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Wenn ein Sieg wertvoller ist als nur drei Punkte: Der EHC Olten gewinnt in Winterthur 4:1

Die Team-Aussprache vom Montag scheint ihre Wirkung gezeigt zu haben: Der EHC Olten schlägt ein schwaches Winterthur mit 4:1. Trainer Maurizio Mansi war nicht nur des Sieges wegen nach Spielende gut gelaunt.

Headcoach Maurizio Mansi lief am Montagnachmittag, am Tag nach der peinlichen 3:4-Heimschlappe gegen Thurgau, nach einer rund zweistündigen Aussprache mit den Spielern mit einem positiven Gefühl aus der Kabine und bezeichnete den Moment als Neustart. Alles erdenklich Negative soll aus dem Weg geräumt werden und das Gute noch besser gemacht werden.

Konsequent waren die EHCO-Spieler zwar gegen Winterthur nicht vollends, liessen aber dennoch die Scheibe zirkulieren und die Beine laufen, sodass ein Sieg nie angezweifelt werden musste. Und so war Trainer Mansi nach dem Spiel nicht nur des Sieges wegen gut aufgelegt: «Dieser Sieg ist wichtiger als nur diese drei Punkte. Die Stimmung in der Kabine ist im Vergleich zum Sonntag wie Schwarz und Weiss. Wir haben den Spirit vom vergangenen August wiedergefunden. Das macht mich glücklich», sagt er.

Die EHCO-Spieler wussten zweifellos eine Antwort auf eine schwierige Woche auf dem Eis zu geben. Das Team von Trainer Mansi, der auf den Ausländerpositionen wieder auf die Dienste von Jiri Polansky und Justin Feser setzte, wurde jedoch kaum einem ernsthaften Härtetest unterzogen. Zu schwach spielte der EHC Winterthur vor den 1053 Zuschauern auf.

Als Höhepunkt des ersten Drittels darf das Ablenkertor des EHCO bezeichnet werden. Cédric Schneuwly hatte in der 10. Minute dem satten Handgelenkschuss von Romano Pargätzi im Slot eine entscheidende Richtungsänderung verpasst und so schon früh den Sieg für den EHCO geebnet.

Der EHCO machte auch in der Folge vieles richtig, spielte mustergültige Angriffe, doch haperte es einmal mehr in der Vollendung. Und so hätten die Oltner nach 20 Minuten deutlich höher führen müssen, doch weil Wüst, Schneuwly und Truttmann aus aussichtsreichsten Positionen scheiterten, blieb das Spiel zumindest auf der Anzeigetafel spannend. Die EHCO-Stürmer verzogen bei ihren Chancen entweder den Schuss oder schlugen gar über die Scheibe.

Sehenswertes Powerplay

Besser machte es Philipp Wüst im Verlaufe der Partie, der am Ende verdient als zweifacher Torschütze zum Oltner Mann des Spiels gekürt wurde: «Aus diesem Spiel lässt sich viel Positives mitnehmen. Wir haben von Anfang an das Spieldiktat übernommen und mit Zug aufs Tor gespielt. Und im Powerplay haben wir unsere Chancen genutzt», bilanzierte der Stürmer.

Das Überzahlspiel machte unter dem Strich denn auch den Unterschied aus: «Die Specialteams haben mir gefallen. Sie werden in den Playoffs spielentscheidend sein. Im Powerplay haben wir uns jeweils schnell im gegnerischen Drittel installieren können, haben die Scheibe zirkulieren lassen und viele Schüsse abgegeben», meinte Mansi.

Zu erwähnen gilt es überdies Cyrill Aeschlimanns Kaltschnäuzigkeit. Der langjährige EHCO-Spieler, der als Viertlinienstürmer zum Einsatz kam, ergatterte nach einem Gerangel an der Bande in der neutralen Zone plötzlich an der blauen Linie die Scheibe, lief alleine auf EHCW-Torhüter Oehninger zu und liess das Toreschiessen mit einem Schuss in die weite Ecke besonders einfach aussehen (39.).

Erfreulich war aus Oltner Sicht ausserdem, dass mit Anthony Rouiller ein gewichtiger Abwehrspieler nach 16 verpassten Spielen (!) sein Comeback gab. Er zeigte eine ansprechende Leistung und dürfte im Hinblick auf die verbleibenden zehn Qualifikationsspielen sowie den Playoffs von grosser Bedeutung sein.

Apropos Playoffs: Der EHC Olten hat sich am Dienstag auch rein rechnerisch für die heisse Phase der Saison qualifiziert - der EHCO scheint sich einen idealen Zeitpunkt für einen Neustart ausgesucht zu haben!

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen von Dominik Holzherr:

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