Fussball
Wie der «Club 100» den FC Aarau gerettet hat

Mit 202 Aktionären gab es an der achten Generalversammlung der FC Aarau AG einen rekordverdächtigen Aufmarsch. Im Mittelpunkt standen die Wahlen des Verwaltungsrats und die 1,5 Millionen teure Einigung mit der Beratungsfirma MTO.

Ruedi Kuhn
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Der alte ist zugleiche der neue VR beim FC Aarau: Schmid, Vogt, Bamchmann, Herzog und Geissberger (von r.)

Der alte ist zugleiche der neue VR beim FC Aarau: Schmid, Vogt, Bamchmann, Herzog und Geissberger (von r.)

Aargauer Zeitung

Als Tagespräsident amtete kein Geringerer als der frühere Präsident Ernst Lämmli. Mit Präsident Alfred Schmid, Vize Roger Geissberger sowie René Herzog, Urs Bachmann und Rudolf Vogt wurden die bisherigen fünf VR-Mitglieder für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Bezüglich Finanzen malte Finanzchef Vogt ein düsteres Bild: Augenfällig ist, dass es im vergangenen Geschäftsjahr einen Betriebsverlust von knapp einer halben Million Franken gab. Sportlich kann es in der nächsten Saison nach dem zähen Ringen um den Ligaerhalt eh nur besser werden.

Einigung mit MTO nur dank «Club 100»

Für Gesprächsstoff sorgte während der GV die Einigung mit der MTO. Das Bundesgericht hatte im April den Verein FC Aarau 1902 dazu verpflichtet, der Zuger Beraterfirma aus dem Verkauf der Transferrechte im Jahr 2002 den Betrag von 2,5 Millionen Franken zurück zu bezahlen.

Nun wurde eine Lösung gefunden. Bis zur Unterschrift unter die Vereinbarung mit einer Rückzahlung von 1,5 Millionen waren allerdings langwierige und nervenaufreibende Verhandlungen nötig. Der Vergleich kam dank der FCA-Sponsorengruppe «Club 100» zustande. Ohne Verhandlungsgeschick der beiden Präsidenten René Herzog und Michael Hunziker wäre es nie zu einer Einigung gekommen.

Nachdem sich FCA-Präsident Alfred Schmid, Herzog und der frühere MTO-Verwaltungsratspräsident Urs Birri Anfang letzter Woche am Flughafen in Kloten zu einer Sitzung getroffen hatten, spielte Herzog in den vergangenen acht Tagen die Rolle des Chefunterhändlers.

Birri und Herzog zogen die Fäden

Birri und Herzog handelten Vertragsdetails wie die Fristen der Zahlungsmodalitäten aus. Letzterer holte sich die Motivation für einen Vergleich mit der MTO, um eine nachhaltige Vereinspolitik zu betreiben. Ihm ging es einerseits um die Abwendung von Klagen und Prozessen gegen die Organe des Vereins 1902 und alle Mitglieder, anderseits um die Lizenz für die FC Aarau AG und das neue Stadion im Torfeld Süd.

Kurzfristig ist der Weg für die Zukunft des FC Aarau frei. Langfristig braucht es vom «Club 100» grösste Anstrengungen, um die Altlasten zu tilgen. Schliesslich müssen in den nächsten sechs Jahren 1,5 Millionen Franken bezahlt werden. Da ist es beruhigend zu wissen, dass der Apéro nach der GV von der BDO Aarau und von Hans Schneider, dem Wirt vom Gasthaus zum Schützen, offeriert wurde.