Baden
Wieso tritt Handball-Präsident des STV Baden Anfang Saison zurück?

Daniel Hitz erklärt, weshalb er – kaum hat die neue Saison begonnen – seinen Rücktritt als Handball-Präsident beim STV Baden bekannt gibt.

Alexander Wagner
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Handball-Präsi Daniel Hitz: «Vieles wird als selbstverständlich hingenommen.»

Handball-Präsi Daniel Hitz: «Vieles wird als selbstverständlich hingenommen.»

Foto Wagner

Die Handballer der Stadtturner sind gerade in die neue Saison der Nationalliga B gestartet, da müssen sie sich bereits nach Verstärkung für die nächste Saison umschauen. Für einmal nicht auf dem Parkett, sondern im Vorstand: Daniel Hitz wird sein Amt als Präsident der Handballer niederlegen. Hitz hat das Präsidentenamt übernommen, als er noch selber aktiv auf der Platte stand und in der 2. Liga auf Torejagd ging. Jetzt hat sich das Fanionteam in der NLB etabliert und Hitz kann einen starken, gesunden Verein übergeben.

Herr Hitz, Sie haben angekündigt, dass Sie sich nicht mehr als Präsident des STV Baden Handball zur Wahl stellen. Wieso dieser Rücktritt?

Daniel Hitz: Es gab bei mir private Veränderungen sowie eine neue berufliche Herausforderung. In meinem neuen Job als Mitglied der Geschäftsleitung wird es mir nicht mehr möglich sein, das Amt des Präsidenten auszuüben. Ich kann nicht mehr so viel Zeit investieren.

Ist das der einzige Grund? Oder war auch etwas Enttäuschung dabei?

Es gibt nach sieben Jahren im Vorstand sicherlich auch eine gewisse Amtsmüdigkeit. Manchmal fehlt auch ein klein wenig die Wertschätzung und vieles wird als selbstverständlich hingenommen.

Der Rücktritt kommt für viele überraschend. Auch der Zeitpunkt, kaum ist die neue Handballsaison in der NLB gestartet. Wieso jetzt?

Ich habe mich entschieden, dies Anfang Saison zu kommunizieren. Dann hat der Verein auch genügend Zeit, einen Nachfolger zu finden.

Wie viel Zeit haben Sie denn in den Verein investiert?

Das kann man nicht so genau beziffern. Aber es war sehr zeitintensiv. Es gab zahlreiche Termine während des Tages, wenn man zum Beispiel Vertragsverhandlungen führt oder Sponsoren besucht. Städtli war jahrelang so etwas wie mein Kind. Alle anderen mussten hintanstehen.

Sie haben als Vorstandsmitglied noch aktiv in der 2. Liga am Flügel gewirbelt. Jetzt ist das Fanionteam in der NLB etabliert. Was waren Ihre Highlights?

Ich konnte die ganze Zeit auf meine Vorstandskollegen zählen. Zusammen konnten wir auch die Aufstiege von der 2. Liga bis in die NLB feiern. Zudem war es eine Klammerfunktion über den ganzen Verein: Städtli hatte immer eine tolle Juniorenbewegung, und auf der anderen Seite ist es uns gelungen, die ehemaligen Spieler und Funktionäre wieder näher an den Verein zu binden.

Was waren die Reaktionen auf Ihren Rücktritt?

Von privater Seite wurde es natürlich begrüsst, schliesslich musste mein Privatleben jahrelang hinten anstehen (grinst). Die Vorstandskollegen haben es bedauert, aber auch ein gewisses Verständnis.

Was sind noch Ihre Ziele, bis Sie das Präsidium weitergeben?

Wichtig ist, dass alle eine Perspektive des Vereins sehen. Alle sollen mitmachen und jeder soll sich in der jetzigen Situation angesprochen fühlen.

Wie sehen Sie die Zukunft des STV Baden?

Die sieht gut aus. Wenn sich die richtigen Leute finden lassen, die weiterziehen. Es gibt auch die Chance, wieder neue Wege zu beschreiten. Spezifisch in Bezug auf den Handball muss man rückblickend sagen, dass es vielleicht etwas zu ehrgeizig war, zu sagen, dass Städtli Baden in der Region den Ton angeben wird. Vielleicht müssen sich alle bewegen und Zugeständnisse machen, um den Handball weiterzubringen.

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