1.-Liga-Eishockey
Wenn die Tore nicht fallen wollen, geht die Saison eben zu Ende

Die Argovia Stars verpassen die Playoff-Qualifikation. Sportchef Peter Hofmann und Coach Daniel Meier sind trotzdem vom eingeschlagenen Weg überzeugt und setzen daher auf Kontinuität.

Calvin Stettler
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Für die Argovia Stars ist die Saison zu Ende. Bilder Otto Lüscher

Für die Argovia Stars ist die Saison zu Ende. Bilder Otto Lüscher

Otto Luescher(Umlaut)

«Unsere Chancenverwertung ist tragisch», resümierte Argovia Stars-Coach Daniel Meier fast schon verzweifelt. Dieses Fazit zog Meier während dieser Saison praktisch nach jeder Partie – so auch nach dem letzten Spiel der Masterround, der 2:4-Niederlage gegen Untersee-Interlaken. Das Saisonende und das Verpassen der Playoffs waren für die Argovia Stars bereits vor dem Match gegen die Berner Oberländer besiegelt. Ein versöhnliches Saisonende blieb den Stars allerdings vergönnt. Als Marc Gisin die Hausherren in der 11. Minute in Führung brachte, kam auch die Maschinerie aus dem Berner Oberland zum Laufen. Knapp elf Zeigerumdrehungen benötigten die Gäste um das Spiel zu drehen.1;3 stand es da zu Ungunsten der Stars.

Emotionen am falschen Ort

Auf dem Eis präsentierte sich die Truppe von Daniel Meier ohne Selbstvertrauen, Emotionen und der nötigen Kaltblütigkeit. Und auf der Bank? Wutreden mit gelegentlichen Stockbrüchen. Interlaken wollte nicht mehr, die «Stars» konnten nicht mehr. Fairerweise muss man festhalten, dass nicht nur die Offensive in der vergangen Spielzeit eine Baustelle war. «Gleichzeitig hatten wir ein riesen Manko in der Defensive und unsere jungen Torhüter benötigen einfach auch noch ihre Zeit», hielt ein nachdenklicher Meier fest. In den Reihen der Argovia Stars vermisst man einen Goalie, der sein Team auch mal zu einem Sieg hexen kann. Einen Torhüter wie es beispielsweise letzte Saison Marco Mathis war. Auffallend ist ebenfalls, dass Coach Meier die Situation stets mit dem Schussverhältnis, das oftmals klar für die Stars spricht, beschönigt. Doch viele der sogenannten Schüsse waren schlicht und einfach zu harmlos. Für Daniel Meier ist Aarau die erste Station als 1. Liga-Coach. Er verfolgte dabei eine Spielphilosophie mit vielen Freiheiten. «Dies war möglicherweise extremes Neuland für die Mannschaft. Das hat nicht funktioniert, also wurde dies angepasst».

Die Trainerfrage stellt sich nicht

Trotz dem verpassten Saisonziel stärkt Stars-Sportchef Peter Hofmann dem Coach den Rücken. Die Vereinsführung setzt auf Kontinuität. «Man macht sich natürlich immer seine Gedanken. Auch ich habe meine Defizite und meine Fehler», so Meier. Dennoch sah der ehemalige NLA-Spieler auch viele positive Ansätze. «Spielerisch haben wir uns gut entwickelt. Taktisch ist noch ein riesen Potenzial vorhanden. Ich glaube, dass wir in den nächsten ein, zwei Jahren ein sehr gutes Team stellen können.» Unumgänglich sind dabei Transfers. Das Kader soll breiter und die Mischung zwischen den jungen Wilden und den routinierten Cracks ausbalanciert. Wenn die Aargauer den eingeschlagenen Weg beibehalten, können sie die Stars den Playoff-Himmel bald wieder erstrahlen lassen.