Golf
Wenn Profisport vom Finanziellen abhängt

Der 18-jährige Philippe Schweizer aus Mellingen will seine sportliche Karriere alsGolfer vorantreiben. Darum schnuppert er künftig Profiluft.

Annemarie Keusch
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Philippe Schweizer setzt bis 2014 voll auf die Karte Sport.

Philippe Schweizer setzt bis 2014 voll auf die Karte Sport.

ake

Es ist der Traum vieler Sporttalente und für Philippe Schweizer ging er in Erfüllung: Mit nur 18 Jahren kann er für mindestens zwei Jahre Profiluft schnuppern. Der junge Golfer aus Mellingen versucht in Zukunft komplett auf die Karte Sport zu setzen, was nur mit grosser finanzieller Unterstützung zu realisieren ist. «In Absprache mit meinen Eltern und meinem Trainer lebe ich bis im Herbst 2014 als Golfprofi. Dann werden wir zusammen anschauen, wie ich mich entwickelt habe und je nach dem gehe ich meinen Weg als Profi weiter oder wechsle an eine Universität», erklärt Philippe Schweizer. Der Mellinger hat in diesem Sommer die Maturität an der Minerva-Schule in Zürich abgeschlossen. Aber nicht nur schulisch, sondern auch sportlich hat sich in diesem Jahr einiges getan in Schweizers Leben.

Neu im Nationalkader

Einerseits wurde der erst 18-Jährige als jüngstes Mitglied ins Nationalteam der Amateure aufgenommen. Eine grosse Überraschung war dies für den selbstbewussten Golfer jedoch nicht: «Für mich verändert sich nicht viel. Nach wie vor muss ich mich für die internationalen Turniere qualifizieren.» Andererseits arbeitet Schweizer seit dem Frühling dieses Jahres mit einem neuen Trainer zusammen. Dieser eröffnet ihm die Möglichkeit, mindestens einmal monatlich bei perfekten Bedingungen in Düsseldorf zu trainieren. Dies ist für Schweizer auch wichtig. «Die Greens in der Schweiz weisen bei weitem nicht die gleiche Qualität auf wie jene im Ausland», bemängelt der Golfer.

Drei Monate in Florida

Doch seine Reisen führen den ehemaligen Eishockeyspieler nicht nur nach Deutschland, sondern vermehrt auch in die USA. Von Ende November bis Mitte Februar weilt Schweizer zusammen mit seiner Familie in Florida, um dort an drei internationalen Turnieren teilzunehmen. Diese Reisen und die Turniere sind nur dank grosser finanzieller Unterstützung der Eltern machbar. «Eine Golfsaison von Philippe kostet etwa 60000 Franken», bestätigt Andrea Schweizer, die Mutter von Philippe. Hier inbegriffen sind die Kosten für einen Mentaltrainer. Auswärtige Sponsoren sind im Golfsport nicht erlaubt. Dass Golf ein überdurchschnittlich teurer Sport ist, verneint die Familie Schweizer jedoch vehement. Auch eine Eishockey-Karriere hätte ähnlich viel gekostet, sind sie überzeugt. Klar ist jedoch, dass nur wer finanzielle Unterstützung im Rücken weiss, überhaupt voll auf die Karte Golf setzen kann.