Fussball
Wieso Aargau U21 auch dieses Jahr nicht aufsteigen darf

Dem Team Aargau U21 droht dasselbe Schicksal wie letztes Jahr. Sportlich erfüllt die Mannschaft die Kriterien für den Aufstieg, nur hat es in der dritthöchsten Liga nur Platz für zehn U21-Teams. Aargau U21 wäre das elfte.

Andreas Fretz
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Wird Joël Geissmann und seinen Mitspielern auch dieses Jahr der Aufstieg verwehrt?

Wird Joël Geissmann und seinen Mitspielern auch dieses Jahr der Aufstieg verwehrt?

Das Unverständnis am Ende der letzten Saison war riesig. Sportlich hatte das Team Aargau U21 den Aufstieg
in die 1. Liga geschafft. Doch das Reglement bremste die Nachwuchskicker aus. Das Kontingent in der dritthöchsten Spielklasse ist auf zehn U21-Teams beschränkt. Thun U21 und das Team Aargau kämpften um diesen zehnten Platz. Und die Thuner erhielten, obwohl sie nicht alle Kriterien erfüllten, dank einer provisorischen Bewilligung und vier Punkten mehr den Vorzug. Das Team Aargau war die Nummer 11.

Dieses Szenario droht sich nun zu wiederholen. Im April meldete das Komitee der 1. Liga in einem kurzen Communiqué: «Gemäss Information der Swiss Football League (SFL) erhalten sämtliche aktuellen U21-Mannschaften, welche an der Meisterschaft der 1. Liga teilnehmen, die Bewilligung für nächste Saison.» Das heisst für das Team Aargau: Das Boot ist voll. 29 Saisons galt der FC Aarau als unabsteigbar, nun droht der U21 der Mythos des Unaufsteigbaren.

Vor einem Jahr leiteten die Verantwortlichen noch rechtliche Schritte ein, gingen vors Bezirksgericht. Den Gang vor den Sportgerichtshof CAS sparte man sich. In diesem Jahr wird man aus Kostengründen auf juristische Schritte verzichten. Obwohl man sich bewusst ist: Der Aargauer Fussball braucht ein Ausbildungssegment in der 1. Liga. Jürg Widmer, Aaraus Nachwuchsverantwortlicher, sagt: «Vom sportlichen Standpunkt ist das unterste Schublade. Stellen Sie sich vor: Unsere Jungs schaffen zweimal den Aufstieg und dürfen zweimal nicht aufsteigen.»

Noch liegt die U21 auf Rang zwei. Der Rückstand auf den Aufstiegsplatz beträgt allerdings nur einen Punkt. Sollte die Equipe von Trainer Thomas Binggeli sportlich den Aufstieg schaffen, besteht dennoch eine geringe Chancen auf die Teilnahme am Spielbetrieb der 1. Liga.

1.Chance: Eine der zehn U21-Equipen, die derzeit in der 1. Liga spielen, muss absteigen. Damit wird ein Platz frei. Zwei Runden vor Saisonende liegen allerdings alle U21-Teams über dem Strich. Am Engsten wird es für Sion U21, das nur einen Punkt Reserve aufweist. Lugano U21 liegt drei Punkte über dem Strich.

2.Chance: Die Bewilligungen der SFL enthalten eine Einschränkung. Im oben erwähnten Communiqué steht: «Im Moment noch hängig sind einzig die Kriterien Abklärungen für die Mannschaft von Lugano U21.» Die Tessiner verfügen weder über eine U16 noch eine U18. Das ist aber Bedingung. Lugano kann das Problem lösen, falls es eine Partnerschaft mit dem Team Ticino eingeht. Es ist davon auszugehen, dass dies bis Mitte Juni geschehen wird.

Auch die Thuner, die vor einem Jahr keine U18 hatten und zudem Partnerteam von YB sind (pro Partnerschaft ist nur eine U21 erlaubt), sind daran, die Kriterien zu erfüllen. Eine U18 ist im Aufbau, zudem werden die Thuner wohl eine neue Partnerschaft eingehen.

Vier U21-Teams in neuer Liga

Erst mit der Einführung der 1. Liga Promotion ab der Saison 2012/13 ist für das Team Aargau Besserung in Sicht. In der neu gegründeten Liga dürfen laut Reglement vier U21Auswahlen mitspielen. Diese Plätze werden wohl finanzstarke Clubs wie Basel oder Zürich erobern. Eine Liga tiefer, in den drei 1.-Liga-Gruppen, dürfen zusätzlich neun U21-Teams (drei pro Gruppe) mitspielen. Dieser Weg scheint für die Aargauer realistisch. Widmer betont aber: «Die 1. Liga ist dann nur noch die vierthöchste Liga.» Doch gerade Talente wie U18-Natispieler Joël Geissmann versauern in den unteren Ligen. Doch wie heisst es so schön: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und noch dürfen die Nachwuchskicker hoffen.