Zofinger Stadtlauf: Interview mit dem OK-Präsidenten

Zofinger Stadtlauf: Interview mit dem OK-Präsidenten

Der Speaker mahnte die hinter der Startlinie versammelten Athleten: «Denkt dran, ihr müsst selber zählen, wie viele Runden ihr schon gelaufen seid und nach der dritten auf die Zielgerade einbiegen.» Doch dann passierte es ausgerechnet dem Favoriten Fikru Guta. Nach wenigen hundert Metern drückte er aufs Tempo, liess seine Verfolger chancenlos und ging mit 40 Sekunden Vorsprung auf die letzte Runde. Als er den Thutbrunnen passierte und die letzte halbe Umdrehung in Angriff nahm, zweifelte niemand mehr an seinem Sieg. Statt Richtung Ziel rannte er dann aber weiter.

Zofinger Stadtlauf: Interview mit dem Sieger

Zofinger Stadtlauf: Interview mit dem Sieger

«Plötzlich rief mir jemand vom Streckenrand zu, ich solle spurten, Fikru sei auf Umwegen», erzählt Christoph Feremutsch, «ich dachte, es sei ein Scherz.» Trotzdem legte der Kölliker einen Zahn zu und finishte als Erster vor Marcus Beljean (Zofingen) und Christian Rutschmann (Herzogenbuchsee). Denn Fikru Guta war so schnell und weit falschgelaufen, dass es eine Weile dauerte, ehe der Äthiopier gestoppt werden konnte und als 13. doch noch ins Ziel fand. Kopfschütteln und kommentarlos zog er von dannen.

«Das kann passieren», meinte Christoph Feremutsch, «wenn du auf diesem Niveau läufst, rennst du einfach.» Ihm helfe der Blick auf die Uhr am Handgelenk, die auch die Kilometer anzeigt. «Eigentlich kann ich so immer einschätzen, ob ich noch weiterlaufen muss oder nicht.» So unverhofft sei der Sieg noch schöner, bilanzierte der 39-Jährige, der «als Vorspeise» am Morgen bereits 25 Kilometer gelaufen war und deshalb wusste, dass er «gute Beine» habe.

Zofinger Stadtlauf: Interview mit der Siegerin

Zofinger Stadtlauf: Interview mit der Siegerin

Etwas Mühe bekundete vorerst Angela Schönenberger. «Auf dem Kopfsteinpflaster zitterten meine Beine ein bisschen», meinte die ehemalige Leichtathletin, die nach einer schweren Knieverletzung wieder vermehrt Laufsport betreibt. Bald aber fand die in Erlinsbach wohnhafte Ostschweizerin den Tritt und war im Ziel überrascht, dass sie das hohe Tempo bis am Schluss durchhalten konnte. «Wir waren echt schnell unterwegs», befand Angela Schönenberger, die den bisherigen Streckenrekord über die 5,25 Kilometer von 19:31 auf 19:06 verbesserte. Diesen hatte bisher Salome Marmet (Langnau i.E.) inne, die gestern Zweite wurde und mit 19:26 auch unter ihrer letztjährigen Marke blieb.

376 Athleten finishten den Zofinger Stadtlauf, der mit neuer Streckenführung und Maskottchen «Stony» bei Jung und Alt weiter an Attraktivität gewann.