Gigathlon
Wenn Schwimmen selbst für die Meisterin ein Abenteuer wird

Schweizer Meisterin Silvana Huber versucht, mit dem Aargauer Team aargauersport.ch den Gigathlon zu gewinnen. Auch für sie ist der Wettkampf eine echte Herausforderung.

Rainer Sommerhalder
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Für Silvana Huber, die Schweizer Meisterin über 50 m Brust, gehört auch regelmässiges Krafttraining zum Programm.

Für Silvana Huber, die Schweizer Meisterin über 50 m Brust, gehört auch regelmässiges Krafttraining zum Programm.

Rainer Sommerhalder

Die 19-Jährige aus Rupperswil ist die Beste der Schweiz über 50 Meter Brust – im Schwimmbecken. Am Gigathlon sind aber 9 Kilometer und 3 Kilometer Crawl gefragt – in der Aare und auf dem Hallwilersee. Silvana Huber gibt zu, dass dies auch für sie, die täglich mindestens zwei Trainingseinheiten absolviert, kein Selbstläufer wird.

Es stellen sich ganz ungewohnte Fragen: Wie erwischt man in der Aare die beste Strömung? Wie schwimmt es sich mit dem ungewohnten Neoprenanzug? Und noch aussergewöhnlicher: Wie rennt es sich mit Neopren auf den zweimal 900 Metern vom Schloss Hallwyl bis zum Seeeinstieg und zurück in die Wechselzone?

Silvana Huber kennt die Antworten noch nicht. Zumindest um die Form wird sich die Fachmittelschülerin (Fachrichtung Gesundheit) aber keine Sorgen machen müssen. Der Gigathlon findet eine Woche nach dem nationalen Saisonhöhepunkt, den Schweizer Meisterschaften, statt. Dort zählt für Silvana Huber nicht nur der Platz, sondern auch die Zeit.

Der zweite Platz als Auslöser

Denn nach der Teilnahme an der Junioren-Europameisterschaft geht es früher oder später für sie auch um Limiten für internationale Starts bei der Elite. Die Frage nach den dafür geforderten Werten beantwortet Huber auf ihre Weise: «Ich schaue das gar nicht so genau an. Ich weiss nur, dass die Hürden viel höher sind als beim Nachwuchs.»

Welche mittelfristigen Ziele hat die 19-Jährige, die nach Abschluss der Schule im Sommer die Fachmatur in Angriff nimmt und danach eventuell ein Sportstudium anstrebt? «Ich habe schon meine Ziele, aber ich hänge diese nicht so gern an die grosse Glocke», antwortet das Aushängeschild des Schwimmclubs Aarefisch. Das hängt auch damit zusammen, dass sie ab und an etwas Mühe mit dem Druck habe. «Meistens ist es aber der eigene Ansporn, der zum grössten Druck führt.»

Der Ehrgeiz, auch grosse Ziele anzustreben, ist bei Silvana Huber zweifellos vorhanden. Davon zeugt die Geschichte, wie sie vor zwölf Jahren zum Schwimmsport gefunden hat. «Der Ursprung lag beim Rupperswiler Schülerwettschwimmen. Ich wurde Zweite, und das hat mich so angegurkt, dass ich im nächsten Jahr unbedingt gewinnen wollte. Also meldete ich mich zum Schwimmkurs an.»

Bis zu drei tägliche Einheiten

Natürlich hat Silvana Huber im nächsten Jahr gewonnen. Es sollte in den letzten zwölf Jahren nicht ihr einziger Sieg bleiben. Das ausserordentliche Talent kam rasch zur Geltung. Und es breitete sich in der Familie Huber aus: Die vier Jahre jüngere Schwester Jill eifert ihr mit grossem Erfolg nach. Alle vier Huber-Kinder – noch je ein älterer und jüngerer Bruder – sind aktive Leistungssportler.

Silvana absolviert das Trainingspensum eines Profis. Wie viel es pro Woche ist, weiss sie nicht. «Ich zähle die Stunden gar nicht mehr, sonst wird mir wohl selber schlecht», sagt sie und lacht. Es gibt regelmässig Tage mit drei Einheiten. Sie betreibt Sport nach dem Motto: «Wenn ich etwas mache, dann richtig und mit ganzem Willen». So ist ihre Lust am Leistungssport auch nach einem Jahrzehnt ungebrochen. Um ihren Sport zu betreiben, zahlt die Schülerin übrigens sogar als Schweizer Meisterin drauf. Vielleicht kommt der grosse Sponsor ja nach dem Gigathlon . . .

Apropos Gigathlon. Sie freut sich auf die spezielle Herausforderung und das ungewohnte Teamfeeling. Und zu ihrer Aufgabe meint sie, es gehe auch mit anderen Rahmenbedingung letztlich trotzdem um Schwimmen. Und das kann Silvana Huber.

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