Futsal
Wettingen 93 feiert nach 4:2-Sieg gegen Seefeld den Aufstieg

Zum Schluss gab es kein Halten mehr: Wettingen 93 steigt nach dem 4:2-Sieg gegen Seefeld in die Super League auf.

Ruedi Kuhn
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Futsal: FC Wettingen 93 gegen Seefeld ZH
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FC Wettingen 93 gegen Seefeld ZH Alessandro Facchinetti (vorne, Wettingen) in Action.
FC Wettingen 93 gegen Seefeld ZH Alessandro Facchinetti (rechts, Wettingen).
FC Wettingen 93 gegen Seefeld ZH Vojan Cvijanovic (rechts, am Ball) vom FC Wettingen.

Futsal: FC Wettingen 93 gegen Seefeld ZH

Alexander Wagner

Plötzlich brechen alle Dämme. Captain Alessandro Facchinetti erzielt Mitte der zweiten Halbzeit das 2:1. Endlich. Sekunden später trifft Yuri Steffen zum 3:1. Die Erlösung. Der Doppelschlag löst den Knoten. Die Spannung aber bleibt. Seefelds Bester Ivan Palumbo verkürzt mittels Penalty auf 2:3.

Nun wird es hektisch. Die beiden Trainer werden beinahe zu Furien. Wettingens Pedro Facchinetti tigert hin und her, verwirft die Hände. Um sich zu beruhigen, versteckt er sich hinter den Spielern und nimmt eine Auszeit. Seefelds Mario Diethelm verliert mehr und mehr die Fassung, kritisiert den Schiedsrichter heftig und wird kurz vor Schluss vom Platz gestellt. Dann macht Vojan Cvijanovic mit dem Treffer zum 4:2 alles klar.

«Ihr seid die geilsten Spieler»

Nach dem Schlusspfiff gibts kein Halten mehr. Der Aufstieg in die Super League ist Tatsache. Die Wettinger bilden einen Kreis und tanzen vor Freude. Der Jubel ist schier grenzenlos. Bevor es in die Garderobe geht, will Cvijanovic eine Kurzansprache halten. «Jungs», sagt der Goalgetter, «ihr seid die geilsten Spieler, die ich kenne.» Dann beginnt das grosse Fest. In der Umkleidekabine zaubert Tausendsassa Cvijanovic eine Flasche Kirsch und ein Dutzend Plastikbecher aus seiner Sporttasche hervor. «Runter damit», ruft ein Betreuer. «Ein kleiner Schluck des edlen Getränks kann Helden wie uns nichts schaden.»

Grosse Worte. Bis zur Aufstiegsfeier war es allerdings ein hartes Stück Arbeit. Das Spiel gegen Seefeld in der Sporthalle Junkholz in Wohlen wurde zum Nervenkitzel. Zur Pause stand es 1:1. Und ohne einige Glanzparaden von Torhüter Fabian Sangines hätte Wettingen nach dem Wechsel sogar einen Rückstand aufholen müssen. Dann aber wurde der Favorit stärker und legte mit zwei Toren innert kürzester Zeit die Basis zum Erfolg. Coach Facchinetti traf mit seiner Analyse den Nagel auf den Kopf: «Futsal ist ein Geduldsspiel. Ohne taktisches Kalkül und Disziplin kann man ein Spiel nicht gewinnen. Unser Sieg ist verdient, aber Seefeld hat uns alles abverlangt.»

Nach dem 4:2-Erfolg steigt Wettingen 93 also in die Super League auf. Gegründet wurde das Futsal-Team im Sommer 2010. Mit dabei waren Pedro Facchinettis Söhne Alessandro und Marco sowie Goalie Fabian Sangines. Ohne das Trio wäre der Höhenflug nicht möglich geworden. Und vielleicht setzen die kleinen Helden ihrem sportlichen Triumph am nächsten Sonntag sogar noch die Krone auf: Um 16 Uhr kommt es in der letzten Meisterschaftsrunde zum Spitzenkampf bei Leader Schaffhausen. Mit oder ohne Kirsch?