Eine Fussballpartie, wie man sie sich erträumen kann. Aarau, vor dem Spiel noch mit kleinem Abstand zu den Abstiegsplätzen, empfängt den Leader aus St. Gallen. Vor dem Spiel hiess es noch „Wenn wir gegen St. Gallen verlieren, ist das keine Schande für uns.“ Nach dem Spiel wird gefeiert, als hätten die FCA-Frauen die Meisterschaft gewonnen. Doch rollen wir das ganze Spektakel von vorne auf.

Schon zu Beginn hält Aarau einem starken Gegner gut dagegen. Schnell wird klar: Aarau kann in diesem Spiel mehr als nur eine Nebenrolle spielen. Früh erarbeitet sich auch das Heimteam Torchancen, scheitert aber an der Präzision beim letzten Pass. Kurz vor der Pause kommt St. Gallen nochmal, kann sich die Führung aber nicht holen.

Neuzugang Zengaffinen mit dem Siegtreffer

Aus der Kabine kommt Aarau stärker. Man spürt den Siegeswillen auf dem Platz. Mit einer Menge Selbstvertrauen, Kampfgeist und Drang zum Tor stürmen die FC Aarau Frauen aufs gegnerische Tor. Auch in der Defensive, ohne Captaine Michelle Stierli, machten sie ein solides Spiel. Auf der rechten Aussenseite klärte Storr Bälle, immer und immer wieder. Auf der linken Aussenseite tat es ihr Berli zugleich. Die Innenverteidigung, bestehend aus Bühler und Do Sul leistete ebenfalls wichtige Arbeit, um die Tore zu verhindern.

Siegtorschützin Svenja Zengaffinen nach dem Sieg gegen St. Gallen-Staad

Siegtorschützin Svenja Zengaffinen nach dem Sieg gegen St. Gallen-Staad

Etwas überraschend sah man statt Jill Schneider heute Laura Vogt im Tor der FCA-Frauen. Doch auch sie leistete starke Arbeit – und war nicht zuletzt auch der Grund, warum man gegen den eigentlich so starken Leader aus St. Gallen zu Null spielte.

In der 70. Minute wurde das Heimteam für die kämpferische Leistung belohnt. Winterneuzugang Zengaffinen durfte sich als Torschützin feiern lassen. „Es hat sich Unglaublich angefühlt. Wir haben alle zusammen das Tor erarbeitet“, kommentiert die Siegestorschützin ihren Treffer.

Ebenfalls wieder auf dem Platz sah man Alayah Pilgrim. Nach langer Verletzungspause gab die 15-jährige Stürmerin ihr Rückrundendebüt und konnte beinahe die Führung ausbauen. Jedoch war sie zwei Mal ein wenig zu spät und verpasste den perfekten Start.

Derendingen wartet – dritter Sieg in einer Woche?

Am Samstag wartet nun Derendingen. Mit einem Sieg in Solothurn könnte man die Woche perfekt beenden, mit neun Punkten aus drei Spielen. „Ein Sieg in Derendingen ist sicher unser Ziel. Wir hoffen, dass wir mit diesem Selbstvertrauen auch weiterhin gut trainieren können“, sagt Zengaffinen zur kommenden Aufgabe.

Nun scheint die Krise also bewältigt. Zumindest so halb. Mit diesen sechs Punkten aus den letzten zwei Siegen haben sich die Aarauerinnen einen schönen Abstand zum hinteren Tabellenende erarbeitet. Man spürt die Erleichterung im Team, die Freude am Spiel scheint wieder gefunden zu sein. Die Gefahr ist jetzt aber, dass man sich auf diesen Siegen ausruht und wieder zurück in die Jugendlichkeit fällt. Doch dazu werden wir uns nach dem Spiel am Samstag sicher ein besseres Bild machen können. Bis dahin wird der Sieg gegen den Leader sicher genossen.