Als der FC Aarau 1993 seinen letzten Titel gewann, waren sie noch gar nicht auf der Welt, die beiden Young Boys Nicolas Bürgy (Jahrgang 1995) und Linus Obexer (1997). Der eine stammt aus Belp, der andere wuchs in der Länggasse auf. Die beiden YB-Giele kennen sich seit dem Juniorenalter, beide gingen im Neufeld ins gleiche Sportgymnasium, wenn auch nicht in die gleiche Klasse. Beide haben mit YB in der Super League schon ein bisschen geschnuppert, beide hoffen, als Leihspieler beim FCA einst zu YB zurückzukehren. «Das ist unser Herzensclub», sagt Bürgy. Obexer nickt zustimmend. Und beide stehen natürlich unter Berner Beobachtung. Auch YB-Chefscout Stéphane Chapuisat wurde schon auf der Tribüne gesichtet.

Sie sitzen an diesem Trainingstag während der Mittagspause im leeren Brügglifeld auf der Spielerbank, blinzeln in die Vorfrühlingssonne.  Ihr Bärndütsch ist nicht zu überhören. Hauswirth, den es über Mittag für einmal nicht in die Kantine zog, sondern an die Sonne, freut sich, die beiden zu treffen.

Für Hauswirth hat der FCA-Höhenflug viel mit den beiden YBlern zu tun. Klar, die Tore schiessen andere, aber dass Aarau in der Abwehr endlich Stabilität zeigt, dazu tragen Innenverteidiger Bürgy und der linke Aussenverteidiger Obexer wesentlich bei. Bürgy war bei den ersten sechs Niederlagen zum Saisonstart nicht dabei, er stiess erst Ende August zum FC Aarau. «Ich kam damals zu einer Mannschaft, bei der das Verständnis und die Demut vorhanden war, dass es so nicht reicht. Alle wussten, dass wir den Spirit unbedingt verbessern mussten.» Und Obexer ergänzt: «Wir hatten  wohl das Gefühl, besser zu sein, als wir damals waren. Das zog uns in die Abwärtsspirale.»

Mittlerweile hätten alle im Team einen starken Zusammenhalt entwickelt, erzählen die beiden, der es erlaube, dass jeder Mitspieler an den anderen einen hohen Leistungsanspruch habe.

Als Hauswirth nach diesem Schwatz zurück ins Büro geht, kommt ihm der Werbeslogan des Schweizer Meisters in den Sinn: «YB macht glücklich.» Und plötzlich findet Hauswirth diesen Spruch gar nicht mehr so schlecht.