Challenge League

Wieso Erfolgstrainer Gabriele bei der AC Bellinzona gehen muss

Francesco Gabriele wies der AC Bellinzona den Weg. Er muss nun trotzem packen.

Francesco Gabriele wies der AC Bellinzona den Weg. Er muss nun trotzem packen.

Die AC Bellinzona feuert ihren Erfolgstrainer Francesco Gabriele nach einer halben Saison. Weil Hakan Yakin Druck gemacht hat und Gabrieles Abgang schon von Anfang an feststand. Die Tessiner missbrauchten ihn als Platzhalter für einen anderen.

Wieso muss ein Trainer gehen, der in elf Spielen mit seinem Team 25 Punkte macht? Das fragen sich heute alle Fussball-Experten im Land. Genau das hat die AC Bellinzona gemacht. Sie hat ihren Erfolgstrainer gefeuert. Und auch der Sportchef Giuseppe Bifulco muss sein Büro räumen.

Grabriele will die Entlassung nicht kommentieren. «Ich will dazu nichts sagen», meint er zur az. Heute früh ist er vom Präsidenten Gabriele Giulini offiziell informiert worden, dass er entlassen wird, er ahnte es schon gestern, zumal entsprechende Gerüche bereits im Schweizer Blätterwald kursierten.

Bilanz spricht für Gabriele

«Ich bin dem Verein und dem Präsidenten dankbar, dass ich die Arbeit machen durfte, es war eine Riesenchance für mich», sagt er. Tatsächlich: Gabriele hat die Chance gepackt und kann erhobenen Hauptes von Bellinzona weggehen. Sein Vertrag läuft noch bis Ende Saison. «Ich wünsche der AC Bellinzona alles Gute.»

Die Bilanz spricht für Gabriele. In 11 Spielen hat er mit der ACB 25 Punkte gemacht, in der Tabelle liegt der Club hinter Aarau an zweiter Stelle.

Andermatt soll übernehmen

Die unglaublichste Entlassung seit Jahrzehnten im Schweizer Fussball gibt den Gerüchten wieder auftrieb, die seit Anfang an kursierten, nämlich, dass die AC Bellinzona Gabriele nur wegen den notwendigen Papieren (Uefa Pro Lizenz) installiert hat und von Anfang wusste, dass der Trainer Ende Vorrunde den Sessel wieder räumen muss. Gabriele wurde also als Freiwild der Vereinsführung missbraucht.

Es wundert daher nicht, dass bereits ein Nachfolger bereitstehen soll, wie mit der ACB vertraute Kreise wissen. Und dieser ist kein Geringerer als Martin Andermatt - ausgerechnet jener Trainer, der Ende letzter Saison nach verpasster Barrage-Qualifikation gehen musste.

Option FC Aarau

Gerüchten zu Folge soll zuletzt auch Hakan Yakin gegen Gabriele intrigiert haben. Die launische Diva konnte den Entscheid des Trainers, ihn auf die Ersatzbank zu verbannen, nicht akzeptieren.

Gabriele nimmt das Ganze mit einer schönen Portion Galgenhumor. «Ich wünsche der AC Bellinzona schöne Festtage», sagt er.

Um seine Zukunft muss sich Gabriele wohl keine allzu grossen Sorgen machen. Seine Leistungsweise in Baden und Bellinzona sind Qualifikation genug. Sollte der Trainerposten beim FC Aarau tatsächlich frei werden, weil René Weiler zum FC Zürich geht, dann wäre Gabriele in Aarau erste Wahl. Im Aargau ist er jedenfalls auch kein Unbekannter. Bevor er ins Tessin ging, wirkte er mit grossem Erfolg bei Baden und beim Team Aargau.

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