Handball

Wer übernimmt die entstandenen Kosten des TV Endingen nach der abgesagten Partie?

Die Mannschaft war zwar mit Freude an der Sache, auch wenn es kein Meisterschaftsspiel gab. Doch wer kommt für die Kosten im vierstelligen Bereich des TV Endingen auf?

Die Mannschaft war zwar mit Freude an der Sache, auch wenn es kein Meisterschaftsspiel gab. Doch wer kommt für die Kosten im vierstelligen Bereich des TV Endingen auf?

Die NLB-Partie zwischen Stans und dem TV Endingen, die wegen Nichterscheinen der Schiedsrichter abgesagt wurde, hat ein Nachspiel. Es geht um die Frage der finanziellen Haftung.

Es handelt sich um ein Novum im Schweizer Handball, das sich am Samstagabend in der Zentralschweiz ereignet hat. In der Eichli-Halle standen die Teams von Stans und Endingen für die NLB-Spitzenbegegnung bereit. Und auch rund 500 Zuschauer warteten auf den Anpfiff. Wer fehlte, war das Schiedsrichter-Duo.

Swiss Handball ist der Vorfall offensichtlich peinlich. Man spricht von einem kommunikativen Missverständnis. «Trotz intensiver Bemühungen konnte kurzfristig kein Ersatz für die Unparteiischen gefunden werden», erklärt sich Verband. «Wir entschuldigen uns bei den beteiligten Mannschaften und den Zuschauern für den Ausfall der Partie und versprechen, den aussergewöhnlichen Vorfall weiter zu überprüfen», sagt der Kommunikationsverantwortliche Matthias Schlageter.

Aufwand ein viertstelliger Betrag

Inzwischen liegt der Fall beim Leiter Spielbetrieb und Schiedsrichter, Roger Felder. «Es geht jetzt um zwei Sachen: Einerseits müssen wir so schnell wie möglich einen neuen Termin finden.» Die Zeit drängt. Im dicht getakteten Kalender muss die Partie bis spätestens Anfang Mai nachgeholt werden. Zum anderen soll der aussergewöhnliche Fall nun mit allen Beteiligten aufgearbeitet werden. Eine wichtige Frage, die dabei im Raum steht: Wer kommt für die entstandenen Kosten auf?

Beim TV Endingen spricht man von einem vierstelligen Betrag, der angefallen ist, wie Geschäftsführer Christian Villiger sagt. Da man bei Swiss Handball keinen vergleichbaren Fall auf dieser Stufe kennt, müssen die zuständigen Instanzen im Verband nun darüber entscheiden, wer für den Schaden aufkommen muss. Das dürfte insofern knifflig werden, da im Schweizer Spitzenhandball kein ähnlicher Vorfall bekannt ist. In unteren Ligen komme es gelegentlich vor, dass Schiedsrichter nicht erscheinen. Dort weiss man sich in der Regel zu helfen und spannt einen Trainer ein, der die Partie dann leitet, sagt Roger Felder.

Interessant dürfte tatsächlich die Frage nach der Haftung werden. Im Reglement von Swiss Handball ist festgehalten, dass der Verband bei nicht Antreten der Schiedsrichter nicht haftbar gemacht werden kann.

Nicht erfreut über den Fauxpas ist man auch beim TV Endingen. Christian Villiger bedauert, dass der Handballsport als Ganzes in ein nicht so gutes Licht gestellt wird. «Wo Menschen sind, passieren aber Fehler.» Neben dem finanziellen Aspekt bereitet ihm die Terminsuche Sorgen. Bis zum Saisonende haben die Teams noch ein spielfreies Wochenende, das bei den meisten bereits verplant sein dürfte. Man stehe mit dem Verband diesbezüglich in Gesprächen und hoffe auf eine konstruktive Lösung, so Villiger.

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