Fussball
Wieso sich Sandro Burki grün und blau ärgerte

Der FC Aarau verliert wegen zwei späten Penaltys mit 2:3 beim FC Luzern. FCA-Captain Sandro Burki ärgerte sich über eine gegnerische Schwalbe.

Ruedi Kuhn
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Sandro Burki (Mitte) und der Luzerner Lezcano geraten sich in die Haare. Key

Sandro Burki (Mitte) und der Luzerner Lezcano geraten sich in die Haare. Key

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Die 90. Minute: Luzerns Jahmir Hyka lässt sich innerhalb des Strafraums nach einem Zweikampf mit dem Aarauer Stephan Andrist fallen. Schiedsrichter Sandro Schärer zögert keine Sekunde und zeigt auf den Elfmeterpunkt. Nach dem Fehlentscheid brechen alle Dämme. Die Spieler beider Mannschaften gehen aufeinander los. Es kommt zu Rudelbildungen und Handgemenge.

Sandro Burki regt sich fürchterlich auf. Der Captain des FC Aarau und Dario Lezcano geraten sich in die Haare. Burki greift dem Stürmer aus Paraguay ins Gesicht. Lezcano will sich rächen, schlägt um sich. Bevor er Burki an den Kragen gehen kann, wird er von seinen Teamkollegen zurückgehalten. Schärer zeigt Burki und Lezcano die gelbe Karte. Nur die gelbe Karte – Sekunden später verwertet Mahmoud Kahraba den Penalty zum 3:2 für die Zentralschweizer.

180 Sekunden später ist die Partie zu Ende. Die Verlängerung findet neben dem grünen Rasen statt: Beim Gang in die Spielergarderoben kommt es zu Beschimpfungen unter der Gürtellinie. Es droht sogar eine Schlägerei. Dann werden die Streithähne getrennt. Das Ganze beruhigt sich. Burki spricht nach Konsultation der Fernsehbilder allerdings Klartext und sagt: «Der erste Penalty gegen uns ist berechtigt. Bulvitis hat den Ball mit den Händen abgewehrt. Der zweite Penalty ist aber ein Witz. Der Luzerner hat sich einfach fallen lassen. Und der Schiedsrichter ist darauf reingefallen. So zu verlieren ist bitter. Ganz bitter. Natürlich fühle ich mich verschaukelt.»

Burki hält sich in der Regel mit Kritik an Spielleitern zurück. In diesem Fall ist alles anders. Ganz anders. Der Captain lässt seinem Ärger freien Lauf und fügt hinzu: «Es ist eine Frechheit, wie der Schiedsrichter diese Partie gepfiffen hat. Wir wurden nicht nur bei der entscheidenden Penaltyszene benachteiligt. Der ‚Schiri’ hat auch kleinere Sachen gegen uns gepfiffen. Ich werde wohl einige Zeit brauchen, um diese bittere Niederlage verdauen zu können.»

Was die Spielanalyse betrifft, gibt sich Burki selbstkritisch: «Wir haben es nach der 2:1-Führung verpasst, das dritte und wohl entscheidende Tor anzustreben. Wir hätten die Konterchancen einfach besser nützen sollen. Trotzdem. Ein 2:2 hätte ich einigermassen akzeptieren können. Eine 2:3-Niederlage aber nicht.»