Youth Olympic Games

Wie ein Phönix aus der Asche: Berenice Wicki sichert sich in der Halfpipe die Bronzemedaille

Berenice Wicki hat es geschafft: In Lausanne sichert sie sich trotz trainingstechnischer Defizite die Bronzemedaille.

Berenice Wicki hat es geschafft: In Lausanne sichert sie sich trotz trainingstechnischer Defizite die Bronzemedaille.

Nach langer Verletzungspause gewinnt Berenice Wicki aus Ennetbaden an den Olympischen Jugendspielen die Bronzemedaille. In der Halfpipe lässt sie nicht nur ihre Konkurrenz, sondern auch ihre Diagnose für einmal weit hinter sich.

Die meisten Abläufe hinter einer gewonnenen Medaille erscheinen simpel: Ein Athlet trainiert hart und monatelang für sein Ziel, wird für seine Mühen entlohnt und darf wie erwartet als strahlender Gewinner im Rampenlicht stehen. Doch was wie der normale Verlauf in der Sportwelt klingt, ist für die Snowboarderin Berenice Wicki (17) zu banal.

Denn so wie ein Diamant nur unter grossem Druck entstehen kann, so sind die schönsten Geschichten meist auch mit Schmerz verbunden. Bei Wicki hiess dieser Schmerz «Ermüdungsfraktur an der Lendenwirbelsäule». Sechs Monate Pause, viel Ruhe, ein Leben fernab der so geliebten Halfpipe.

Wie ein Versprechen für eine bessere Zukunft mag ihr da ihre vor einer Woche an den Olympischen Jugendspielen gewonnene Bronzemedaille erscheinen. «Es fühlt sich sehr gut an und ich habe total Freude daran. Aber ich kann es noch immer nicht ganz glauben», sagt die 17-Jährige über das Edelmetall. Auch wenn die junge Athletin schon mehrmals ihr Talent hat aufblitzen lassen und sich im Alter von nur 14 Jahren den Titel als Junioren-Weltmeisterin sicherte, hatte sie in Lausanne keiner auf dem Schirm.

Das aufregende Leben rückt die Strapazen in den Hintergrund

Dass ihr Umfeld im Hinblick auf ihre fehlende Wettkampfpraxis keine unrealistischen Forderungen an sie stellte, dürfte wohl einen grossen Anteil an ihrer guten Leistung gehabt haben. «Swiss Snowboard und das ganze Team haben darauf geachtet, keinen Druck aufzusetzen. Den Druck habe ich mir selbst gemacht. Am Wettkampftag konnte ich diesen aber gut beiseitelegen», sagt Wicki.

Am Ende geht es gerade bei den Olympischen Jugendspielen vor allem darum, den Auftritt auf der grossen Bühne uneingeschränkt geniessen zu können. So hat auch das aufregende Leben in Lausanne so manche Strapazen in den Hintergrund gerückt. «Das olympische Dorf war unglaublich. Es war weitaus cooler, als ich es mir hätte vorstellen können», schwärmt Wicki.

Das Zusammenleben der Nationen und die lockere Stimmung wird sie wohl nicht mehr vergessen. Dennoch steht der überwundene Kampf gegen den Schmerz im Vordergrund. «Ich bin froh, dass ich meine Verletzung hinter mir lassen konnte und schmerzfrei war.»

Dass ihr Leiden sie allerdings noch eine ganze Weile begleiten und so schnell nicht vergehen wird, ist ihr bewusst. Doch dank Lausanne weiss sie auch, dass sie dazu fähig ist, all das überwinden zu können, mehr als nur eine Diagnose zu sein. Wie ein Phönix aus der Asche ist Wicki in der Westschweiz durch die Luft gewirbelt. Und seither noch immer nicht so ganz gelandet.

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