NLA-Handball
«Wir haben heute zwei Punkte verloren»: TVE-Trainer Zoltan Majeri ärgert sich über die einfachen Fehler gegen Winterthur

Der TV Endingen verblüffte gegen Pfadi Winterthur mit einer starken Leistung in der ersten Halbzeit. Doch in Hälfte zwei folgt der Einbruch: Nur sechs geworfene Tore gelingen der Mannschaft nach der Pause. Trainer Zoltan Majeri hadert mit der vergebenen Chance.

Frederic Härri
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Der TV Endingen schafft es immer wieder, zu verblüffen. Da legt die Mannschaft einen Auftritt hin wie am vergangenen Mittwoch, als sie gegen Pfadi Winterthur mit 33 Gegentoren und nur 14 selber geworfenen Toren untergeht. Nur um gerade mal vier Tage später eine Leistung zu bieten wie in dieser ersten Halbzeit, wo sie grossen Willen zeigt, sich nie aufgibt und mit einem verdienten 13:13 in die Pause geht. Zur Erinnerung: Hier standen – mit einzelnen Ausnahmen – dieselben Spieler auf der Platte wie ein paar Tage zuvor. An was lag es also: War es die Nestwärme der heimischen Halle im GoEasy, ein neuer Matchplan oder doch das unaufhörliche Trommeln der treuesten Fans?

Vermutlich ist es schwierig, darauf eine schlüssige Antwort zu finden. Und letztlich muss sie auch nicht gefunden werden, weil der TV Endingen auch am Samstag als Verlierer aus diesem Duell mit Pfadi geht. Weil die Spieler in der zweiten Halbzeit in altbekannte Muster verfallen, sich leichte Ballverluste leisten und schlechte Würfe nehmen, sich in Nebenschauplätzen aufreiben und abermals über ein Dutzend Tore durch Gegenstösse hinnehmen müssen.

«Einfach so weitermachen» wollten sie, wie Noah Grau in der Halbzeit vor dem Mikrofon kundtat. Doch sie machten nicht so weiter. 13 Tore werfen die Endinger vor der Pause, sechs Tore danach. Zehn Minuten lang gelingt ihnen nach Wiederanpfiff kein einziger Treffer. Das Schlussresultat von 19:29 ist die logische Folge.

Der jüngere Grau-Bruder gibt sein Debüt

Und so bleiben letztlich nur ganz wenige positive Highlights von dieser Partie übrig. Der von Sven Schafroth verwandelte Kempa-Trick kurz vor Schluss etwa, oder das Debüt von Seya Grau, dem zwei Jahre jüngeren Bruder von Noah. «Wir kassieren enorm viele einfache Tore», sagte Trainer Zoltan Majeri im Nachgang. «Das müssen wir einfach besser hinkriegen.» Abermals ärgert sich der TVE-Coach über ein verschenktes Remis seines Teams. Oder wäre gar mehr drin gelegen? «Angesichts der ersten Halbzeit erwarte ich eigentlich den Sieg. Wir haben heute zwei Punkte verloren.»

Das Spiel

Die grosse Frage vor diesem Match war: Lässt sich der TV Endingen noch einmal so von Pfadi Winterthur vorführen wie am letzten Mittwoch? In den ersten Minuten zeigten sich die Hausherren bemüht, hier einen anderen Auftritt an den Tag zu legen. In der dritten Minute warf Sven Schafroth das erste Tor für die Endinger. Auf der anderen Seite antwortete postwendend ein Ex-Endinger: Marvin Lier traf per Siebenmeter zum 1:1.

Endingen reagierte mit einem Doppelschlag. Erst traf Larouche und danach Noah Grau per Gegenstoss. Pfadi aber verkürzte nur Sekunden später zum 2:3. Hinten verteidigten die Endinger stärker als noch am Mittwoch. In der 8. Minute verzeichnete Vit Schams seine erste Parade des Spiels. Trotzdem glich Pfadi in der Folge zum 4:4 aus. Endingen aber liess sich davon nicht beeindrucken. In der zehnten Minute brachte Milomir Radovanovic seine Mannschaft mit 5:4 in Führung.

In den folgenden Minuten wog das Spiel hin und her. Schafroth und zweimal Radovanovic trafen für den TVE, doch auch die Pfadi-Spieler fanden jetzt Lücken in der Abwehr der Hausherren. Nach 15 Minuten hiess es 8:8. Danach hatte der TV Endingen mehrmals Abschlusspech, Sven Schafroth etwa vergab einen Siebenmeter. Doch auch Pfadi kam in dieser Phase nicht zu klaren Chancen, so dass es nach gut 22 Minuten beim Unentschieden blieb: 10:10. Pfadi-Trainer Adrian Brüngger gefiel nicht, was er sah: Er nahm das erste Timeout des Spiels.

Aus diesem Timeout fanden aber die Endinger besser heraus. Joel Huesmann mit einem Sonntagswurf in den oberen Winkel und Christian Riechsteiner (per Siebenmeter) stellten auf 12:10. Und die Mannschaft machte stark weiter: Im folgenden Angriff entschärfte Vit Schams den nächsten Ball der Pfadi-Offensive.

Im Anschluss glich zunächst Pfadi zum 12:12 aus, ehe zunächst Oliver Mauron wieder um ein Tor erhöhte, doch Roman Sidorowicz stellte kurz vor der Pause auf 13:13. Mit diesem Resultat ging es auch in die Halbzeit.

Das erste Tor in Hälfte zwei schossen die Gäste: Marvin Lier verwandelte vom Flügel. Bis zum nächsten Tor sollte es noch einige Minuten dauern. Auch für das war wieder Lier besorgt: 15:13 aus Sicht der Gäste. Kevin Jud legte gleich für Pfadi nach und so musste Endingen hier aufpassen, nicht schon frühzeitig in der zweiten Halbzeit den Anschluss zu verlieren.

Und auch nach zehn Minuten nach Wiederanpfiff warteten die Endinger auf ihr erstes Tor. Lier traf erneut per Siebenmeter und Pfadi zog auf fünf Treffer davon. In der 42. Minute war es dann so weit: Justin Larouche gelang das erste Tor für sein Team zum 14:18.

In der Folge hielt der TVE wieder besser mit Pfadi mit. Näher heran kamen sie allerdings nicht: Die Vier-Tore-Differenz hatte auch gut zehn Minuten vor Schluss Bestand. Danach aber häuften sich die Fehler auf Seiten der Endinger. Abspiele missglückten und Torchancen wurden nicht genutzt. Weitaus effizienter war da der Gast: In nur wenigen Minuten zog Pfadi auf neun Tore davon.

Näher heran kam der TV Endingen nicht mehr. Und so setzte sich Favorit Pfadi Winterthur letztlich mit 29:19 durch.

Telegramm

Endingen - Pfadi Winterthur 19:29 (13:13)

GoEasy Arena, Siggenthal Station. – 50 Zuschauer. – SR Abalo/Maurer. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Endingen, 4-mal 2 Minuten gegen Pfadi Winterthur.

Endingen: Schams (12 Paraden), Imhof (0); Fischer, N. Grau (2 Tore), S. Grau, Huesmann (2), Huwyler, Larouche (4), Mauron (1), Mischler, Radovanovic (5), C. Riechsteiner (1/1), L. Riechsteiner, Schafroth (4).

Pfadi Winterthur: Shamir (2 Paraden)/Wipf (8); Bräm, Bührer, Cohen (1 Tor), Dechow, Heer (2), Jud (8), Lier (9/4), Ott (2), Pecoraro (1), Pfister (1), Sidorowicz (2), Svajlen.

Bemerkungen: Endingen ohne Pejkovic (rekonvaleszent), Hirsbrunner (verletzt), Mühlebach, Lüthi (alle ohne Einsatz), und Hitz (nicht im Aufgebot). – Verhältnis verschossener Penaltys: 1:1.

Haben Sie die Partie verpasst? Schauen Sie sich das Spiel noch einmal in der Aufzeichnung des Livestreams an: