Eidgenössisches Turnfest
«Wir haben nur einen Versuch»: Holt der TV Wettingen den vierten Turnfestsieg in Folge?

Der TV Wettingen gilt im Vereinswettkampf als grosser Favorit auf den Turnfestsieg. In Aarau will der Verein seine Siegesserie ausbauen und das Heimspiel für sich entscheiden.

Larissa Gassmann
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Der Turnverein Wettingen, hier an der Schweizer Meisterschaft im Vereinsturnen 2018 in Burgdorf, ist Favorit auf den Turnfestsieg am Eidgenössischen in Aarau.

Der Turnverein Wettingen, hier an der Schweizer Meisterschaft im Vereinsturnen 2018 in Burgdorf, ist Favorit auf den Turnfestsieg am Eidgenössischen in Aarau.

Kanton Basel-Landschaft, Frauenfeld, Biel: Hinter dem TV Wettingen liegt ein von Siegen gepflasterter Weg. Während es an Eidgenössischen Turnfesten meist hoch zu- und hergeht und es eher schwierig ist, im Vorfeld einen Favoriten auszumachen, so gibt es im Vereinswettkampf kein Vorbeikommen an Wettingen. Ganze drei Mal in Folge konnten sich die Aargauer den Turnfestsieg in dieser Kategorie sichern und weisen damit eine äusserst beeindruckende Bilanz auf.

Auch in diesem Jahr will der Verein aus dem Bezirk Baden wieder ganz vorne mitspielen. Minitrampolin, Bodenturnen, Schaukelringe – in diesen drei Disziplinen aus der Sparte Geräteturnen gilt es für die Truppe rund um Oberturner Fabio Moser zu bestehen und dem selbst auferlegten Druck zu trotzen.

Schwächen kann sich keiner leisten

Denn: «Es ist unser grosses Ziel, wieder zu gewinnen», sagt Moser. Gleichzeitig ist er sich im vollen Bewusstsein darüber, dass die Konkurrenz ebenfalls auf einem hohen Niveau agiert. «Es wird sicherlich einen harten Fight geben», schiebt er nach.

Nervenstärke ist somit gefragt. Wer an einem nur alle sechs Jahre stattfindenden Wettkampf bestehen will, bei dem muss alles sitzen, Schwächen kann sich keiner leisten. Am Samstag müsse einfach alles zusammenspielen, alles funktionieren, sagt Moser.

Eine grosse Ehre

Für ihn ist es nicht die erste Teilnahme an einem Eidgenössischen Turnfest, die Siege in Frauenfeld und Biel hat er hautnah miterlebt. Zum ersten Mal darf der seit 2011 als Oberturner tätige Moser aber endlich auch in dieser Funktion mitturnen, in Frauenfeld verhinderte dies damals eine Verletzung. Für ihn sei es eine grosse Ehre, nun als Oberturner mit dabei zu sein, sagt er. Er gehe im Wissen nach Aarau, optimal vorbereitet zu sein.

Eine genaue Prognose will er indessen nicht wagen: «Wir haben die Möglichkeit, an allen drei Geräten top zu sein», sagt er. Dass in allen Bereichen gute Noten erreicht werden, ist Wettingen zuzutrauen. Im vergangenen Jahr konnte gleich in zwei der ausgewählten Disziplinen, nämlich im Minitrampolin und im Bodenturnen, der Meistertitel geholt werden. Überhaupt darf der TV Wettingen auf insgesamt 48 Schweizer-Meister-Titel in den vergangenen 40 Jahren zurückblicken.

Das optimale Niveau erreicht

Doch wie ist es überhaupt möglich, sich so lange an der Spitze zu halten und über so viele Jahre hinweg das Niveau zu halten? «Ich glaube, das liegt vor allem an unserer guten Nachwuchsförderung, aber auch daran, wie fokussiert wir trainieren und wie hart wir arbeiten. Wir stecken uns immer hohe Ziele», sagt Moser. All das zahlt sich aus. Im vor zwei Wochen stattgefundenen und gut besuchten Open Training in Wettingen hat die Truppe nun das optimale Niveau für das Eidgenössische Turnfest erreicht.

Jetzt gelte es, diesen Stand beizubehalten, sagt Moser. Kurz vor dem Turnfest wurde die Intensität der Trainings heruntergefahren, die Turnerinnen und Turner sollen in den letzten Tagen vor dem Wettkampf Kraft tanken können. Viel ändern lässt sich jetzt nicht mehr. Und wie Moser sagt: «Am Samstag haben wir letztlich sowieso nur einen Versuch. Dann muss alles klappen, dann gilt es Vollgas zu geben.»

Zusätzlich motiviert wird das Team dann von den unterstützenden Fans, auf die sich Moser laut eigener Aussage ganz besonders freut. Und wer weiss, vielleicht ist es genau diese Kleinigkeit, die heuer in Aarau den Unterschied machen wird. 2002, 2007, 2013 – nun auch 2019? Der vierte Sieg wäre ein ganz besonderer: Im Heimspiel lässt es sich bekanntlich immer schöner siegen als in der Ferne.