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«Wie Schwarz-Weiss-Fernseher» - Der TV Endingen hat gegen St. Otmar keine Chance und verliert mit 23:39

Der TV Endingen kann gegen den TSV St. Otmar St. Gallen nichts ausrichten. Nach einem Acht-Tore-Rückstand zur Pause steigert er sich auch nach dem Seitenwechsel nicht wesentlich. Am Ende geht die Partie gleich mit 23:39 verloren. Die Endinger bleiben damit auf ihren zwei Punkten sitzen.

Das Spiel ist schon mindestens eine Viertelstunde Geschichte, als Lukas Riechsteiner immer noch ins Leere blickt. Er sitzt einfach da, ausserhalb des Spielfeldes und sortiert seine Gedanken. Diese Niederlage kann er nicht einfach so hinnehmen. Es liegt nicht an der Niederlage an und für sich. Nein. Es liegt an der Art und Weise, wie sie zustande gekommen ist und wie der TV Endingen gegen St. Otmar St. Gallen aufgetreten ist. Deshalb hadert Riechsteiner. «Das war von A bis Z eine schlechte Leistung von uns», sagt er.

Acht-Tore-Rückstand zur Halbzeit

Die Surbtaler kommen gegen die Gäste aus der Ostschweiz nie infrage für den Sieg. Schon nach zehn Minuten steht es 2:8. Eine grosse Hypothek. Dank einer Ansprache im Timeout von Trainer Zoltan Majeri fängt sich das Heimteam in der Folge. Eine Viertelstunde lang hält es den Rückstand in Grenzen. Kurz vor der Pause reibt es sich aber erneut mehrmals hintereinander an der St. Galler Abwehr auf und schenkt den Ballbesitz leichtsinnig her. Das nutzen die spielfreudigen Gäste aus, das Olmawochenende hat zumindest keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Der TV Endingen liegt zur Pause bereits mit 11:19 zurück.

Genau wie Lukas Riechsteiner hadern auch andere. Mehrere Spieler setzen sich unmittelbar nach dem Spiel zu Trainer Zoltan Majeri auf die Bank und diskutieren angeregt. Unter ihnen Topskorer Claudio Vögtli – oder auch Kreisläufer Karlo Ladan. Auch sie sind nicht zufrieden mit ihrer Leistung und versuchen, das Geschehene einzuordnen.

«Ich muss noch den Rhythmus finden»

Das Geschehene einordnen, das kann Marius Moser. Der Rückkehrer, der beim TV Endingen zurzeit und bis Ende Jahr aushilft, weiss nach der Partie ziemlich schnell, woran es gelegen hat. «Es ist immer eine Frage des Timings», sagt er. Erst wenige Trainingseinheiten hat Moser bisher seit seiner Zusage mit der Mannschaft absolvieren können. Deshalb habe es noch nicht immer nach Wunsch funktioniert. «Und ich muss den Rhythmus noch finden.» Das traut er sich aber zu. Mit jedem Training mehr wird es ihm besser laufen. Das Gleiche gilt für Michal Tonar, den neuen tschechischen Rückraumspieler. Er versucht zwar das Angriffsspiel der Endinger zu organisieren, verzettelt sich aber noch zu oft.

Zu viel nachgedacht, zu wenig Willen aufgebracht

Zoltan Majeri nimmt seine beiden neuen Spieler, Tonar und Moser in Schutz. Der TVE-Trainer sagt nach dem Spiel, es sei sehr schwierig, in so kurzer Zeit mit den neuen Spielern auf das gewünschte Niveau zu kommen. Er gibt ihnen die nötige Zeit, um sich weiter einzugewöhnen. Was er in der Partie gegen St. Otmar St. Gallen am meisten vermisst hat, ist der unbedingte Siegeswille. «Wenn du den Willen aufbringst, findest du immer eine Lösung. Wir haben heute zu viel nachgedacht und gehadert», sagt er.

Er selbst hadert nicht. Zoltan Majeri findet immer Worte, selbst nach einer so hohen Niederlage. Auch in der zweiten Halbzeit steigert sich der TV Endingen nicht merklich und läuft den Ostschweizern ins offene Messer. Deshalb sagt er: «Heute ist es gewesen, als wären wir die Fernsehgeräte, die nur schwarz-weisse Bilder liefern und die St. Galler waren gestochen scharfe HD-Geräte.» Zwischenzeitlich hätten die schwarz-weissen TV-Geräte farbig aufgeflimmert – aber eben nur zwischenzeitlich. Die Endinger Lichtblicke in diesem Spiel waren rar. Am 2. November - nach der Nationalmannschaftspause - sollen es wieder mehr sein, wenn Endingen gegen Pfadi Winterthur spielt. Dann muss auch Lukas Riechsteiner nicht mehr so lange mit der Leistung seiner Mannschaft und sich selbst hadern.

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