Mountainbike

Wenn plötzlich die Luft ausgeht – Kathrin Stirnemann leidet an ungewöhnlichen Atemproblemen

Kathrin Stirnemann quält sich an den Schweizer Meisterschaften in Gränichen ins Ziel.

Kathrin Stirnemann quält sich an den Schweizer Meisterschaften in Gränichen ins Ziel.

An den Schweizer Meisterschaften in Gränichen passiert es. «Ich hatte kaum noch Luft. Mir wurde erst schwindlig, dann schlecht», sagt Kathrin Stirnemann. Die Probleme sind nicht neu. Eine Atemtechnik soll der Aargauer Sportlerin des Jahres 2017 nun helfen.

Es ist, als ob ihr jemand plötzlich die Luft abdreht. Und eigentlich könnte Kathrin Stirnemann in diesem Moment vom Mountainbike steigen. Ohne genügend Sauerstoff im Blut, sind sport­liche Höchstleistungen nicht möglich. Am Sonntag an den Schweizer Meisterschaften in Gränichen bleibt sie trotzdem im Sattel. Der Stolz lässt es nicht zu, dass sie ihr Heimrennen aufgibt.

«Ich hatte kaum noch Luft. Mir wurde erst schwindlig, dann schlecht», sagt die 30-Jährige. Ins Ziel kämpft sie sich trotzdem, übergibt sich beinahe und bleibt völlig erschöpft liegen. Rang zehn! Eigentlich unglaublich, wenn man die Geschichte dahinter kennt. Seit einiger Zeit kämpft Stirnemann mit einem Problem. Plötzlich verengt sich ihr Kehlkopf und atmen ist nur noch oberflächlich möglich. Die Sauerstoffaufnahme wird dadurch deutlich reduziert. Trimmt sie ihren Körper dann weiter
auf Leistung, wehrt sich dieser irgendwann mit Schwindel und Übelkeit.

Hat die Renndauer Einfluss auf die Beschwerden?

Im vergangenen Winter versuchte die Aargauer Sportlerin des Jahres 2017, eine neue Atemtechnik zu lernen. Dadurch soll verhindert werden, dass das Problem auftritt. Manchmal mit Erfolg. Wie an den Schweizer Meisterschaften im Zeitfahren vor zwei Wochen, als sie Bronze gewann. Manchmal ohne. Wie zuletzt in Gränichen oder schon eine Woche zuvor in Leukerbad, als sie das Rennen aufgeben musste.

Antworten auf die Frage, warum es manchmal klappt, die Atemprobleme in den Griff zu be­kommen und nur wenige Tage später nicht, hat sie keine. «Es ist aber halt schon etwas anderes, ob man im Training jeweils fünf Minuten ans Limit geht oder ein Rennen fährt, dass eineinhalb Stunden dauert», sagt sie. Das ist ein möglicher Ansatz. Die Schweizer Meisterschaft im Zeitfahren beendete Stirnemann in gut 29 Minuten. Es könnte also tatsächlich sein, dass sie bei starker Atmung über längere Zeit plötzlich in alte Muster fällt. Stirnemann selbst zuckt mit den Schultern.

Die Aargauerin wird weiter daran arbeiten, die Probleme in den Griff zu bekommen. Weil klar ist: So wie in Gränichen macht es wenig Sinn. Ohne Luft kein Erfolg.

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