Tischtennis
Wenn der Freund zum Gegner wird

Christian Hotz holt an den Schweizer Meisterschaften mit seinem Doppel-Partner Gold im Tischtennis. Im Einzel muss er gegen seinen Partner antreten und gewinnt Silber.

Sandro Reinhard
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Christian Hotz holte sich an den Schweizer Meisterschaften in Wil SG die Goldmedaille im Männer-Doppel und die Silbermedaille in der Einzelkonkurrenz. Für den Aargauer war der Auftritt in Wil ein spezielles Ereignis, er wurde vom heimischen Publikum wie ein Einheimischer gefeiert. Hotz spielt beim TTC Wil als Nummer eins in der NLA um den Schweizer Meistertitel. Das Publikum in Wil hatte den offensiven Spieler deshalb längst in sein Herzen geschlossen und unterstützte ihn auf seinem Weg zu zwei Medaillen jeweils euphorisch.

Die Basis für seine Silbermedaille legte Hotz in den Viertelfinals gegen Thierry Miller. Gegen den Altmeister obsiegte Hotz nach einem harten Fight mit 4:3, dies, obwohl er bereits mit 0:2 und 2:3 Sätzen hintenlag. Nachdem er den engen sechsten Satz mit 11:9 gewinnen konnte, brach sein Gegner ein und buchte nur noch vier Punkte.

Mit seinem Sieg sorgte Hotz dafür, dass Miller zum ersten Mal seit 30 Jahren keine Medaille an den Schweizer Meisterschaften holen konnte. «Wichtig war mir einfach, dass ich gut spielte, das ist mir gelungen», sagte Hotz. In den Halbfinals bewies er erneut starke Nerven. Gegen den Meyrin-Spieler Sammy Zmirou musste er erneut hart kämpfen, setzte sich aber mit 4:2 durch.

Gegner kennen sich seit Jahren

Dank diesen stabilen Leistungen verdiente er sich das Finalspiel vor grosser Kulisse gegen seinen Doppelpartner Nicola Mohler. Mit ihm hatte er einige Stunden zuvor die Goldmedaille im Männer-Doppel gewonnen, womit den beiden die Revanche für die Vorjahresfinalniederlage gegen Marc Altermatt und Denis Joset gelang.

Für Hotz und Mohler ist es keine neue Situation, am gleichen Turnier miteinander und dann gegeneinander zu spielen, sie kennen dies seit Jahren. «Im letzten Jahr war ich absolut chancenlos, ich habe mir zum Ziel gesetzt, sofort mein Spiel zu finden und Nico in Bedrängnis zu bringen», sagte Hotz zum Finalspiel, das er dann auch fulminant begann und sich die Sätze eins und vier holte. Die beiden forderten sich alles ab und zeigten phasenweise hervorragendes Tischtennis, am Schluss aber behielt einmal mehr Hotz’WidersacherdieOberhand.Moh-
ler holte sich den dritten Titel in Folge.