Ringen

Willisaues junge Wilden standen gegen die Freiämter auf verlorenem Posten

Ivan Kron (oben) realisierte gegen Remo Fallegger einen Schultersieg

Ivan Kron (oben) realisierte gegen Remo Fallegger einen Schultersieg

Trotz beherztem Einsatz kassierte der Ringclub Willisau beim Erzrivalen Freiamt eine deftige 11:24-Niederlage. Trotzdem will Willisau weiterhin auf den Nachwuchs setzen.

Der Rekordmeister setzt nach seinem zwölften Titelgewinn rigoros auf junge Ringer. Diese standen gegen die Freiämter Routiniers auf verlorenem Posten. Freiamts Trainer Marcel Leutert lobte für einmal sogar den Gegner. Der kecke Einsatz der Willisauer Rasselbande beeindruckte ihn nachhaltig. «Dieses Team hat Potenzial für die Zukunft.» Im Luzerner Lager herrschte dagegen Enttäuschung über die hohe Niederlage. «Das Resultat ist zu deutlich ausgefallen», befand Neotrainer Thomas Bucheli, der im Vorjahr noch Leistungsträger im Meisterteam war. Willisau stecke in einem Übergangsjahr. «Heute hat Freiamt unsere Schwächen aufgedeckt.»

Punktsieg von Vollenweider

Am meisten freute sich Leutert über den Punktesieg (3:0, 7:0) von Sandro Vollenweider. «Volli zermürbte den Gegner», wand der Trainer dem 84-kg-Ringer ein Kränzchen. Ivan Kron erfreute das Heimpublikum trotz Familienzuwachs und wenig Schlaf mit einem Schultersieg. Begeisterung löste zu Beginn Roland Ruch aus. Der 43-jährige Berner im Aargauer Team liess sich zwar von Alex Knecht überrumpeln. Auf einen 2:5-Rückstand reagierte er mit einer erstaunlichen Steigerung. 10:9 gewann er die erste Runde und überforderte damit sogar die Freiämter Anzeigetafel. Danach konterte Ruch den jungen Willisauer 7:0 aus.

Unglücklicher Reto Stadelmann

Dass Willisau den Match wenigstens bis zum sechsten Einzelkampf ausgeglichen hielt, lag auch am unglücklichen Einsatz von Reto Stadelmann. Stefan Reichmuth ging unerschrocken zur Sache und wendete den Kampf in der zweiten Runde. «Stadi» verlor den Faden und zuletzt hauchdünn den Kampf. Die weiteren beiden Siege für Willisau realisierten die beiden Internationalen Marco Riesen und Jonas Bossert. Doch in den letzten vier Einzelkämpfen setzte sich die Erfahrung und Klasse von Freiamt durch. Auch WM-Teilnehmer Pascal Strebel gestand den Gästen keinen Punkt zu.

Neyer dominierte stilsicher

Schnell zu einem sicheren Wert entwickelt hat sich im Aargauer Lager die Einsiedler Greco-Verstärkung Sven Neyer. Stilsicher dominierte er im Schwergewichtsduell Felix Scherrer. Weniger souverän fiel der Auftritt von 66-kg-Freistiler Thomas Murer auf. Als er aber seine Angriffe umstellte, wars um Kilian Aregger geschehen. Abgeklärt erfüllte im gleichen Gewicht Greco-Ringer Christoph Küng seine Aufgabe.

Damit tappte Freiamt nicht in die Willisauer Grünschnabelfalle. «Wir haben unsere Pflicht souverän erfüllt», zog Marcel Leutert zum Schluss erleichtert Bilanz, wohlwissend, dass die Luzerner ab dem Halbfinal ein wesentlich stärkeres Team formieren können.

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