aus dem Profifussball im Raum.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions in Bildern:

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.
35 Bilder
1985: Cupsieg und Erkenntnis Der FC Aarau feiert 1985 seinen bisher einzigen Cupsieg. Vier Jahre spielt der FCA schon in der Nationalliga A. Es wird klar: Für die höchste Spielklasse ist das Brügglifeld zu klein.
1994: Erstes Projekt Sie nennen es "Vision 2002": Architekt und Ex-Fc-Aarau-Präsident Ernst Lämmli sowie Bauingenieur und Landbesitzer Peter Zubler wollen in Schafisheim ein Stadion in der Kiesgrube bauen. Für 30 Millionen Franken und 20'000 Zuschauer, inklusive Casino.
2000: Mittellandarena Der Gestaltungsplan Mittellandpark wird erarbeitet. Er umfasst das Stadion «Mittellandarena», ein grosses Shopping-Center und Büros. 2006 soll im 70-Millionen-Franken-Stadion im Torfeld Süd gekickt werden.
2001: "Vision 2002" am Ende Das weit fortgeschrittene Projekt scheitert an der Finanzierung, Zonenvorschriften und dem Widerstand "von ein paar wenigen im Verein", wie Lämmli (rechts) in einem Interview sagt.
2003: Mittellandpark nimmt erste Hürde Der Aarauer Einwohnerrat heisst einen Kredit von 900'000 Franken für die Planung des Mittellandparkes deutlich gut.
2005: Niederlage an der Urne Das Aarauer Stimmvolk lehnt das 25-Millionen-Darlehen der Stadt für den Mittellandpark ab. Eine Umfrage ergibt, dass sich die Ablehnung primär gegen das Einkaufszentrum richtet. Wenig später geben die Initianten auf.
2006: Standort Buchs Neben der Sanierung des Brügglifelds und dem Torfeld Süd (Mittellandpark) kommen zwei neue Varianten aufs Tapet. Beide sehen Standorte in Buchs vor: Lostorf und die Obermatte.
2007: Torfeld Süd setzt sich durch Der Aarauer Einwohnerrat genehmigt im Juni einen Kredit von 1,6 Millionen Franken für ein Stadion mit Mantelnutzung im Torfeld Süd. Die Einkaufsfläche ist gegenüber dem Mittellandpark halbiert. Ebenfalls zur Diskussion steht die Buchser Obermatte. Sie findet lediglich bei einer linken Minderheit Anklang. Das Stimmvolk segnet den Kredit im Herbst ab.
2008: Volk sagt Ja Der Souverän der Stadt Aarau stimmt deutlich für einen Betrag von 17 Millionen Franken für ein neues FCA-Stadion im Torfeld Süd. Bauherrin ist die private HRS AG. Vorbild für das Stadion soll die Neuenburger "Maladière" sein (Bild). Insgesamt kostet das Stadion 36 Millionen Franken.
2009: Einsprachen Gegen Gestaltungsplan und Stadion-Baugesuch gehen 41 Einsprachen ein.
13.5.2010: Abstieg Schock für den FC Aarau: Der "unabsteigbare" Klub muss nach einem 1:4 gegen GC und dem gleichzeitigen Sieg von Bellinzona den Gang in die Challenge League antreten. David Marazzi (Bild) wird von seinen Emotionen überwältigt.
13.6.2010: Erneuter Abstimmungserfolg Die Nutzungsplanung "Torfeld Süd" schafft auch die letzte politische Hürde. In einer Referendumsabstimmung heisst das Volk die Spezialzone mit einer Ja-Mehrheit von 69,5 Prozent gut. Das Stadion könnte jetzt eigentlich gebaut werden. Wenn da nicht die Einsprachen wären.
23.2.2011: Kein Asyl für GC Mitten in die Stadionplanung platzt die Meldung, dass die Grasshoppers mit einem Umzug nach Aarau liebäugeln. Die Miete im Letzigrund ist GC zu hoch. Der FCA ersucht den Stadtrat, den Zürchern Asyl zu gewähren – wegen Synergien im geplanten Stadion. Der Stadrat lehnt das Begehren ab. Grund: Die Zusatzbelastung wäre für das Volk nicht zumutbar. Bild: Aarau's Michele Polverino, links, fällt nach im Zweikampf mit GC's Rolf Feltscher im Brügglifeld.
11.5.2011: Einsprachen abgelehnt Jetzt ist der Aargauer Regierungsrat an der Reihe: Die Kantonsregierung weist die verbliebenen Beschwerden vom Sommer 2009 ab und genehmigt sowohl die Spezialzone Torfeld Süd als auch den Gestaltungsplan. Mehrere Bewohner des Aarauer Gönhard-Quartiers ziehen ihre Beschwerde ans kantonale Verwaltungsgericht weiter.
9.12.2011: HRS muss Projekt erneuern Nach dem Entscheid des Einwohnerrates vom 14. November 2011, auf die Realisierung von polysportiven Mantelnutzungen im Stadionkomplex zu verzichten (zu teuer), muss die HRS das Projekt überarbeiten. Das Baugesuch muss ein zweites Mal aufgelegt werden. Die Grundeigentümerin Mobimo rechnet mit der Inbetriebnahme des Stadions im Jahr 2015.
2012: Stadionprojekt komplett überarbeitet Weil gegen das erste Baugesuch viele Einsprachen eingingen, präsentiert die HRS ein völlig überarbeitetes Projekt (Bild). Es ist der dritte Anlauf für ein Stadion im Torfeld Süd. Gegen das neue Projekt gehen vier Einsprachen ein. Drei werden später nach langen Verhandlungen zurückgezogen.
2013: Aufstieg Erfolg auf dem Rasen: Der FC Aarau steigt nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit in die Super League auf.
2014: Durchbruch und neue Sorgen Der FCA jubelt: Der Stadtrat erteilt die lang ersehnte Baubewilligung für das Stadion. Doch neues Ungemach folgt sogleich: Der letzte verbliebene Einsprecher reicht Beschwerde gegen die Baubewilligung ein. Er wird als Stadionverhinderer landesweit bekannt, weil der "Blick" seine Identität teilweise aufdeckt. Er findet das geplante Einkaufszentrum zu gross.
2015: Beschwerde-Marathon 2015 ist das Jahr der Justiz im Fall Torfeld Süd: Der Aargauer Regierungsrat weist die Beschwerde des Anwohners am 21. Januar ab. Er zieht vor Verwaltungsgericht, unterliegt und gelangt ans Bundesgericht. Die Bundesrichter entscheiden vorerst, dass das laufende Verfahren keine aufschiebende Wirkung hat. Trotzdem warten Stadt und die Bauherrin HRS mit dem Baubeginn zu. Auch mit einem Ausstandsbegehren scheitert der Anwohner vor Verwaltungs- und Bundesgericht.
29.5.2015: Abstieg Der FC Aarau steigt in die Challenge League ab. Mit einem 3:2-Sieg gegen den FC Thun verabschiedet sich der Klub in die Zweitklassigkeit. Bild: Sandro Burki (links) und Kollegen applaudieren zum letzten Mal in der Super League.
2016: Machtwort Das Bundesgericht weist die Stadionbeschwerde ab. "Endlich: Das Stadion kann gebaut werden", titelt die Aargauer Zeitung. Heute wissen wir: Es ging noch immer nichts.
1.5.2017: Plan B Wegen den Einsprachen, strengeren Auflagen der Liga und neuen Gesetzen kostet das Stadion nun 20 Millionen Franken mehr. Die HRS präsentiert darum den Plan B: kein Einkaufszentrum, dafür Hochhäuser für Wohnungen, Gewerbe und kleine Läden im Erdgeschoss.
15.11.2017: Stadion-Retter? Erster Auftritt von "meinstadion.ch": Die Initianten um den früheren FCA-Präsidenten Michael Hunziker (Bild Mitte) halten nichts vom Plan B. Sie wollen, dass der ursprüngliche Plan umgesetzt wird, damit die am 18. Mai 2018 ablaufende Baubewilligung nicht verfällt. Um das fehlende Geld aufzutreiben, haben sie unter anderem ein Crowdfunding lanciert. Vier Millionen Franken sollen so zusammenkommen.
26.2.2018: Millionenstrafe gefordert "meinstadion.ch" fordert eine Konventionalstrafe von mindestens 5 Millionen Franken für die HRS, sollte diese ihrer Pflicht, dem Stadionbau, nicht nachkommen. HRS hat ein bewilligtes Stadion-Projekt, will aber statt eines Einkaufszentrums Hochhäuser bauen.
6.3.2018: Plan C HRS und "meinstadion.ch" skizzieren einen Plan C. In einer Mitteilung heisst es: "Eine Zwischenfinanzierung soll es ermöglichen, den Stadionbau vom Vorliegen von rechtskräftigen Baubewilligungen von Hochhäusern zu entkoppeln." Damit könnte mit dem Stadionbau begonnen werden, auch wenn für die Hochhäuser keine Baubewilligung vorliegt. Plan C würde rund 40 Millionen Franken kosten. Und Junioren müssen nicht mehr Kissen auf die Sitzflächen der besseren Plätze im Brügglifeld legen.
21.3.2018: Gemeinsam für Plan B Stadt, Bauherrin HRS, FCA und "meinstadion.ch" geben an einer gemeinsamen Medienkonferenz das Versprechen ab: Wir ziehen jetzt alle am gleichen Strick, am Strick Plan B (Stadion mit Hochhäusern). Darum braucht es eine erneute Abstimmung über die BNO-Revision (Bau- und Nutzungsordnung). Ein Ja ist die Voraussetzung für das neue Stadion. Die Bauherrin HRS unterstützt den FCA ausserdem in den nächsten fünf Jahren mit einer Million Franken, zusätzlich zu den bisher jährlich 70'000 Franken.
Plan B: Das Stadion mit Hochhäusern.
31.8.2018: Neues Baugesuch eingereicht Das Baugesuch des angepassten Projekts für das Stadion liegt auf dem Tisch der Aarauer Verwaltung. Das komplette Gesuch für das angepasste Stadion umfasst 20 Büroschachteln. Der Baubeginn für das Stadion erfolgt erst, wenn für die neben dem Stadion geplanten vier Hochhäuser eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt. Voraussetzung dafür ist, dass das Volk der BNO-Revision zustimmen wird.
7.2.2019: Bundesgericht hebt Urteil auf Das Bundesgericht heisst eine Beschwerde von sechs Personen gegen ein Urteil des Aargauer Verwaltungsgericht gut. Dieses hatte eine fristgerechte Eingabe der Beschwerdeführer nicht berücksichtigt. Es hatte den Fehler selbst bemerkt und vor Bundesgericht beantragt, dass die Beschwerde gutgeheissen wird.
3.5.2019: Stadion-Gegner blitzen beim Aargauer Verwaltungsgericht ab Das Aargauer Verwaltungsgericht weist drei Beschwerden zur Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ab. Darunter auch jene, die es zum zweiten Mal bearbeiten musste, weil es beim ersten Mal das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzt hatte. Das Bundesgericht hatte das Urteil darum aufgehoben. Das Stadion geht frühestens in der Saison 2022/2023 in Betrieb.
16.8.2019: Politiker aus dem links-grünen, vereinzelt auch aus dem bürgerlichen Lager lancieren überraschend eine Volksinitiative für einen neuen Stadion-Standort – die Buchser Obermatte kommt wieder ins Gespräch.
26.8.2019: Der Aarauer Einwohnerrat heisst die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung und den 17-Millionen-Kredit gut. Damit steht der Volksabstimmung im November 2019 nichts mehr im Weg. Im Bild: FDP-Fraktionschef Yannick Berner im FCA-Dress.
24.11.2019: Die Stadt Aarau sagt zu beiden Abstimmungen bezüglich Stadion im Torfeld Süd mit 61 Prozent Ja. Die Auflage der Baugesuche für Stadion, Hochhäuser und Zwischenbau ist frühestens nach den Sommerferien 2020 realistisch.
5.6.2020: Die Auflage des Baugesuches verzögert sich, das Verfahren ist anspruchsvoll und der Druck der Stadion-Gegner weiterhin gross. Es könnte darum sein, dass das Aarauer Stadion erst 2028 steht.

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.

zvg/nightnurse images, Montage: AZ

Jugendkurs auf die lange Bank geschoben

Das wäre das Worst-Case-Szenario. Als nicht direkt ins Bauprojekt involvierte Partei sind dem FC Aarau die Hände gebunden, dennoch kann er die Abstimmung beeinflussen: mit attraktivem und erfolgreichem Fussball. Während der vergangenen Saison hiess es: Solch miserable Leistungen haben kein neues Stadion verdient.

In der Saison 2018/19 soll das Gegenteil der Fall sein. Der Verein ist zum Erfolg verdammt. Es heisst zwar: Geld schiesst keine Tore. Trotzdem: Routinierte und hungrige Spieler mit Super-League-Erfahrung erhöhen die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg. Dafür wird auch eine Korrektur des im Januar 2018 eingeschlagenen Kurses in Kauf genommen: Damals erhielten vier Nachwuchstalente Profiverträge, Sportchef Sandro Burki sagte: «Wir wollen vermehrt auf Talente aus der Region setzen.»

Ist dieser Plan ad acta gelegt? Jein. Die vier erwähnten Jungprofis wurden in den vergangenen Wochen ausgeliehen oder in den Nachwuchs zurückversetzt. Vertraglich an den FCA gebunden sind sie aber weiterhin, ebenso werden sie immer mal wieder mit den Profis trainieren.

Die Transferstrategie dieses Sommers aber war deutlich auf kurzfristigen Erfolg ausgerichtet. Es kamen Profis im fortgeschrittenen Alter und viele Leihspieler. Heisst: In einem Jahr wird das Kader, egal in welcher Liga es weitergeht, erneut ein starkes Facelifting erfahren.

Almeida nur Joker und die neue Matchvorbereitung des FC Aarau unter Patrick Rahmen

Die Nachricht erreicht die FCA-Geschäftsstelle am Donnerstag: Mickael Almeida ist für den Saisonauftakt gegen Servette spielberechtigt. Die Zuschauer bekommen also eine erste Kostprobe des Riesentalents aus Sion. Allerdings nicht von Anfang an: Almeida ist erst seit knapp zwei Wochen bei der Mannschaft und dient Cheftrainer Patrick Rahmen gegen die Genfer als Offensivwaffe von der Bank aus. Ebenfalls erwähnenswert ist die Matchvorbereitung unter Rahmen: Ab sofort trifft sich die Mannschaft bei Heimspielen am Mittag zum Anschwitzen und anschliessenden Essen, ehe die Spieler nochmals nach Hause dürfen. Rund 90 Minuten vor dem Anpfiff ist dann Treffpunkt im Brügglifeld. Den Ablauf hat Rahmen nach Absprache mit den Spielern so bestimmt. Mal schauen, ob es hilft: Denn mit Servette, neuerdings trainiert vom Ex-Aarauer Alain Geiger, kommt zum Auftakt einer der Aufstiegsfavoriten ins Brügglifeld. (wen/ruku)

Das letzte Gefecht des Präsidenten

Nun endgültig zur entscheidenden Frage der Geldbeschaffung: Zum einen hat der FCA das Glück, auf treue und grosszügige Sponsoren und Gönner zählen zu dürfen, die trotz jahrelanger Krise beim letzten Anlauf zum neuen Stadion nochmals mithelfen. Mit der Stadion-Bauherrin HRS ist ein Sponsor dazugestossen, der pro Saison 200'000 Franken zahlt.

Zum anderen hat die FCA-Führung um Präsident Alfred Schmid die jahrelang angesammelten Reserven angezapft, um die Verpflichtung von neun Spielern und eines neuen Trainerstabs zu ermöglichen. In jedem Geschäftsjahr der Ära Schmid (seit 2007) machte der Klub Rückstellungen: Das Konto wurde angelegt, um dereinst mit einer schlagkräftigen Mannschaft ins neue Stadion zu ziehen. Nun wurde der Zweck modifiziert, nun wurde das Geld ausgegeben, um ein schlagkräftiges Team für die Abstimmung zu formen. Der Baumeister: Sportchef Sandro Burki.

Präsident Schmid sagt: «Wir wollten gegenüber dem Aarauer Stimmvolk ein Zeichen setzen, dass wir es ernst meinen, dass wir unseren Beitrag leisten und dass in Aarau erfolgreicher Spitzenfussball möglich ist. Den Vorwurf, nicht alles in unserer Macht Stehende für eine erfolgreiche Abstimmung getan zu haben, dürfen wir nicht aufkommen lassen.»

Sie führen den FC Aarau in das Jahr der Stadion-Entscheidung: Roger Geissberger, Sandro Burki und Alfred Schmid (v.l.).

Sie führen den FC Aarau in das Jahr der Stadion-Entscheidung: Roger Geissberger, Sandro Burki und Alfred Schmid (v.l.).

Sebastian Wendel

Für Schmid ist die bevorstehende Saison die zwölfte und letzte als Präsident – vorausgesetzt, er findet einen Nachfolger. Wer Schmid kennt, der weiss: Das Stadion ist für ihn eine Herzensangelegenheit und eine Frage des Stolzes. Er zieht nun in sein letztes Gefecht. Als der Präsident in die Geschichte einzugehen, in dessen Ära der Traum endgültig platzt, träfe ihn sehr.

Um das zu verhindern, tut er im Hintergrund das Seinige: Sich öffentlich dazu äussern mag er nicht, aber ziemlich sicher half der Unternehmer in diesem Sommer erneut als Mäzen aus. Und dass Schmid das Anzapfen der Klubreserven forciert, versteht sich von selbst: Schliesslich gründen sie grossteils auf seinen Spenden, also will er es sein, der die Ersparnisse ausgibt. Für seinen Nachfolger hat er sie jedenfalls nicht angeschafft.

AZ

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