Tennis
Wer später zur Weltspitze gehören will, muss in Oberentfelden brillieren

An kleineren internationalen Juniorenturnieren wie der am Samstag beginnenden Swiss Junior Trophy in Oberentfelden werden die Grundsteine für erfolgreiche Profikarrieren gelegt.

Fabio Baranzini
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Jil Belen Teichmann hat letztes Jahr in Entfelden gespielt. fba

Jil Belen Teichmann hat letztes Jahr in Entfelden gespielt. fba

fba

Am Samstag ist es wieder so weit. Über 800 Nachwuchsspieler aus der ganzen Welt haben sich angemeldet, um an der Swiss Junior Trophy in Oberentfelden um wichtige Punkte fürs ITF-Ranking, das Junioren-Pendant zur ATP-, respektive WTA-Tour bei den Profis, zu kämpfen.

Organisator Freddy Blatter, der das Turnier zum fünften Mal durchführt, verfolgt nach wie vor das Ziel, mit dem Event der 4. Kategorie den nationalen und regionalen Junioren eine Chance zu geben, sich mit der ausländischen Konkurrenz zu messen. Doch welche Bedeutung hat die ITF-Tour in der Karriere eines angehenden Tennisprofis überhaupt? Und wie funktioniert diese?

79 Prozent waren in den Top 50

Die erste Frage lässt sich mit einer statistischen Kennzahl, die der Schweizerische Tennisverband herausgegeben hat, leicht beantworten: 79 Prozent aller Top-100-Spieler bei den Profis haben bereits bei den Junioren eine Top-50-Platzierung erreicht. «Es gibt immer Ausnahmen, aber man kann schon sagen, dass man bei den Profis nur dann eine Chance hat, wenn man schon bei den Junioren zu den Besten gehört hat – aber selbst das ist noch längst keine Erfolgsgarantie», so Blatter.

Doch zu den besten 50 Nachwuchsspielern der Welt zu gehören, ist ein schwieriges Unterfangen. Bei den Juniorinnen werden aktuell über 2000 Athletinnen in der Weltrangliste geführt, bei den Junioren sind es nur unwesentlich weniger. Ranglistenpunkte (Einzel- und Doppelpunkte werden addiert, wobei die Doppelpunkte lediglich zu einem Viertel zählen) gibt es bei jedem Turnier zu gewinnen. Und davon gibt es eine ganze Menge – allein in der ersten Jahreshälfte 2014 sind es weltweit beinahe 200.

Grand Slams als Schaufenster

Natürlich können die angehenden Tennisprofis nicht bei allen Events gleich viele Punkte ergattern, denn die Turniere sind in sieben Kategorien (Grad A und B sowie Grad 1–5) unterteilt, wobei bei den Grad-A- und -B-Turnieren am meisten Punkte verteilt werden. Wer bei diesen Events mitmischen will, muss jedoch bereits ein Ranking in der Region von Rang 100 aufweisen, für die Grand Slam Turniere sind gar die Top 60 Pflicht. «Die Grand Slams müssen das Ziel jedes Juniors sein, denn nur dort kann er sich Agenturen und Sponsoren zeigen, die ihn dann bei der Fortsetzung seiner Karriere unterstützen», sagt Blatter.

Um sich in die dafür notwendigen Ranglistenregionen vorzuarbeiten, braucht es Turniere in den untersten Kategorien wie die Swiss Junior Trophy, bei denen die Einstiegshürde vergleichsweise tief ist und auch Athleten ohne Ranking zumindest in der Qualifikation antreten können.

Starkes Teilnehmerfeld

Dass das Turnier in Oberentfelden ein optimales Einstiegsturnier ist, zeigt ein Blick auf die Teilnehmerlisten der letzten vier Jahre. Da haben beispielsweise Karin Kennel, die später die Top 10 der Juniorinnen knackte und Vize-Europameisterin wurde, oder Jil Belen Teichmann und Marko Osmakcic, die letzte Woche im Hauptfeld der Junioren am Australian Open standen, teilgenommen.

Die Chancen stehen gut, dass in Oberentfelden auch in diesem Jahr der eine oder andere Nachwuchscrack spielt, der später von sich reden macht, denn für ein Grad-4-Turnier ist die Swiss Junior Trophy gut besetzt.