Badminton
«Wir fühlen uns nicht als Verlierer»: Das Team Argovia scheitert im Playoff-Final trotz guter Individualleistungen

Das von Hafiz Shaharudin trainierte Team Argovia ist im Playoff-Final der Badminton NLA am Wochenende trotz guter Individualleistungen am BC Uzwil gescheitert. Schlussendlich war der 3:5 Rückstand aus dem Hinspiel vom Samstag am Sonntag nicht mehr aufholbar – die Aargauer unterlagen mit 6:8.

Larissa Gassmann
Merken
Drucken
Teilen
Das Team vor dem Spiel in Uzwil.
18 Bilder
Vor dem Spiel herrscht gute Laune bei den Argovianern.
Das Team könnte zum dritten Mal den Meistertitel gewinnen.
Das Männerdoppel in Uzwil in Aktion.
Die Mannschaft musste sich 3:5 auswärts geschlagen geben, im Rückspiel ist die Halle trotzdem - oder gerade deswegen voll.
Heute muss das Team Argovia erneut eine gute Leistung zeigen, um noch eine Chance auf den Titel zu haben.
Team Argovia
Vor dem wichtigen Spiel schwören sich die Spieler ein.
Dank ihrem guten Teamgeist möchten sie nun gewinnen.
Auch die Fans sind nun bereit für das alles entscheidende Spiel.
Pedro Martins erreicht im Männerdoppel keinen Sieg für das Team Argovia. Am Schluss gewinnt auch heute wieder der BC Uzwil.
Nach dem Spiel dürfen sich die Argovianer aber über die Silbermedaille freuen. Tobias Künzi, Flurin Furrer, Nikita Khakimov und Chantal von Rotz nehmen ihr Exemplar entgegen (v.l.n.r).
Auch Lea Müller (r.) erhält die verdiente Silbermedaille.
Silvan Furrer (r.) darf sich ebenso freuen.
Das gilt auch für Joel König und Marina Ilyinskaya.
Marina Ilyinskaya nimmt ihre Medaille entgegen.
Pedro Martins mit seiner Silbermedaille.
Natürlich bekommt auch Trainer Hafiz Shaharudin ein Exemplar.

Das Team vor dem Spiel in Uzwil.

Olaf Stern

Auf dem grossen Plakat hinter ihrer Bank stand nebst «Come on» und «Força» auch «Gib Gummi». Und das tat das Team Argovia von Anfang an. Es galt, den 3:5 Rückstand aus dem ersten Finalspiel vom vergangenen Samstag aufzuholen.

In der heimischen und vollbesetzten Halle startete das Team Argovia optimal in das Rückspiel. In der Kategorie Frauendoppel konnten die Stammspielerin Lea Müller und die Ukrainerin Maryna Illynska den ersten Satz 21:16 für sich entschieden.

Auch im Männereinzel legte Tobias Künzi gegen Julien Scheiwiller – wie er Spieler der Nationalmannschhaft - einen Glanzstart hin und besiegte diesen mit 21:14. Im zweiten Satz machten die St. Galler es dem Team Argovia nicht ganz so leicht. Nach einer rasanten Aufholjagd der Aargauer, die in einem Kopf an Kopf Rennen endete, gewannen die Frauen schlussendlich mit 21:19 und auch Künzi konnte nach einem 22:20 jubeln und befreit seinen Schläger von sich werfen.

Rückstand aufgeholt

Der erste Schritt war geschafft, der Rückstand aus dem Hinspiel aufgeholt. In der Gesamtübersicht stand es nun 5:5, der Portugiese Pedro Martins konnte so im zweiten Männereinzel ohne Altlasten starten.

Der ehemalige Olympiateilnehmer, der mittlerweile nur noch für das Team Argovia spielt, traf auf den Ukrainer Artem Pochtarev. Auch dieser dürfte für Badminton-Fans kein Unbekannter sein, trat er doch ebenfalls wie Martins an den olympischen Spielen in Rio an.

Obwohl es für das Team Argovia bisher gut gelaufen war, musste sich Pedro Martins jetzt mit 21:23 geschlagen geben. Das galt auch für Lea Müller und Nikita Khakimov, die im Mixed gegen Tenzin Pelling und Adam Cwalina antraten und ebenfalls den ersten Satz verloren.

Beeindruckende Leistung

Mit 17:21 fiel der Rückstand hier sogar noch deutlicher aus. Auch im zweiten Satz lief es in beiden Kategorien nicht zufriedenstellend für die Argovianer. Im Mixed lag der Pausenrückstand bei 1:11, diesen konnten Müller und Khakimov trotz verbissener Aufholjagd nicht wiedergutmachen. Auch Martins scheiterte schlussendlich an Pochtarev. Nach der Hälfte der gespielten Spiele stand es nun 5:7. Wieder galt es für das Team Argovia, einen Rückstand aufzuholen.

Trotzdem gaben sich die Aargauer so schnell nicht geschlagen, was besonders Trainer Hafiz Shaharudin stolz machte: «Die ganze Mannschaft hat eine beeindruckende Leistung gezeigt. Wir haben um jeden Punkt gekämpft».

Sinnbildlich dafür steht Maryna Illynska, die im Fraueneinzel gegen die Uzwilerin Seraina Hofstetter antrat. Illynska die am Anfang dieser Saison noch in der Nationalliga B spielte, gewann beide Sätze souverän.

Nervenaufreibende Partie

Während der Aargauer Joel König und der Slowene Iztok Utrosa, der zugleich auch als Spielertrainer fungiert, sich nach einem ersten gewonnenen Satz von Utrosa ein schweisstreibendes Duell lieferten, stand es bereits wieder 6:7 in der Gesamtwertung.

Das motivierte König wohl zusätzlich, im dritten Männereinzel des Tages ging er bis ans Äusserste und versuchte mit hochrotem Kopf den verlorenen Satz wiedergutzumachen. Die alles entscheidende und nervenaufreibende Partie, in der sich auch die Zuschauer mächtig verausgabten, ging schlussendlich dann aber doch erneut mit 21:11 an den BC Uzwil.

Dieser konnte sich nach sechs gespielten Partien feiern lassen, hatte er doch einen Vorsprung vorgelegt, der für die Aargauer nicht mehr einzuholen war. Der Sieg von Illynska im Fraueneinzel, er war ein letztes, vergebliches Aufbäumen.

Faire Verlierer

Trotz der herben Enttäuschung – hatte der Anfang des Finals doch noch hoffen lassen – zeigte sich das Team Argovia als fairer Verlierer. Die Uzwiler hätten den Sieg verdient, trotz der Niederlage bleibe er zuversichtlich, sagt Joel König am Schluss. «Wir haben eine gute Saison hinter uns und obwohl der Schmerz nun gross ist, war der Einzug in den Final ein schönes Erlebnis», sagt er nach der Niederlage.

Auch der oft gepriesene Teamspirit blieb ungebrochen. Während noch der goldene Konfettiregen über die St. Galler fiel, stellten sich die Spieler im Kreis auf, um sich nochmals einzuschwören und sich dann erschöpft in die Arme zu fallen.

Obwohl die Niederlage im Playoff-Final einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, können die Aargauer auf eine mehr als gelungene Saison zurückblicken. So bilanzierte dann auch Lea Müller: «Wir haben gekämpft und unser Bestes gegeben. Schlussendlich fühlen wir uns nicht als Verlierer, sind zwar enttäuscht, aber nicht tief gefallen».