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Wenn sich das Remis wie ein Sieg anfühlt: TV Möhlin stiehlt Stäfa den Sieg in letzter Minute

Der TV Möhlin gleicht in den Schlusssekunden aus und nimmt dem zweitplatzierten Stäfa damit noch einen Punkt in der Endabrechnung (23:23/11:12) ab. Es war eine phasenweise ausgeglichene Partie mit wechselnder leichter Dominanz der Gäste vom Zürichsee. Möhlin kämpfte sich aber jeweils mit viel Leidenschaft zurück ins Spiel.

Michi Mahrer
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Sandro Soder brilliert mit fantastischen Toren.

Sandro Soder brilliert mit fantastischen Toren.

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Unter den 430 Zuschauern sassen etliche Handballspieler des TV Endingen. Der TV Möhlin wird am kommenden Sonntag dort aufspielen. Endingen liegt weiterhin komfortabel mit nun sechs Punkten Vorsprung auf Stäfa an der Tabellenspitze. Und wird sich auch ein wenig gefreut haben, dass Möhlin heute die Zürcher mit nur einem Punkt nach Hause geschickt hat.

Die Partie bot sechzig Minuten lang Dramatik und Hochspannung pur. Beide Torhüter lieferten exzellente Paraden und auch die Mannschaften schenkten sich nichts. So setzte sich nicht etwa das favorisierte Stäfa ab, sondern überzeugte Möhlin mit ebenso viel Tempo beim Spielaufbau oder beim Seitenwechsel.

Auch die Defensiven arbeiteten einander zu und so fielen wenig Tore: 4:4 nach sieben Spielminuten. Der nächste Siebenmeter für Stäfa, ausgeführt von Madsen, parierte Rok Jelovcan, danach folgte eine schwache Phase auf beiden Seiten. Erst Florian Doormann stieg dann in die Höhe und traf zum nächsten und übernächsten Führungstreffer für die Heimmannschaft.

Hoher Einsatz beider Mannschaften

Stäfa, das unbedingt siegen wollte, spielte druckvoll, trickreich und auf Biegen und Brechen und schaffte danach bald den Ausgleich, blitzschnell und diskussionslos (6:6, 18.). Marcus Hock fand danach nicht zu seiner gewohnten Form und wurde durch den jungen Manuel Csebits ersetzt. Dieser stoppte den nächsten Angreifer und ermöglichte Mischa Wirthlin den Gegenstoss zum erfolgreichen 7:7.

Manuel Csebits wird immer wichtiger für den TV Möhlin.

Manuel Csebits wird immer wichtiger für den TV Möhlin.

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Es ging kraftvoll und aggressiv auf beiden Seiten weiter; erwähnenswert der umsichtige Weitschuss von Tin Tokic ins leere Tor von Stäfa zum umjubelten 10:8 für Möhlin, gute vier Minuten vor der Halbzeit.

Zu viel Hektik

Die wurfstarken Zürcher Valentakovic, Ardielli und Lepp brachten ihr Team aber zur Pause nochmals nach vorne (11:12). In Umgang zwei wurde mit viel Tempo und rasanten Aktionen das Publikum bei Laune gehalten. Möhlin kämpfte um jeden Ball und leistete hervorragend Widerstand. Nicht alles gelang in der Hektik und Stäfa konnte sich doch mit drei Treffern absetzen (11:14, 36.).

Die Gastgeber reagierten jetzt mit Kreisanspiel an Karlo Ladan und dieser traf regulär und gleich danach, nach einem technischen Fehler der Gäste, erneut. Damit war der Anschluss fast geschafft. Wenig später erarbeitete sich erneut Stäfa einen Drei-Tore-Vorsprung (45.), den Mischa Wirthlin aber bald wieder verkleinerte.

Dramatische Schlussminuten

Und auch Wirthlins Teamkollegen behielten jetzt die Übersicht, was offensiv in Tore umgemünzt werden konnte. Der Ausgleich zehn Minuten vor Schluss verlieh der Mannschaft neue Kräfte, vor allem auch Rok Jelovcan im Tor, welcher wichtige Bälle neutralisierte. Sandro Soder überzeugte nun im Angriff mit einer Art Galavorstellung vom Flügel und lieferte Treffer Nummer zwanzig und wenig später das 22:23 (59.) ab.

Dazwischen lagen aber noch dramatische, umkämpfte Minuten, denn Stäfa bot Gegenwehr und versuchte offensiv zu punkten. Marcus Hock erzielte nach dem Timeout von Zoltan Cordas den erneuten Ausgleich, während für Stäfa noch ein letzter Freistoss für Valentakovic resultierte. Sein Wurf prallte mit einem dumpfen Knall an der Möhliner Mauer ab und die Handballer fielen augenblicklich in Siegestaumel; das Remis fühlte sich wie ein Sieg an.

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