Challenge League

«Wir killen uns selber»: Neumayr-Klartext zu den Aarauer Schlafmützen

FCA-Topskorer Markus Neumayr fand nach dem 2:2 gegen Vaduz klare Worte zur Abwehrmisere

FCA-Topskorer Markus Neumayr fand nach dem 2:2 gegen Vaduz klare Worte zur Abwehrmisere

So ereignisreich die erste Halbzeit mit vier Toren, so öde die zweite: Das Spiel zwischen dem FC Aarau und dem FC Vaduz war eines, das in beide Richtungen hätte kippen können und darum wenig überraschend mit einem Unentschieden endete. Drei Erkenntnisse nach dem 2:2:

Erkenntnis 1: Auf die Taten folgen klare Worte

Ein Tor, eine Vorlage: Markus Neumayr war im gleichen Stil wie schon eine Woche zuvor beim Auswärtssieg gegen Stade Lausanne-Ouchy dafür besorgt, dass der FCA gegen Vaduz punktete. Der 33-Jährige ist mit vier Toren und sieben Assists teaminterner Topskorer.

Wer solche Statistiken vorweisen kann, hat das Recht, Klartext zu reden. Neumayr nach dem verpassten Anschluss an die oberste Tabellenregion: "Winterthur und GC haben sich Punkte abgenommen, Wil hat verloren – mit einem Sieg wären wir wieder oben dran." Rang 6, auf dem der FCA nach 14 Spielen liegt, stinkt Neumayr gewaltig: "Ich bin beim FC Aarau, um oben mitzuspielen. Das ist mein Anspruch. Ganz ehrlich: Was bringt es, im Challenge-League-Mittelfeld um die goldene Ananas zu spielen?" 

Neumayr betreibt Ursachenforschung, warum er und seine Mannschaft der Spitze hinterherhinken: "Im Frühling haben wir dank unserer Abwehrstärke viele Spiele knapp gewonnen. Wir haben auch in dieser Saison viel Qualität in der Mannschaft, aber wir haben ein grosses Problem: Wir kassieren im Schnitt mehr als zwei Tore pro Partie. Wir müssten also jede Woche mindestens drei Mal treffen, um zu gewinnen. Das ist nicht realistisch. Wir killen uns mit dämlichen Gegentoren, das können wir uns als Mannschaft mit hohen Ambitionen nicht leisten.»

Ist die Gegentor-Flut, insgesamt 30 in 14 Spielen, 11 nach ruhenden Bällen, eine Frage der Qualität? Neumayr: «Das müssen andere beurteilen...» Keine Antwort ist manchmal auch eine...

Erkenntnis 2: Aarauer Schlafmützen

In der vierten Minute kommt Vaduz zum ersten Eckball und prompt steht es 0:1, weil die FCA-Abwehr noch im Tiefschlaf steckt. Erinnerungen an das Heimspiel gegen Lausanne-Sport werden wach, als der FCA schon nach 11 Minuten 0:3 zurücklag. Ein solches Szenario kann die Rahmen-Truppe gegen Vaduz zwar abwenden, doch das erneut frühe Gegentor wirft Fragen auf: Es war in dieser Saison bereits das achte, das der FCA in der Startviertelstunde kassiert. Unrühmlicher Topwert in der Challenge League.

Auffällig dabei: Erst am 7. Spieltag (3:1 gegen Schaffhausen) traf erstmals ein Gegner innerhalb der ersten 15 Spielminuten ins FCA-Tor, seither kamen weitere sieben frühe Gegentreffer dazu.

Erkenntnis 3: Erstaunlicher Zuschaueraufmarsch

An mangelnder Unterstützung von den Rängen lag es nicht, dass der FCA die vielversprechende Ausgangslage nicht ausnützen konnte und nach dem 2:2 gegen Vaduz im Mittelfeld gefangen bleibt. Im letzten Heimspiel vor der Stadion-Abstimmung am 24. November pilgerten trotz dem aktuell gebotenen Mittelmass erstaunliche 3101 Zuschauer ins Brügglifeld, der dritthöchste Wert in dieser Saison. Nur gegen GC (7650) und Schaffhausen (3206) war das Brügglifeld besser besucht.

In der Zuschauertabelle der Challenge League wurde der FCA (durchschnittlich 3614 Zuschauer) am 14. Spieltag trotzdem vom FC Winterthur (4229) vom ersten Platz verdrängt. Die Zürcher empfingen am Freitagabend zum Kantonsderby die Grasshoppers (1:1), stolze 9000 Zuschauer liessen sich das Spektakel auf der Schützenwiese nicht entgehen.

Stimmen zum Spiel: Challenge League, 14. Runde, FC Aarau - FC Vaduz (10.11.2019)

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