1. Liga

Wie Fredy Strasser den FC Baden zurück auf die Siegerstrasse führen will

Fredy Strasser, hier als Trainer des FC Aarau im Jahr 2010, übernimmt bis Ende Saison das Traineramt in Baden. «Ich weiss, wozu das Team fähig ist.» (Archiv)

Fredy Strasser, hier als Trainer des FC Aarau im Jahr 2010, übernimmt bis Ende Saison das Traineramt in Baden. «Ich weiss, wozu das Team fähig ist.» (Archiv)

Der neue Trainer des FC Baden ist kein Unbekannter: Fredy Strasser hat im Aargauer, aber auch im Schweizer Fussball seine Spuren hinterlassen.

Nach sechs Niederlagen in Folge in der 1. Liga hat der FC Baden reagiert: Trainer Thomas Jent wurde vergangene Woche entlassen, sein Nachfolger bis Ende Saison heisst Fredy Strasser. Der 64-Jährige hinterliess auf den Schweizer Fussballplätzen und insbesondere im Aargau viele Spuren: Als Sportchef beim FC Aarau stellte er das legendäre Meisterteam 1993 um Rolf Fringer zusammen. Daneben war er auch Geschäftsführer, Nachwuchschef, Trainer oder Sportchef in Wettingen, Wil und St. Gallen.

Am Montag leitete Strasser die erste Trainingseinheit im Esp. «Ich hatte einen guten Eindruck von der Mannschaft, der Wille und das Talent sind vorhanden. Jetzt geht es darum, der Mannschaft das Selbstvertrauen und die Spielfreude zurückzugeben.» In seiner ersten Ansprache appellierte er an die Spieler, die kommenden Partien mit der nötigen Seriosität anzugehen. Weniger Tore als zuletzt soll Baden kassieren, sein Augenmerk in den ersten Trainings liege auf der Defensivarbeit. Strassers Ziel für die restlichen acht Spiele der Saison ist klar definiert: «Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben.» Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt acht Punkte.

Eigene Beratungsfirma

Nach seinem letzten Engagement als Interimstrainer beim FC Aarau im Jahr 2010 gründete Strasser eine Beratungsfirma mit Sitz in Würenlos. Zu den Kunden zählen Regionalverbände, Vereine sowie auch Spieler, darunter Andi Hirzel, Torhüter beim Hamburger SV in der deutschen Bundesliga. Stets hatte er auch Kontakt zu Badens Ehrenpräsident Heinz Gassmann. «Ich sagte ihm vor einiger Zeit, dass ich gerne helfe, wenn ich in irgendeiner Form gebraucht werde.» Als der FC Baden nun wegen des Trainerjobs anrief, habe er sich für den Entscheid einen Tag Zeit gelassen, sich mit der Familie abgesprochen. «Der Reiz, auf die Trainerbank zurückzukehren, ist gross», begründet der Inhaber der Uefa-Pro-Trainerlizenz seine Zusage.

Strasser sass diese Saison schon einige Male auf der Tribüne des Badener Stadions Esp. «Ich sah im Herbst etwa vier Spiele, darunter auch Siege. Von damals weiss ich, wozu das Team fähig ist.» Sein Engagement als Cheftrainer beim FC Baden ist bis Ende Saison begrenzt. «Ich denke, das ist sowohl für mich persönlich als auch für den Verein sinnvoll.» Ob er Baden auch nächste Saison in irgendeiner Funktion unterstütze, stehe noch nicht fest. «Meine Konzentration gilt vorerst der sportlichen Situation.» Unterstützt wird er von Rino Luongo, der nach wie vor als Assistenztrainer amtet. «Die Qualität in unserem Team ist hoch. Ich bin überzeugt, dass der nächste Sieg bald folgt. Fredy Strasser wird uns mit seiner Erfahrung sicher helfen können. Er strahlt gegenüber der jungen Mannschaft Ruhe und Sicherheit aus», hat Luongo beobachtet.

Jent: «Unruhe im Umfeld»

Und Thomas Jent? «Ich habe einerseits Verständnis für den Entscheid des Vereins. Wer sechs Mal in Folge verliert, muss damit rechnen, dass die Mechanismen des Fussballgeschäfts greifen.» Andererseits habe die Mannschaft keine schlechte Entwicklung hinter sich, weswegen er das Ende der dreijährigen Zusammenarbeit bedaure. «Letzten Sommer wurde das Budget für die erste Mannschaft fast halbiert. Allen war bewusst, dass es mit diesem jungen Team keine einfache Saison wird. Wir haben gute Spiele abgeliefert, die Gegner teilweise an die Wand gespielt. Leider haben wir zu oft Spiele aus der Hand gegeben, die wir nie verlieren dürften.» Die Zeit in Baden sei sehr schön gewesen, wenn auch im Umfeld stets Unruhe geherrscht habe. Im Herbst kritisierte er, die Erwartungen von Teilen des Vorstandes seien nicht mit der finanziellen Realität vereinbar (die AZ berichtete). Jent: «Ich fühle mich den Spielern und dem Verein nach wie vor verbunden und hoffe, dass es resultatmässig schnell aufwärtsgeht und im Club in Zukunft etwas mehr Ruhe einkehrt.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1