Traditionsgemäss stellt der TC Wettingen bei den Männern eine Mannschaft in der NLC. Das wird in diesem Jahr nicht mehr der Fall sein. Die Klubführung, welche die erste Mannschaft bisher finanziell unterstützt hat, hat entschieden, dass die Mehrheit der Spieler reguläre Klubmitglieder sein müssen und nicht Athleten, die lediglich für die Interclubpartien verpflichtet werden, wie Vereinspräsident Beat Fellmann erklärt.

Schwächen im Nachwuchs

Damit standen die Wettinger, die in der Vergangenheit stets auf externe Verstärkung angewiesen waren, vor einem Problem: Der eigene Nachwuchs ist zu schwach, um in der NLC bestehen zu können, und das Unterfangen blieb erfolglos, neue Spieler zu suchen, die sich längerfristig im Team integrieren wollen.

Der Rückzug der Equipe war daher unumgänglich. «Der Klub bedauert den Rückzug. Wir wären bereit gewesen, bei einem nachhaltigen Konzept die erste Mannschaft weiterhin zu unterstützen», so Fellmann, der betont, dass es zwischen Mannschaft und Klubführung nicht zum Streit gekommen sei. Captain Nicolas Menzato wollte sich dazu nicht äussern.

Teamgedanken in den Vordergrund stellen

Ein Grund, weshalb den Wettingern die Suche nach adäquaten Spielern so schwer gefallen ist, könnte ein Interclub-Projekt aus dem Kanton Aargau sein. Der TC Teufenthal versucht seit einigen Jahren ausschliesslich mit vielversprechenden Aargauer Nachwuchsspielern eine schlagkräftige Truppe zu stellen.

«In der Vergangenheit sind ähnliche Projekte im Aargau leider immer gescheitert. Ich hoffe, dass wir es nun schaffen, indem wir den Teamgedanken in den Vordergrund stellen. Die Jungs sollen so viel Spass haben am Interclub, dass sie bei uns bleiben, auch wenn finanziell lukrativere Angebote vorliegen», erklärt Nicole Riniker, die gemeinsam mit Frank Attula das Teufenthaler Projekt betreut.

Eine entscheidende Saison

Das junge Team, das derzeit von einem Gönnerverein unterstützt wird, hat sich zum Ziel gesetzt, 2016 um den Aufstieg in die NLB mitzuspielen. Davon sind die Teufenthaler derzeit noch weit entfernt. Noch spielen sie in der 1. Liga und stehen dort vor einer entscheidenden Saison. «Wenn wir in diesem Jahr nicht aufsteigen, dann können wir das Projekt beenden. Noch einmal werden die Jungs nicht in der 1. Liga antreten», ist sich Riniker bewusst.

Mit verstärktem Kader in die NLC

Im Vergleich zum Vorjahr, als das Team in den Aufstiegsspielen an Herzogenbuchsee gescheitert war, wurde der Kader nochmals verstärkt. Neben den bisherigen Spielern Patrik Hartmeier (R1, 17 Jahre), Noël Kunz (R1, 16), Noah Petralia (R2, 17), Hans Gloor (R3, 16), Lukas Striffler (R3, 14) und Benjamin Fisch (R4, 18, Captain) stossen neu Dario Huber (R1, 17) vom NLC-Absteiger Zofingen und Routinier Slobodan Mavrenski (N4, 71) zum Team.

«Vor allem die Verpflichtung von Slobodan ist für uns ein Glücksfall. Mit seiner Erfahrung und seiner Klasse wird er den Jungs wertvolle Unterstützung bieten können», ist Riniker überzeugt. Mit diesem Kader müssten sich die Teufenthaler selbst in der NLC nicht verstecken.